24.03.2025 / Andacht
Gott, warum hast du das zugelassen?
Warum es keine Garantie für ein sorgenfreies Leben gibt, aber Gottes Güte auch im Leid erfahrbar ist. Eine Andacht.
Mein Handydisplay leuchtet auf – ich habe eine neue Nachricht bekommen: „Deine Tante ist heute Mittag gestorben.“ Ich hatte zuvor schon geahnt, dass sie bald sterben könnte, denn sie hatte Krebs. Jetzt, wo es so weit ist, tut es einfach weh. Ich denke an all das Schwere, was in letzter Zeit passiert ist: Nur ein Jahr zuvor ist meine Cousine, ihre Tochter, nach langem Kampf gegen den Krebs gestorben.
Viele Menschen in meinem Umfeld wurden in den letzten Jahren sehr krank. Sie verloren an Lebensqualität und leiden nun täglich an den Folgen ihrer gesundheitlichen Einschränkungen.
Die Sehnsucht nach einem Leben ohne Leid
Ich weiß nicht, ob du schon einmal mit dem Tod eines geliebten Menschen, einer schweren Krankheit oder einem anderen tragischen Ereignis konfrontiert warst. Wenn ja, kannst du meine Gedanken wahrscheinlich nachempfinden. Dann fragst du dich vielleicht wie ich: „Gott, warum ist das passiert?“ Ich hadere mit dem Leid. Damit, dass so viele Menschen ein schweres Leben mit Krankheit und Schicksalsschlägen durchmachen.
In mir ist ein Teil, der sich danach sehnt, dass das Leben gut und lang ist. Dass es erfüllt ist von Freude, Gesundheit, guten Beziehungen, sinnvoller Arbeit und bedeutenden Momenten. Dieser Teil in mir hat Gott schon oft gefragt, warum er etwas Schlimmes nicht verhindert hat.
Leid ist unvermeidbar
Gleichzeitig ist mir klar, dass Gott mir keine Garantie für ein sorgenfreies Leben mit einem Highlight nach dem anderen gibt. Wenn ich in die Bibel schaue und vom Leben anderer Gläubiger in Generationen vor mir lese, merke ich, dass auch ihre Leben nicht ohne Schwierigkeiten verliefen.
Über die Schwere des Lebens dachte schon der König Salomo vor etwa 3 000 Jahren nach. Er hielt seine Erkenntnisse im biblischen Buch Prediger fest. Salomo hatte als König von Israel genau im Blick, wie die Menschen im Land lebten. Er sah, wie sich viele abmühten, um ihr Überleben zu sichern. Und er sah auch diejenigen, denen es sehr gut ging. Egal ob reich oder arm – eins hatten alle gemeinsam: Irgendwann durchlebten sie schwere Zeiten.
Diese Erkenntnis klingt ziemlich deprimierend. Egal, was ich mache, wie viel Geld ich habe oder wie bewusst ich mein Leben führe – ich kann manches Leid nicht verhindern. Ich habe es einfach nicht in der Hand. Niemand hat das.
Gott ist der Geber guter Gaben – selbst im Leid
Aber Salomo bleibt bei diesem deprimierenden Gedanken nicht stehen. Denn er rechnet mit demjenigen, der alles in der Hand hat – Gott. In Prediger 5,17-19 führt er aus: „Eines habe ich begriffen: Das größte Glück genießt ein Mensch in dem kurzen Leben, das Gott ihm gibt, wenn er isst und trinkt und es sich gut gehen lässt bei aller Last, die er zu tragen hat. Das ist der Lohn für seine Mühen. Wenn jemand es zu Reichtum bringt und sich an seinem Besitz erfreuen kann, dann hat er das Gott zu verdanken. Ja, die Früchte seiner Arbeit zu genießen, das ist Gottes Geschenk! Denn wessen Leben Gott mit Freude erfüllt, der denkt nicht viel darüber nach, wie kurz es eigentlich ist.”
Für mich machen Salomos Erkenntnisse klar: Ein Leben ohne Mühen, Schmerz und Verlust gibt es nicht. Aber es gibt einen Gott, der uns unabhängig von allem Leid das Leben und gute Gaben schenkt.
Der konkret segnet: Mit gutem Essen, lieben Menschen und schönen Dingen zum Genießen wie Musik, Kunst und Natur. In guten und in schweren Zeiten darf ich das, was ich habe, aus Gottes Hand dankbar annehmen.
Die Freude am Leben wieder spüren
Ein besonders leckeres Essen gemeinsam mit einem lieben Menschen erinnert mich persönlich in dunklen Momenten an die schönen, hellen Seiten des Lebens. Es erfüllt mein Herz wieder mit Dankbarkeit und Freude. Dann spüre ich neu: Ich habe mein Leben nicht in der Hand, sondern Gott hält mich in seiner Hand – und das ist gut so!
Vielleicht ist es bei dir nicht das gute Essen in Gemeinschaft, aber etwas anderes, was dir in schweren Zeiten hilft, deinen Blick auf Gottes Güte zu richten? Was erinnert dich an die hellen Seiten des Lebens – gerade mitten im Leid? Teile es uns gerne mit.
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