Portrait

Ein Leben wie in einem Horrorfilm

Durch Reiki bekommt Marion Hartmann scheinbar Kontakt zu Verstorbenen und Engeln.

Marion Hartmann fühlt sich wie in einem Horrorfilm. Wie konnte das passieren? Sie hatte sich so sehr gewünscht, mit Jesus und Engeln reden zu können. Und jetzt hat sie das Gefühl, von Dämonen bedrängt und missbraucht zu werden.

Marion Hartmann (Foto: ERF Medien)
Marion Hartmann (Foto: ERF Medien)

Ihre Neugierde auf die unsichtbare Welt wurde geweckt, als die Mitarbeiterin eines Maniküre Studios ihr anbietet, für sie aus dem Kaffeesatz zu lesen. Eigentlich hält Marion das für Humbug, doch sie lässt sich überreden. Was die Frau ihr über die Zukunft sagt, gefällt ihr. Sie spricht von einem neuen Partner, von Glück in der Liebe. Wieder zu Hause schaltet Marion den Fernseher ein und schaut Astro TV. Die ganze Materie fasziniert sie immer mehr. „Ich hab gestaunt und gedacht: Wow, da hat man ja wirklich die Möglichkeit, mit Jesus, Engeln und Verstorbenen in Kontakt zu kommen. Das fand ich toll und hab auch nichts mehr hinterfragt. Ich wollte das unbedingt auch können.“ Ein paar Mal ruft sie auch in der Sendung an und lässt sich beraten. Ihre Neugier wird immer größer.

Eine Freundin empfiehlt ihr einen Laden, in dem man Heilsteine kaufen kann. Marion geht dorthin und kommt mit der Inhaberin ins Gespräch. „Diese Frau kannte mich nicht, aber sie hat mir plötzlich Dinge gesagt aus meiner Familie, die sie gar nicht wissen konnte. Ich habe dann gefragt, woher sie das weiß und sie meinte nur, sie hätte Kontakt in die geistige Welt.“

Aus Neugierde wird Angst

Marion ist sofort Feuer und Flamme. Hier scheint sie an der richtigen Adresse zu sein. „Ich habe sofort gefragt was ich tun muss, um das auch zu können, und sie sagte mir, dass ich eine Weihung im Kundalini-Reiki brauche, die sie mir geben könne“.

Gesagt getan, sie vereinbart sofort einen Termin um diese Weihung zu bekommen. „Wir sind dann in ein Hinterzimmer gegangen. Das war recht dunkel, nur ein paar Kerzen haben gebrannt. Ich musste mich auf eine Liege legen und sie hat dann Steine aufgelegt, die zu bestimmten Chakren gehören sollten. Dabei hat sie Meister und Engel gerufen.“

Doch am Ende sagt die Frau zu ihr, die Weihung habe nicht wirklich geklappt, weil Marions Seele das nicht gewollt habe. Sie empfiehlt ihr eine andere Frau aus Bayern. Dieses „Medium“ habe viel größere Gaben und sie könne die Weihung bei ihr schaffen.

Enttäuscht geht Marion nach Hause. Doch als sie abends im Bett liegt, spürt sie plötzlich eine unheimliche Macht, die sie regelrecht vergewaltigt. Sie ist entsetzt und hilflos. Tagelang geht es so. „Es waren real spürbare sexuelle Übergriffe. Ich hatte panische Angst.“

„Ich dachte, die Übergriffe gehören dazu“

Marion sucht Hilfe bei dem empfohlenen „Medium“. Die Frau scheint nicht überrascht zu sein von ihren Schilderungen und meint nur, sie brauche eine Ablösung von den Geistern, die sie angreifen würden. „Ich habe auch gefragt, warum diese Angriffe sexueller Art sind, und sie sagte, das müsse etwas aus meiner Vergangenheit sein, da sei ein Mann, der sehr wütend auf mich sei wegen einem Vorfall in meiner Kindheit. Und da war tatsächlich früher mal ein Mann, der versucht hat, mich zu vergewaltigen und der schon vor einiger Zeit gestorben war.“

Marion Hartmann will trotzdem auf ihrem eingeschlagenen geistlichen Weg bleiben. Ihre neuen Freunde aus der Esoterik bestärken sie darin. Das „Medium“ erklärt Marion sogar, dass sie auch ein Medium sei, dass sie sehr stark heilende Hände hätte, viele Gaben und Fähigkeiten, dass sie nun auch mit Gott, Jesus und Engeln reden könne. Marion ist glücklich, genau das wollte sie: Mit Jesus reden. Sie kann es kaum erwarten, bis es soweit ist.

