Vom Frieden des Weihnachtspropheten
Frieden, Heil und Menschlichkeit - das ist die Vision des Propheten Sacharja, dessen Worte uns auch heute noch viel Mut machen können.
Frieden, Heil und Menschlichkeit - das ist die Vision des Propheten Sacharja, dessen Worte uns auch heute noch viel Mut machen können.
Gott spricht: Ich will euch trösten, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände. (Sacharja 8,13)
Der Prophet Sacharja, von dem sich unser Monatsspruch herleitet, ist ein rechter „Weihnachtsprophet“. Ihm ging es nicht allein um den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem nach dem Babylonischen Exil, sondern ebenso und vor allem um die erneute Hinwendung seines Volkes Israel zu Jahwe. Die Vollendung des Tempelbaus steht für ihn in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Anbruch der Gottesherrschaft, dem Beginn der Heilsgeschichte. Darum weiß er sich beauftragt, seine Hörer zu einer inneren Umkehr zu Jahwe zu ermahnen.
Sacharjas Vision: Frieden, Heil und Menschlichkeit
Der Anspruch des Sacharja-Buches ist also ein universeller: Der Friede, der am Ende der Zeiten in Jerusalem Einzug halten soll, ist ein Frieden für alle Völker. Jerusalem als Stadt des Friedens, des Heiles und der Menschlichkeit – das ist die Sacharja-Vision.
Etwa zwei Jahre lang ist Sacharja in Jerusalem als Prophet aufgetreten. Er stammte aus priesterlichem Geschlecht und war wohl ebenfalls Priester. Kapitel 8 enthält eine lange Reihe verschiedenartiger Heilsworte, zu denen auch unser Monatsspruch für den Weihnachtsmonat gehört. Gott wird wieder in Zion wohnen, er wird trösten und segnen, und alle, von den kleinen Kindern bis zu den Alten, sollen am Heil teilhaben und darum selbst ein Segen sein. Die noch in der Ferne sind, im Exil, kommen zurück und „Gott sät Wohlstand aus“. Jerusalem wird wieder der Mittelpunkt: „Es werden viele Völker und mächtige Nationen kommen, den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen“.
Es kennzeichnet die Art Sacharjas (oder seines Redakteurs), dass die Verheißung nicht ohne Mahnung abschließt: „Fürchtet euch nicht und stärkt eure Hände“. Die Einheitsübersetzung sagt es so: „Und wie ihr, Haus Juda und Haus Israel, ein Fluch unter den Völkern gewesen seid, so werde ich euch erretten, damit ihr ein Segen seid. Fürchtet euch nicht! Macht eure Hände stark!“
Mut für das Volk Gottes
Diesen Zuspruch hatte das Volk bitter nötig, denn die Lage der Zurückgekehrten war alles andere als rosig. Man war außerhalb Jerusalems seines Lebens und Besitzes nicht sicher. Die feindlichen Nachbarn, Philister, Ammoniter, Edomiter, suchten auf jede Weise den Juden die Heimkehr zu verleiden. Dazu kamen die Streitigkeiten unter den Heimgekehrten selbst nicht zur Ruhe, die wohl besonders mit der Neuverteilung des Grundbesitzes zusammenhingen. Aber all diese Not wird sich wenden. Die Rede schließt mit der Verheißung, dass das Volk aus einem Fluch unter den Völkern zu einem Segen werden soll, d.h. wenn jemand dem anderen wünscht: „Gott tue dir wie Juda“, so wird das einen Segen und keinen Fluch mehr bedeuten.
„Ich plane das Leben und nicht den Tod.“
Kürzlich las ich den Bericht von einer 18-jährigen Abiturientin, die schwer an Magen- und Leberkrebs erkrankt ist. Für die Medizin ein hoffnungsloser Fall. Doch die Ärzte irren sich. Kirstin nimmt sich vor, anderen Menschen Mut zu machen. Resignieren, aufgeben – das ist nicht ihr Ding. Im Gegenteil: Sie will die Krebsforschung an der Klinik in Freiburg unterstützen. Unermüdlich bastelt und stickt sie Bänder, Schleifen, Weihnachtskarten, die sie ebenso wie die von ihr so geliebten „Lebensblätter“ verkauft. Innerhalb kurzer Zeit kann sie 30 000 Mark an das Forschungszentrum der Klinik überweisen. Um zusätzlich Spenden zu sammeln, setzt sie alle Verwandten, Bekannten und Freunde in Bewegung. Innerhalb von zwei Jahren kommen mehr als eine Million Mark zusammen. In ihr Tagebuch notiert Kirstin: „Ich will nicht permanent in den Kissen sitzen, ich kann genauso gut etwas tun und meine Zeit, die mir noch verbleibt, sinnvoll nutzen. Ich plane das Leben und nicht den Tod.“ Anschaulicher lässt sich wohl kaum beschreiben, wozu Sacharja sein Volk ermuntert: „Fürchtet euch nicht und stärkt eure Hände. Ihr sollt ein Segen sein“.
Mut für uns heute
Ich weiß nicht, ob oder wo Sie das Dunkle in Ihrem Leben zur Zeit erleben. Vielleicht ist es eine schwer zu verkraftende Diagnose, ein schmerzhafter Abschied oder wirtschaftliche Not. An schlimmen Prognosen herrscht ja zur Zeit kein Mangel. Da könnten wir schon in Depression verfallen – oder uns auf den Berg führen lassen und auf den hören, der uns zuruft: „Fürchtet euch nicht!“ Wenn wir das mitnehmen in unseren Alltag, können wir zu Lichtblicken werden für andere, indem wir Mut machen und Zeichen der Hoffnung setzen, indem wir helfen, wo wir es können.
Im Refrain eines Weihnachtsliedes heißt es: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht traurig sein.“ Und am Schluss des Liedes sagt der Verfasser: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht endlos sein.“ Das sind Lichtblicke, die uns das ewige Licht zeigen, auf das wir an Weihnachten zugehen.
Foto: danielpt, sxc.hu
Autor: Helga Lampe
Leserbrief zu diesem Beitrag
- Von Angelika Dörre am 01.01.2010, 16:14 Uhr.
- Es heißt in diesem Text, dass die, die im Exil sind, also weit weg, zurückkommen werden. Das betrachte ich als Gleichnis. Denn heute können nicht alle buchstäblich in das "Land" zurückkommen. Überall auf der Welt haben Menschen die Gelegenheit, zurück zu kommen zum Herrn, zu seiner Gemeinschaft, jedoch im geistigen Sinne.
- Von johanna am 02.12.2009, 13:11 Uhr.
- Ich bewundere die Junge Frau das sie nicht den mut verliert sondern. Ich hab zu zeit auch körperliche beschwerden aber ich will den mut auch nicht verlieren weil jesus mich trägt und mir hoffnung gibt. ich weiß das er alles zum guten leitet. eine schöne weihnachtszeit.
- Von HeHe am 01.12.2009, 8:37 Uhr.
- Vielen Dank für die Andacht!. Als ich heute Morgen den Monatsspruch las, sprang mir auch gleich das "Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!" ins Auge. Soviel Ermutigung - da wurde mir ganz warm ums Herz.
Dazu schwingt mir das Adventslied Seht die gute Zeit ist nah Gott kommt auf die Erde im Ohr.
Dunkelheit gibt es viel in unserer Welt - aber es gibt Jesus Zusage: Ich bin bei euch. Darauf verlasse ich mich und wage immer wieder Neuanfang.
Beeindruckend ist für mich der Mut und die Kraft der jungen krebserkrankten Frau. Solche Glaubenszeuginnen machen mir immer wieder Mut weiterzugehen.




