04.05.2026 / In eigener Sache

„Ich kann von jedem etwas lernen“

Moderator Ingo Marx schaut auf 5 Jahre ERF Jess Talkwerk zurück und lädt zum Live-Event Talkwerk Special ein.

Fünf Jahre, über 400 persönliche Geschichten, unzählige bewegende Begegnungen: Im ERF Jess Talkwerk erzählen drei Gäste von ihrer persönlichen Geschichte mit Gott. Und das kommt an: Mittlerweile hat sich das ERF Jess Talkwerk als eine der persönlichsten Sendungen im christlichen Medienbereich etabliert.

Mittendrin ist seit dem ersten Tag Ingo Marx. Als Moderator öffnet er den Raum, damit die Gäste ihre Geschichte mit dem Publikum teilen. Anlässlich von fünf Jahren Talkwerk haben wir die Rollen getauscht und ihn selbst einmal interviewt. Er spricht über Gäste, deren Geschichte ihn ganz besonders bewegt haben, über Momente, die er nie vergessen wird, und über das, was ihn selbst trägt.
 

ERF: Das Talkwerk feiert in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen. Du bist von Anfang an als Moderator dabei: Was macht dir an deinem Job besonders Spaß?

Ingo Marx: Ich finde es ein unbeschreibliches Vorrecht, so viele Menschen zu treffen, die alle Jesus auf ganz individuelle Weise erlebt haben. Ich kann von jedem etwas lernen. Das weitet meinen Horizont und vertieft meinen eigenen Glauben. Besonders beeindruckt mich immer wieder, wie Menschen mitten in Schmerz und Leid ganz besonders Gottes Nähe erfahren haben.

Gott ist im Grenzbereich zu finden

ERF: Du sprichst mit Menschen über die intimsten Momente ihres Lebens – Krisen, Verlust, Glaubenserfahrungen. Wie bereitest du dich innerlich auf solche Gespräche vor?

Ingo Marx: Zum Glück steht mir eine großartige Redaktion zur Seite, die erste Vorgespräche mit den Gästen führt und mir alle wichtigen Informationen zur Verfügung stellt. Das ist die Grundlage.

Ich versuche dann, mich den Gästen und ihren Geschichten nicht nur sachlich, sondern auch emotional zu nähern und mich selbst von ihrer Geschichte berühren zu lassen. Und ganz ehrlich: Bei aller Erfahrung und Routine bringt mich das manchmal auch an meine Grenzen.

Vielleicht bin ich dann sogar für einen Moment an dem Ort, an dem die Menschen in ihrer Lebensgeschichte auch waren – im Grenzbereich. Aber genau dort ist Gott oft zu finden.
 

ERF: Wie schaffst du es, deinen Gästen in so kurzer Zeit das Gefühl zu geben, wirklich gehört zu werden?

Ingo Marx: Es würde mich sehr freuen, wenn das so ist. Wichtiger als einzelne Fragen ist es mir immer, Menschen zuzuhören und sie zu verstehen, um dann gezielt nachfragen zu können. Ich fürchte, das gelingt mir als Moderator oft besser als in den anderen Rollen meines Lebens.

Als Gastgeber im Talkwerk möchte ich nicht Interviewfragen abarbeiten, sondern meinen Gästen helfen, ihre Geschichten so zu erzählen, dass zwischen ihnen und unserem Publikum genauso eine echte Begegnung stattfindet wie bei uns im Studio. Natürlich ist da bei mir viel Intuition im Spiel. Aber ich hoffe, dass in dieser Intuition Gottes Geist wirkt. Das ist mein Gebet.

Legendäre Momente aus 5 Jahren Talkwerk

ERF: In den letzten fünf Jahren haben wir im ERF Jess Talkwerk über 400 Geschichten erzählen dürfen. Welche davon hat dich besonders bewegt?

