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Große Mehrheit für den Reformationstag

Niedersächsischer Landtag stimmt für arbeitsfreien 31. Oktober.

Die Parlamentarier hatten gleich doppelt so viel Zeit eingeplant wie sonst üblich für die Aussprache. Am Ende war es dann aber doch eine glasklare Angelegenheit: 100 Mitglieder des Niedersächsischen Landtags stimmten für einen arbeitsfreien Reformationstag. 37 waren dagegen oder enthielten sich.

Ministerpräsident Stephan Weil löste damit ein Wahlversprechen ein und bezeichnete sie Reformation als einen „Einschnitt für alle“.

Reformation ist „die Wurzel unseres Staatswesens“

Jens Nacke, der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU im Niedersächsischen Landtag ergänzte, die Fundamente der deutschen Demokratie seien nicht denkbar ohne das Erbe der Reformation: „Christliche Werte sind die Wurzel unseres Staatswesens.“

Diese positive Haltung zu einem arbeitsfreien Reformationstag teilte Anja Piel von Bündnis 90/ die Grünen nicht. Die familienpolitische Sprecherin ihrer Landtagsfraktion bezweifelte die Akzeptanzd es kirchlichen Feiertags: „Die Gewerkschaften haben einen weltlichen Feiertag gefordert.“

Und genau hier liegt so ein bisschen der Knackepunkt bei der ganzen Entscheidung in Niedersachsen. Denn: Am Anfang stand nicht so sehr im Vordergrund, wie feiernswert doch der Reformationstag sei. Sondern es galt von Anfang an die Aussage: Die Niedersachsen waren bisher im bundesweiten Vergleich bei der Anzahl der Feiertage benachteiligt. Deshalb haben sie sich einen weiteren verdient.

Eine Ansicht, die die FDP nicht teilt. Die Liberalen in Niedersachsen hätten mehrheitlich am liebsten auf einen weiteren arbeitsfreien Tag verzichtet.

Alternative Buß- und Bettag

Der vielleicht fundierteste  Alternativvorschlag kam aus einer Gruppe von 14 Parlamentariern. Christan Calderon (CDU) sprach stellvertretend für sie vor den niedersächsische Abgeordneten. Er betonte, der Reformator Martin Luther habe mit 95 Thesen noch klare Antworten auf die Fragen seiner Zeit geben können . Das habe sich geändert. „Vielleicht sind wir in der Zeit der Suche und der eigenen inneren Befragung.“ Er forderte von Bundes- und Landespolitikern innehalten und Selbstkritik.

Calderon schlug daher den Buß- und Bettag als arbeitsfreien Tag in Niedersachsen vor. Es blieb bei einem Minderheitenvotum.


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