„In der Zeit dachte ich, die Übergriffe gehörten irgendwie dazu und ich würde schon lernen, damit umzugehen. Immer wieder habe ich neue Weihungen bekommen und brauchte dann aber auch immer wieder neue Ablösung von Dämonen. Das hat natürlich alles immer viel Geld gekostet und nie auf Dauer Hilfe gebracht.“

Den Geistern hilflos ausgeliefert

Marion Hartmann geht es immer schlechter. Körperlich und psychisch ist sie am Ende. Nachts bekommt sie kaum noch Schlaf und auch tagsüber spürt sie die Übergriffe. Das „Medium“ will Marion Hartmann immer wieder von den Geistern ablösen, aber der Erfolg währt jedes Mal nur kurz. Dann macht diese Frau eine Aussage, die Marion schockiert: „Sie meinte, dass meine Seele nicht ins Licht möchte, nicht zu Gott und Jesus, sondern nur auf der dunklen Seite bleiben will. Sie könne daran nichts mehr machen, sie hätte alles versucht und könne mir nicht mehr weiterhelfen. Ich wusste vor lauter Enttäuschung nicht mehr, was ich machen sollte, weil ich so gerne mit Jesus reden wollte. Die geistlichen Angriffe wurden immer schlimmer. Ich ging mit meiner Cousine auf den Friedhof, um nach dem Grab ihrer Oma zu schauen. Da habe ich plötzlich lauter Hände an meinem Körper gespürt, die nach meinen Organen griffen.“

Verzweifelt versucht Marion Hartmann, alle Methoden auf sich anzuwenden, die sie inzwischen in der Esoterik gelernt hat,. Vergeblich. Der Horror beginnt immer wieder von vorne. Neben den nächtlichen Angriffen, die sie als dämonisch empfindet, spürt sie immer mehr Geister, die sich als Engel oder Verstorbene vorstellen.

„Ich habe mit jemandem gesprochen, den ich für den Erzengel Michael hielt. Ich habe ihm Fragen gestellt und er hat sie mir alle beantwortet. Andere Geister haben sich als Verstorbene vorgestellt, das war dann auch immer sehr emotional. Diese Geister haben meinen Körper benutzt für das, was sie tun wollten. Einmal habe ich meine Mutter umarmt, weil angeblich meine Oma ihre Tochter umarmen wollte. Das war für meine Mutter eine ganz skurrile Situation. Manchmal haben die Stimmen mich dazu verleitet etwas zu tun, zum Beispiel Lotto zu spielen. Als ich dann nichts gewonnen habe, lachten sie mich aus und sagten, sie hätten mich verarscht. Das „Medium“ meinte dazu nur, ich müsse den Unterschied zwischen göttlichen und dämonischen Botschaften lernen.“

Ärzte und Psychiater können nicht helfen

Marions ganzes Wesen verändert sich. Sie ist aggressiv, für ihre Familie kaum noch zu erreichen. Ihre Mutter bekommt es regelrecht mit der Angst zu tun, hat das Gefühl bei Marion etwas Bösartiges zu spüren, wie einen kalten Hauch. Auch Marion spürt, dass sie nicht mehr sie selbst ist. „Ich lief rum wie ein Zombie mit Augen, die anderen Angst einjagten.“ Immer öfter hat sie jetzt Selbstmordgedanken.

Irgendwann hält sie die Situation nicht mehr aus und lässt sich in die Psychiatrie einweisen. Dort wird sie zwar ausgiebig untersucht und bekommt Medikamente, um zur Ruhe zu kommen, aber wirklich helfen können ihr die Ärzte nicht.

