Humanitäre Hilfe Lesezeit: ~ 2 min

„Ein Zeichen der Dankbarkeit"

"Brot für die Welt" startet 60. Spendenaktion.

 

Am 1. Advent ist es wieder soweit – dann startet das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ seine jährliche Spendenaktion. Und das bereits zum 60. Mal. Brot für die Welt-Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel erinnert an die Anfänge der Aktion zu einer Zeit, als Deutschland die wirtschaftlichen Folgen des 2. Weltkriegs überwunden hatte: „Die evangelischen Kirchen und Freikirchen waren sich bewusst, dass nur dank der unglaublichen Hilfe aus dem Ausland Kirchengebäude erhalten werden konnten.“

Das Londoner Schuldenabkommen und der Marshallplan hatten dafür gesorgt, dass Deutschland schnell wieder wirtschaftliche Kraft gewann. „Jetzt ist die Zeit für ein Zeichen der Dankbarkeit“, war die Devise.
 

„Wir gehen nicht in die Länder und richten‘s“

Im Advent 1959 sammelten protestantische Christen im Osten und Westen Deutschlands gemeinsam 59 Millionen Mark. Eine enorme Leistung aus damaliger Sicht. Von Anfang an ging es um Hilfe zur Selbsthilfe. Die Brot für die Welt-Chefin betont: „Wir gehen nicht in die Länder und richten’s, sondern wir unterstützen kirchliche und nichtkirchliche Partner, die selber ihr Schicksal in die Hand nehmen.“

Zum 60. Brot für die Welt-Jubiläum gratuliert auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller. Er unterstützt in diesem Jahr besonders den Aufruf zum Kampf gegen Kinderarbeit. Jeder kann laut Müller etwas tun: „In Deutschland werden 150 Millionen Schokoladen-Nikoläuse verkauft. Greifen Sie bitte zur Fairen Schokolade.“ Auf diese Weise bekämen Kakaobauern in West-Afrika faire Löhne. Ihre Kinder müssten nicht als Arbeitssklaven schuften, sondern könnten zur Schule gehen und hätten eine Zukunft.
 

Im Kampf gegen Kinderzwangsarbeit

Ebenfalls zu den Gratulanten für Brot für die Welt gehört Kailash Satyharti. Seit vielen Jahren wird der indische Friedensnobelpreisträger von Brot für die Welt unterstützt. Er konnte konnte bisher 86.000 Kinder aus Zwangsarbeit befreien. Er sagt: „Es war schwierig, die Menschen in meinem Land zu überzeugen, dass das Problem nicht einfach nur Armut ist. Hier werden Menschenwürde und Menschenrechte mit Füßen getreten. Wir rauben Kindern ihre Freiheit und Zukunft.“

Keine Marke in Deutschland könne guten Gewissens Produkte auf den Markt bringen, die auf Kinderarbeit setzen. Minister Gerd Müller setzt auf mehr Aufklärung der Konsumenten. Doch „wenn Freiwilligkeit nicht zum Ziel führt, brauchen wir gesetzliche Regelungen.“


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