Andacht

Bleib dran!

Warum es sich lohnt, auch in schwierigen Situationen am Glauben festzuhalten. Eine Andacht zum Monatsspruch März.

„Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe!“ (Johannes 15,9)

Da ist er nun: der Vers, der mich – laut den Herrnhuter Losungen – im Monat März begleiten soll.

Beim ersten Blick auf diesen Monatsspruch bleibt zunächst das Ausrufezeichen in meinen Gedanken hängen. Schwingt da etwa ein drohender Unterton mit? Meine Überlegungen gehen in die Richtung: Eine Verheißung wäre mir lieber. Eine Zusage, an die ich mich klammern kann. Die mich beruhigt, mir bestätigt, dass alles gut wird. Stattdessen eine Aufforderung, eine Anweisung. Ein Befehl. Eine Drohung?

Ich lese den Vers im Zusammenhang. In den ersten 8 Versen von Johannes 15 ist vom Weinstock die Rede. Jesus gebraucht ein Bild aus der Natur – er vergleicht sich mit dem Weinstock und die, die zu ihm gehören, mit den Reben, die ohne Weinstock keine Lebensgrundlage haben.

Klar, eine Pflanze ohne Wurzel ist verloren, haltlos, nicht lebensfähig. Doch eine Rebe, die fest mit dem Weinstock verbunden ist, wird von diesem mit allem versorgt, was sie zum Grünen, Blühen und Frucht bringen braucht. Das leuchtet mir ein.

Gottes Liebe ist die Grundlage für mein Durchhalten

Ich muss mich entscheiden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ich bin mit dem Weinstock, also mit Jesus Christus, verbunden oder eben nicht. Jesus selbst fordert mich dazu auf, mit ihm in Verbindung zu bleiben. Dranzubleiben. Nicht wegzurennen und mir vorzumachen, dass es mir anderswo besser gehen könnte oder dass ich ihn nicht brauche. Die Beziehung zu ihm soll ich nicht auf die leichte Schulter nehmen oder irgendwann ganz vernachlässigen.

Beim zweiten Blick fällt mir die Aussage auf, die Jesus macht, bevor er mir eine Anweisung gibt: „Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch.“ Aha. Da habe ich doch eine Grundlage. Das ist die Voraussetzung dafür, dass mein Leben gelingen kann. Sie wurde geschaffen, noch bevor ich mich entschieden habe, eine „Rebe am Weinstock“ zu werden. Jesus lädt mich ein, ihm zu folgen. Seine Liebe anzunehmen und nie wieder loszulassen.

Diese Liebe ist die Wurzel, die mich hält und trägt. Wenn ich dranbleibe.


Kommentare

Von Gast am .

Der Weinstock und die Reben, genauso ist es, ohne Jesus und seinem Vater bekommt man keine (neue) Kraft. Deshalb ist es notwendig jeden Tag seine Worte zu lesen, sich (wieder) aufbauen zu lassen und im Glauben zu wachsen.

Von Simon U. am .

Sehr schön danke, Gottes Segen

Von Annett am .

Hallo Susanne,
Dein Problem lässt sich doch ganz leicht lösen.du schreibst ,dass du ausschließlich durch Christen bedrängt wirst.
Es verlangt kein Mensch ,dass du den Kontakt zu genau diesen Leuten aufrecht erhält.
Was hält dich bei genau diesen Leuten ? Was bringen dir die Leute ? Offensichtlich nur Ärger und Kummer.
Dann verstehe ich nicht weshalb du nicht den radikalen Schnitt machst.schau was DIR guttut ! Jesus will nicht dass es dir schlechtgeht.dazu musst aber Du auch eine Entscheidung mehr

Von Annett am .

Ich möchte noch bemerken ,dass ich kein Mensch bin der sich in einer Opferrolle suhlt,oder denke dass ich ständig benachteiligt werde,andere schuld sind oder jammere dass es anderen besser geht.
Es sind tatsächlich Situationen mit denen ich real konfrontiert werde und herausgefordert werde.

Von Anthony am .

Hallo Susanne, ich weiß natürlich jetzt recht wenig, wie Du "verdammt" wirst und was genau die Christen in Deinem Umfeld mit Dir machen, aber ich möchte gerne auf Deine Frage eingehen. "Warum kann ich kein ruhiges Christenleben führen?" Unabhängig von Deiner persönlichen Situation ist dazu grundsätzlich folgendes zu bedenken. Ich habe dieses Thema auch schon mal in einem Kommentar bei einer anderen Andacht beschrieben. Leider muss ich sagen, dass folgendes Thema in vielen Kirchen kaum von der mehr

Von Susanne am .

Liebe Annett, lieber Anthony,
mir geht es ähnlich. Bevor ich richtig aufstehen kann, kommt schon der nächste Schlag. Oft kann ich gar nichts dafür, aber jetzt werde ich pauschal "verdammt", weil es immer mich trifft, d.h. irgendwie muss ich ja wohl schuld sein. Hiob 12,5 nennt das: "ein Stoß denen, deren Fuß wankt!".
Ich versuche jetzt die Flucht nach vorne, hin zu Gott. Noch näher zu ihm, dem einzigen, der mir helfen kann. Dabei habe ich mein Leben schon ganz auf ihn ausgerichtet. Und wenn ich mehr

Von Anthony am .

Das klingt sehr heftig, was Du gerade durchmachen musst. Es gibt verschiedene Berichte in der Bibel von Menschen die gewaltige Krisen erlebt haben, aber eine Sache haben all diese Erlebnisse gemeinsam. Gott möchte unser ganzes Herz. Ich weiß natürlich nicht ob es auf Dich zutrifft, aber oftmals ist es doch so, dass unser Herz viel mehr an anderen Dingen hängt als an Gott. Wir erwarten von Menschen oder auch materiellen Dingen eine Erfüllung in unserem Leben, die wir eigentlich nur bei ihm mehr

Von Annett am .

Jeden Tag kommen neue massive Probleme dazu wenn ich am Boden liege und wieder aufstehen will kommt der nächste Knüppel ich kann nicht mehr

Von Anthony am .

Hallo Annett, um eine vernünftige Antwort geben zu können, müsste ich fragen warum Du dich nicht getragen fühlst. Also Was ist das für ein Kampf den Du kämpfst? Ich hoffe es ist Dir möglich hier etwas davon zu erzählen. Liebe Grüße Anthony

Von Annett am .

Wie fühlt sich das denn an wenn man von Gott gehalten und getragen wird .?
Ich bin auch Christ fühle aber in aller regel nichts.weder gehalten noch getragen.
Wie äußert sich das ? Für mich ist jeder Tag ein Kampf

Von Rosmarie S- am .

bei diesem artikel fällt mir das wort bzw
der satz von petrus ein: herr, wohin sollen wir denn gehen, wenn nicht zu dir selbst
oder mit dem letzten satz des artikels:
DIE LIEBE GOTTES IST DIE WURZEL, DIE MICH HÄLT UND TRÄGT; WENN ICH DRANBLEIBE:
DAS IST DIE ERFAHRUNG MEINES LANGEN LEBENS MIT GOTT:


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.