Berlin

Tausend Teddys für Kinder in Syrien

World Vision weist auf vergessene Flüchtlinge hin.

„Das überrascht mich ganz im Ernst. Das Interesse freut mich sehr!“ Was Steffen Schwarz so überwältigt, das sind über eintausend Teddybären. . Die christliche Hilfsorganisation World Vision hatte dazu aufgerufen: „Schickt uns eine Plüschfigur. Wir wollen damit aufmerksam machen auf das Schicksal von Kindern, die vor den Kämpfen aus Syrien flüchten mussten.“ Zirka 2,5 Millionen Minderjährige sind betroffen. Die meisten sind in offiziellen Flüchtlingslagern untergekommen zum Beispiel im Nachbarland Jordanien. World Vision betreibt dort unter anderem in einem der Lager einen Kindergarten.

Normalität gegen das Trauma

Steffen Schwarz organisiert die Arbeit vor Ort. „Viele der Kinder, die geflüchtet sind, haben in Syrien dramatische Sachen erlebt, die teiweise traumatisieren.“ Das Wichtigste, was sie brauchen: So viel Normalität wie möglich. In den Lagern klappt das mit Hilfe von World Vision und anderen Hilfsorganisationen einigermaßen. Schwarz machen eher die Kinder Sorgen, die keinen Platz in einem der Lager sind. „Da haben wir schlechter Zugang und weniger Möglichkeiten, die Kinder zu unterstützen.“

740.000 Kinder ohne Hilfe

Geschätzt sind es 740.000 Kinder, die nicht zur Schule gehen können, keinen Platz zum Spielen oder ähnliches haben. Für sie stehen 740 von den über tausend Teddybären. Sie sitzen aufgereiht auf den Treppenstufen des Konzerthauses am Gendarmenmarkt – mitten im Zentrum von Berlin. Und sie mahnen: Richtet euren Blick nicht nur auf die Kriegsparteien, sondern vor allem auf die Kinder, die bereits seit sieben Jahren unter dem Krieg in Syrien leiden. Schwarz Appell an die deutsche und europäische Politik: „Dass da nicht der Atmen ausgeht, was die Hilfe für Kinder und Jugendliche in und um Syrien betrifft!“

Natürlich können die 740 Teddys nicht ewig auf den Treppenstufen des Berliner Konzerthauses sitzen bleiben. Dafür ist es in Berlin derzeit viel zu nass und zu kalt. Nach ihrem Einsatz als stumme Demonstranten sollen sie möglichst vielen Kindern Freude machen. Dafür reist Steffen Schwarz demnächst  mit möglichst großem Gepäck. Er will die knuddeligen Botschafter mit nach Jordanien nehmen und dort verteilen.


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