24.02.2023 / Aktuelles

Liebesfalle Internet

Wie Betrüger Geschäfte mit einsamen Herzen machen.

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Radio-Beitrag zum Thema

Das perfide Vorgehen der Betrüger

1. Attraktive Lebensläufe

Um Interesse bei ihren potenziellen Opfern zu wecken, legen sich die Betrüger besondere Lebensläufe zu: Scamm-Männer geben sich z.B. als Ingenieure, Ärzte, Architekten oder U.S. Soldaten aus. Auf gestohlenen Profilbildern ist eine weiße attraktive Person zu sehen. Oft gibt der Love-Scammer vor, in den USA oder im europäischen Ausland zu leben. Scamm-Frauen stellen sich häufig als Ärztinnen, Lehrerinnen oder Geschäftsfrauen dar.

2. Scammer machen sich unentbehrlich

Ist erst einmal eine Art Beziehung entstanden, bekommen die Betrogenen jede Menge Aufmerksamkeit, Komplimente und Liebesbekundungen. Auf diese Weise schaffen es sowohl Scam-Männer als auch Scam-Frauen, sich im täglichen Leben ihrer Opfer unverzichtbar zu machen – ohne ein einziges persönliches Treffen. Morgens gibt es die erste romantische Nachricht per Chat, mittags vielleicht schon kurz telefonieren und abends dann ein stundenlanges Gespräch am Telefon.

3. Einladung zum persönlichen Treffen

Zu Beginn geht es um Themen wie Beruf, Familie und die gemeinsame Zukunft. Oft berichtet der Love-Scammer von einem verstorbenen Ehepartner. Nach einer Weile geben die Betrüger vor, aus geschäftlichen oder familiären Gründen dringend ins Ausland nach Westafrika reisen zu müssen. Und danach – so versprechen sie – soll es endlich ein persönliches Treffen geben.

4. Die Hinhaltetaktik

Kurz vorher werden die persönlichen Treffen abgesagt. Angeblich gibt es Schwierigkeiten, wie ein Auto-Unfall, Probleme mit Kreditkarten oder Diebstahl. Die Betrüger bitten ihre Opfer um Geld, um sie aus ihrer vorgetäuschten Notlage zu befreien. Das Geld soll per Bargeldtransfer, afrikanische Schecks oder Zahlungsaufträge auf dem Konto der Betrüger landen. Denn nur so könne das Treffen auch stattfinden. In all diesen Bettelmails oder Anrufen betonen die Scammer ihre Liebe zueinander und üben damit emotionalen Druck aus.

Zahlen bis zum Bankrott und gebrochenem Herzen

Um dem vermeintlichen gemeinsamen Glück nicht im Wege zu stehen, sind viele Betroffene bereit, zu zahlen. Dabei geht es oft nicht nur um hohe Geldsummen, sondern die Täter fordern immer wieder Geld mit den unterschiedlichsten Gründen. Das kann so lange gehen, bis die Opfer bankrott sind.

Das Tragische daran ist: Für die Betroffenen entsteht sowohl ein finanzieller als auch ein schwerer seelischer Schaden. Ihre Einsamkeit wurde ausgenutzt und ihre Liebe, ihr Vertrauen einem vermeintlich realen Menschen gegenüber missbraucht.

Was tun, wenn ich betroffen bin?

Holen Sie sich Hilfe! Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Auch, wenn die Strafverfolgung schwierig ist, sollten Sie den Vorfall melden. Vor allem, wenn Banken strafrechtliche Schritte gegen Sie einleiten, weil Sie unwissentlich gefälschte Schecks eingereicht haben sollten. Hier hilft Ihnen die Polizei, Beweise für den Betrug zu sichern.

Beweise sichern: Deshalb sollten Sie selbst alle Mails und Chatverläufe speichern. Z.B. auf einem USB-Stick, einer externen Festplatte oder in einer Cloud. Und heben Sie Überweisungsbelege auf. Auch hierbei kann Ihnen ggf. die Polizei helfen.

Kontakt abbrechen: Überweisen Sie auf keinen Fall (mehr) Geld, lösen Sie keine Schecks ein und leiten Sie keine Päckchen weiter. Wenn möglich, machen Sie geleistete Zahlungen rückgängig. Antworten Sie auf keine weiteren Mails oder Anrufe des Scammers. Falls nötig, legen Sie sich eine neue Telefonnummer und eine neue Mailadresse zu.

Moralische Unterstützung: Teilen Sie sich Freunden und Familie mit. Wenden Sie sich an den Weißen Ring. Hier bekommen Sie persönliche und praktische Hilfe. Sowohl mit juristischer als auch psychologischer Betreuung.

Den Betrügern auf die Spur kommen – Love-Scammer erkennen

Im Idealfall erkennen Sie einen Scammer, bevor ein Schaden entsteht. Es gibt einige Merkmale, auf die Sie achten sollten und bei denen Vorsicht geboten ist:

Fake Profile entlarven

Schon beim ersten Kontakt können Sie Ihre neue Internetbekanntschaft überprüfen:

Autor/-in: Katja Völkl

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