27.02.2022 / Zum Schwerpunktthema

Gott verlieren, Gott wiederfinden

Es ist möglich und gut, Gott wiederzufinden, ohne die Errungenschaften der Moderne aufzugeben.

Wohin wenden Sie sich, wenn es Ihnen nicht gut geht und Ihr Leben kräftig aus dem Ruder läuft? Ich glaube, die meisten Menschen haben von klein auf gelernt, für sich selbst zu sorgen, auch ich: Es ist mein Leben, ich habe die Kontrolle, und ich bin gefordert, bei Problemen eine Lösung zu finden oder wenigstens Hilfe zu suchen. Immer bin ich der Steuermann meines Lebens.

Das ist in der Menschheitsgeschichte eine relativ moderne Idee. Noch im Mittelalter waren die Menschen überzeugt, dass ein anderer die Kontrolle über ihr Leben hätte. Der Fürst in der Burg auf dem Hügel vielleicht. Und auf jeden Fall Gott im Himmel.

Diese Zeiten liegen hinter uns, in vielerlei Hinsicht: Zum Glück! Aber der moderne Mensch hat sich nicht nur von seinen Fürsten gelöst, sondern oft von Gott gleich mit. Und damit haben wir einen Anker unseres Lebens verloren: die Gewissheit, dass wir von Gott geschaffen sind, geliebt sind und gehalten werden. Gerade Krisenzeiten lassen uns all das schmerzlich vermissen.

Aber man kann Gott nicht nur aus dem Blick verlieren, man kann ihn auch wiederfinden. Beides haben Menschen in der Antike schon so erlebt, so wie es zum Beispiel im Buch Jesaja beschrieben wird, wo ein ganzes Volk zu Gott betet: „Herr, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk!“ (Jesaja 64,7).

Ich glaube, es ist gut, Gott wiederzufinden, ohne die Errungenschaften der Moderne aufzugeben. Ich wünsche Ihnen jedenfalls, dass Sie Gott immer wiederfinden können. Dass Sie ihn neu als Anker Ihres Lebens entdecken und feststellen: Ich bin geschaffen! Ich bin geliebt! Ich bin gehalten!

Es wäre großartig, wenn unsere Medienangebote Ihnen dafür eine Hilfe sind. Wir bleiben in Verbindung!

Ihr

Dr. Jörg Dechert

Autor/-in: Dr. Jörg Dechert

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