Ingo Marx: Das sind so viele. In den letzten Monaten haben mich vor allem die Berichte von Nelli und Delia Walter bewegt. Nelli ist als junge Frau vergewaltigt worden. Dabei wurde sie schwanger. Delia ist die Tochter, die bei dieser Vergewaltigung gezeugt wurde, und heute selbst erwachsen. Wenn solche Frauen trotz allem sagen können, dass sie sich als Gottes geliebte Kinder sehen, dann ist das schon etwas Besonderes.
 

ERF: Gibt es einen Moment in einer Sendung, den du nie vergessen wirst, vielleicht weil er dich selbst überrascht oder aus der Fassung gebracht hat?

Ingo Marx: Ich habe so manchen legendären Moment auf meiner inneren Festplatte abgespeichert. Zum Beispiel die Sendung mit dem Schauspieler Markus Majowski. Wir kannten uns bereits vorher, hatten vorher schon gemeinsame Drehs und Interviews.

Im Talkwerk aber hat er meine Moderationsfähigkeiten auf eine harte Probe gestellt: Zunächst mit der augenzwinkernden Bemerkung, dass ich ihm nicht so dumme Fragen stellen würde, wenn ich ihm besser zugehört hätte. Gegen Ende der Sendung drehte er dann den Spieß um und stellte mir theologische Fragen. Markus hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Manche Kommentatoren bei YouTube zeigten echtes Mitleid mit dem „armen Moderator“. Falls du das mal liest, Markus: Ganz liebe Grüße!

Gott führt weiter

ERF: In der Livesendung Talkwerk Special im Mai reden wir darüber, wie Gott auch nach der Ausstrahlung der Sendungen im Leben der Gäste weiter gewirkt hat. Hast du auch schon mal erlebt, dass Gott mit deiner Geschichte und dir weitergegangen ist?

Ingo Marx: Oh, jetzt wird aber persönlich, typisch Talkwerk halt … Bevor ich im Jahr 2000 zum ERF kam, habe ich eine tiefgreifende Krise durchlebt. Und dann habe ich erlebt, wie Gott mit mir Schritt für Schritt neue Wege gegangen ist. Im Rückblick kann ich darüber nur staunen.

Ohne diese Krise und Gottes Neuanfang mit mir hätte ich heute wahrscheinlich weder meine wundervolle Familie noch würde ich beim ERF arbeiten und das Talkwerk moderieren.
 

ERF: Auf was freust du dich in der Livesendung besonders?

Ingo Marx: Ich freue mich darauf, ehemaligen Gästen wieder zu begegnen und zu hören, wie es in ihrem Leben weiterging. Und ich freue mich, mit unseren Zuschauerinnen und Zuschauern ins Gespräch zu kommen. Dadurch dass wir live sind, kann jeder uns seine Fragen schicken und eigene Erlebnisse teilen. Besonders interessiert mich natürlich, ob und wie unsere Sendung Menschen ermutigt oder ihren Glauben gestärkt hat. Dann können wir gemeinsam feiern, wie Gott wirkt.

Keine fromme Theorie, sondern echte Geschichten

Wenn du einem Menschen, der das Talkwerk noch nie gesehen hat, in einem Satz erklären müsstest, warum er es sich anschauen soll – was würdest du sagen?

Ingo Marx: Wenn du keine fromme Theorie hören willst, sondern echte Geschichten von Menschen, die der Glaube im Alltag wirklich trägt, führt am ERF Jess Talkwerk kein Weg vorbei.
 

ERF: Was wünschst du dem Talkwerk für die nächsten fünf Jahre?

Ingo Marx: Dass es uns als Team gelingt, mit der Sendung nah am Alltag der Menschen zu bleiben und nah bei Gott. Denn das Entscheidende kann nur er tun. Nur er kann bewirken, dass Menschen ihm durch das Talkwerk begegnen.

ERF: Vielen Dank für das Interview.
 

Wer mehr erleben möchte: Am 5. Mai um 20:30 Uhr lädt ERF Jess zu Talkwerk Special ein. In der Livesendung erzählen drei ehemalige Gäste, wie Gott auch nach der Ausstrahlung in ihrem Leben weitergewirkt hat. Link zum Livestream abspeichern, Termin merken und dabei sein!
 

Autor/-in: Regina Meißner

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