19.12.2018 / Weihnachten

Jesus war auch Single!

Weihnachten feiern ohne Partner lohnt sich

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„Gerade an Heiligabend empfinde ich es als etwas sehr Kostbares, einmal alleine zu sein, aber bewusst zu feiern.“ Astrid Eichler ist Single. Sie selbst sieht es für sich als Berufung an. Und sie gestaltet gerne einmal den Heiligabend für sich mit einem guten Buch, einem ausgiebigen Frühstück am 1. Weihnachtsfeiertag und dem Weihnachtsoratorium im CD-Player. Eichler leitet „Solo und Co.“ – ein Netzwerk von alleinstehenden Menschen. Ihr Rat: Wer alleinstehend ist, für den ist das Feiern in der Familie nicht unbedingt das Optimum. „Singles, die so 30+ sind, fahren nach Hause und müssen plötzlich wieder die Kinder sein, die sie gar nicht mehr sind.“ Die Botschaft müsse lauten: „Ich feiere Weihnachten dieses Jahr ganz anders.“

Weihnachten „ganz anders“

Wie kann das aussehen? Mancher Alleinstehende hat Angst, in ein großes Loch zu fallen an den Feiertagen. Doch Astrid Eichler, selbst viele Jahre Gemeindepfarrerin und Gefängnisseelsorgerin, rät, sich frei zu machen von weihnachtlichen Klischees: „Viele Singles denken, Heiligabend sitzen alle glücklich um den Tannenbaum herum.“ Eichler erinnert an den Bericht von Weihnachten in der Bibel: „Weihnachten war sehr ungemütlich und unkuschlig.“

„Heiligabend gehören Christen auf die Straße.“

Weihnachten begann in einem stinkenden Stall. Die Weihnachtsbotschaft galt zunächst weder den Reichen und Schönen noch den nächsten Familienangehörigen, sondern den Hirten. „Das waren die Randgruppen.“ Eichler schließt daraus: „Heiligabend gehören Christen auf die Straße.“

Astrid Eichler hat für sich bereits ihre Konsequenzen daraus gezogen. In diesem Jahr wird sie an Heiligabend Menschen besuchen, die in Berlin auf der Straße leben.

Das ist sicher nur eine Möglichkeit und nicht unbedingt jedermanns Sache.

Allen anderen, denen in diesem Jahr an Heiligabend das Dach auf den Kopf fällt, rät Astrid Eichler: Planen sie das nächste Mal frühzeitig. Ab September finden sich zum Beispiel Singles zusammen im sozialen Netzwerk von Solo und Co. Dann bleibt genügend Zeit, gemeinsam ein Weihnachtsfest zu planen mit Menschen, aus denen vielleicht Freunde werden könnten. Auf jeden Fall gilt: Werden Sie initiativ und warten Sie nicht, bis andere auf Sie zukommen. Eichlers Erkenntnis: „Es sind ja Viele, die wie wir alleine sind. Also sind wir nicht allein.“

Autor/-in: Oliver Jeske

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