„Ich hatte panische Ängste. Ich dachte, was habe ich da nur getan. Ich hatte mich ja nicht nur mit dunklen Mächten eingelassen, sondern durch mein Verhalten auch sehr viele Menschen verletzt. Ich hab mich so schuldig gefühlt und dachte, das kann Gott mir niemals vergeben. Auch weil dieses ‚Medium‘ gesagt hat, dass meine Seele nicht ins Licht will. Ich dachte, wenn ich sterbe, lande ich in der Hölle und werde für alle Ewigkeit von den Dämonen weiter gefoltert und gequält. Ich bin fast durchgedreht bei diesem Gedanken.“

„Ein Gebet, eine Entscheidung und ich war frei.“

Ihr letzter Strohhalm ist ein Pfarrer. Völlig aufgelöst und weinend sitzt sie vor ihm und erzählt ihre Geschichte. Der hört ihr zu und erklärt ihr ganz ruhig, dass es Rettung für sie gibt und Erlösung von den Qualen. Er sagt, dass durch Jesus alles vergeben werden kann, was sie getan hat, und er ermutigt sie, Jesus direkt um Vergebung zu bitten. „Einfach so mit Jesus reden? Das war ja das, was ich die ganze Zeit wollte. Aber ich hatte ja überhaupt keine Ahnung von Gott oder wusste, wie man betet. Also hat der Pfarrer mir geraten, für den Anfang immer wieder Psalm 139 zu lesen, das ‚Vater unser‘ und das ‚Glaubensbekenntnis‘ zu beten. Und ich habe mir auch ein Buch mit 365 Gebeten gekauft, für jeden Tag eins. Ich war so voll mit allen möglichen Lehren und esoterischen Formulierungen, dass ich echt eine Leitplanke zum Beten brauchte.“

Außerdem beginnt Marion Hartmann, die Bibel zu lesen. Sie spürt, dass ihr diese Worte gut tun. Sie ist begeistert, als sie von Maria Magdalena liest und dass Jesus sie von sieben Dämonen befreit hat (Lukas 8,2). Sie hat das Gefühl, sich mit ihren Erfahrungen in dieser Frau wiederzufinden. So beschließt Marion, auch diesem Jesus zu vertrauen, der offenbar stärker ist als alle bösen Geister. In einem schlichten Gebet mit dem Pfarrer sagt sie sich von allen bösen geistlichen Mächten los. „Ich dachte, da muss irgendwie ein großer Exorzismus passieren, aber tatsächlich war es ganz unspektakulär. Ein Gebet, eine Entscheidung und ich war frei.“

Ein völlig neues Leben

Heute tut Marion Hartmann jeden Tag das, was sie sich so lange verzweifelt gewünscht und in der Esoterik nie erlebt hat: Sie redet mit Jesus. Und das ganz ohne Weihungen, spirituelle Rituale oder Umwege über Engel. „Ich weiß heute, dass ich einfach mit Jesus reden kann wie mit einem Freund. Und das ist er auch – mein bester Freund, mein Retter, mein Erlöser. Wenn ich jetzt bete, habe ich einen wunderbaren Frieden in mir. Da ist Ruhe und Liebe, wie ich sie in der Esoterikzeit nie erlebt habe. Da gab es nur Kälte, Angst, Unruhen, Zerstörung und Krankheit. Ich bete nur noch zu Jesus und weiß, dass mir nichts mehr passieren kann. Ich rufe keine Engel mehr. Engel sind gut, aber wir sollen sie nicht anbeten. Ich kann immer noch deutlich die Anwesenheit von geistlichen Wesen spüren, positiv wie negativ. Aber das Dunkle hat keine Macht mehr über mich“.

„Ich weiß heute, dass ich einfach mit Jesus reden kann wie mit einem Freund. Und das ist er auch – mein bester Freund, mein Retter, mein Erlöser.“ (Marion Hartmann)
 

Seit ihrer Entscheidung für Jesus haben die unheimlichen Übergriffe aufgehört. „Ich erlebe jeden Tag ganz konkret, dass ich nicht nur zu Jesus rede, sondern dass er mir auch antwortet. Seine Stimme ist nicht kalt und fordernd, wie die der Dämonen, sondern sanft und liebevoll. Ich erlebe, wie er mir im Alltag beisteht und mich niemals verarscht, wie die Geister. Ich freu mich jeden Tag und danke Jesus dafür, dass er mich wirklich frei gemacht hat. Ich liebe ihn wirklich von ganzem Herzen. Ich spüre auch seine Anwesenheit und das ist wunderschön.“


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