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Integration mutig weiter wagen

​​​​​​​Integration, die Herausforderung und Chance für Migranten und Christen.

Ermutigung zum Weitermachen, Migranten helfen und begleiten, das sollte der Integrationskongress 2018 auf dem Schönblick in Schwäbisch Gmünd bewirken. Viele Erfolgsgeschichten von christlich und politisch engagierten Menschen und Organisationen brachten Anregungen frischen Wind und neuen Mut in die Arbeit mit Migranten. Praktische Beispiele von einzelnen Helfern und von Gemeinden ermutigen nun zum Weitermachen.

Schaffen wir das? 

Nach dem anfänglich euphorischen „Wir schaffen das!“ ist bei vielen Ehrenamtlichen die Luft raus. Der Weg ist länger und arbeitsamer als ursprünglich gedacht. Motivation wich Frustration und gar Resignation –Umverteilung und Abschiebungen von Menschen sind hauptsächlich die Gründe. Der politische, mediale und gesellschaftliche Wind hat sich gedreht. Mit ständigen Diskussionen zu Abschiebung und der Schließung von Grenzen ist Unsicherheit und gar Unmenschlichkeit eingekehrt.

„Migranten brauchen nach wie vor unsere Hilfe. Christen sollten nicht aufgeben...“

 

Klar wurde jedoch bei Referenten und Teilnehmern des Kongresses: Migranten brauchen nach wie vor unsere Hilfe. Christen sollten nicht aufgeben – Nachhaltigkeit und menschliches Miteinander ist sind nach wie vor angesagt.

Wann ist ein Neubürger integriert?

Fragen wie „Wann ist ein Neubürger integriert?“ warfen viel Diskussionsbedarf auf. Die Definitionsversuche von Integration zeigten sich vielfältig: Die Spannweite reicht von Assimilation – total in unserer Kultur aufgehen – bis hin zur Parallelgesellschaft. Integration ist ein lang anhaltender Prozess, an dem sowohl wir als Gastgeber und aufnehmende Gesellschaft als auch die Neubürger ihren Anteil haben. Sprachentwicklung und Eingliederung sind wichtige Elemente. Der Prozess muss jedoch durch Freundschaften, Kirchenzugehörigkeit, Interesse am Staat und an der Kultur sowie durch konkrete Teilhabe am täglichen Leben vertieft werden. Hilfestellung und Ansagen, wie denn Integration aussehen solle, seien dazu unerlässlich. Das wurde in den Diskussionen deutlich.

„Mit derzeit 65 Millionen Flüchtlingen weltweit wird sich auch Europa langfristig den Herausforderungen stellen müssen“ (Richard Arnold, Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd)

Bei Fragen der Zusammenarbeit zwischen kommunalen und kirchlichen Gruppen sowie den Wohlfahrtsverbänden diente der Gmünder Weg als Vorbild für kommunales Integrationsmanagement. Der Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd Richard Arnold berichtete von Erfahrungen. Die Integrationsarbeit einer Stadt ist vielseitig und das lokale Netzwerk vielschichtig. Städte übernehmen hier oft die Rolle der Koordination und Moderation sowie die Initiierung lokaler Projekte. Schwäbisch Gmünd geht hier einen besonderen Weg. Aus dem ursprünglichen Gmünder Weg für Flüchtlinge wurde der Gmünder Weg für alle. Erfolgreiche Projekte und Konzepte aus der Flüchtlingsarbeit inklusive Beratungsleistung werden in Schwäbisch Gmünd nun für alle Neuzuwanderer angeboten.

Ergänzt wird diese Arbeit durch lokale Integrationsmanager, die der Pakt für Integration des Landes ermöglicht. Gepaart wird die Arbeit des Gmünder Wegs durch effektive Arbeit im Quartier; dort wo die Menschen ankommen und leben. „Der Rückblick in die Geschichte lehrt, dass Zeiten großen Wandels auch Zeiten großer Chancen sind. Dies ist die erste Generation, die Wanderungsbewegungen zu bewältigen hat. Mit derzeit 65 Millionen Flüchtlingen weltweit wird sich auch Europa langfristig den Herausforderungen stellen müssen“, so der Oberbürgermeister. Perspektiven und Grundfragen verschiedener Integrationsprojekte wurden von allen Beteiligten hinterfragt sowie eifrig und interessiert diskutiert.

„Neubürger sind keine Missionsobjekte“ (Yassir Eric)

 

Kongressleiter Kuno Kallnbach führte durch das Programm und war mehr als zufrieden mit der Annahme und Umsetzung des Kongresses. Neben ca. 400 Teilnehmern waren auch 40 Geflüchtete, die erst seit 3-4 Jahren in Deutschland angekommen sind, beim Kongress dabei. Sie beteiligten sich musikalisch, künstlerisch und mit Redebeiträgen. „Mit ihren Flucht- und Integrations- Erfahrungen bringen sie die besten Voraussetzungen zu Integrationsbegleitern mit“, so Yassir Eric vom Europäischen Institut für Migration und Islamfragen. Der Referent mit Migrationshintergrund fordert die Kongressteilnehmer auf, die Neubürger nicht nur als „Missionsobjekte“ zu sehen sondern in erster Linie als Menschen.

„Viele Muslime haben sich schon für eine Jesusbeziehung entschieden.“ (Yassir Eric)

Neben der praktischen Alltagshilfe sei aber die Verkündigung und Teilhabe am Evangelium ebenso dringlich: „Wir dürfen ihnen das Beste unseres Glaubens nicht vorenthalten, nämlich die Liebe füreinander. Die beiden Hände Christi sollten gemeinsam zupacken, segnend und helfend. Viele Muslime haben sich schon für eine Jesusbeziehung entschieden“, weiß Yassir Eric aus seinem vielfältigen Engagement für Migranten und deren Integration in die deutsche Gesellschaft. 

 


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