09.11.2020 / Das Gespräch
„Mehr Mut zur Kippa?!“
Dr. Thomas Feist über das Jüdische Leben in Deutschland – zwischen Antisemitismus und Solidarität.
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Synagogen standen in Flammen und jüdische Geschäfte: die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gilt als Beginn des größten Völkermords in Europa. Lange glaubte Deutschland, den Antisemitismus überwunden zu haben, doch spätestens der Anschlag von Halle hat gezeigt: Judenhass lebt weiter in unserem Land.
„Das Nichtwissen über das Judentum ist eine entscheidende Quelle für Antisemitismus,“ sagt Dr. Thomas Feist. Er ist Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das jüdische Leben.
Mehr Formate der Begegnung will er fördern und Juden Mut machen, ihren Glauben offen zu leben: „Diejenigen, die Verantwortung in jüdischen Gemeinden tragen, wünschen sich mehr Mut zur Kippa“. Als Partner im Kampf gegen Antisemitismus haben jüdische Gemeinden Christen schätzen gelernt, so Feist.
Auch die große Welle der Solidarität nach dem Anschlag von Halle habe Mut gemacht, nicht auszuwandern und in Deutschland zu bleiben. Regina König hat Thomas Feist in Leipzig getroffen.
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