Magst du Veränderungen? Ich nicht besonders. Ich bin ein Mensch, der Routinen mag und dem es schwerfällt, sich auf Neues einzustellen. Gleichzeitig aber finde ich mich manchmal in Wunschträumen wieder, in denen mein Leben ganz anders ist als jetzt und auch ich eine ganz andere bin: Entspannter, geduldiger, sportlicher.
Vielleicht geht es dir ähnlich. Eventuell hast du Vorsätze für das Jahr gefasst, um endlich den einen oder anderen Wunschtraum umzusetzen. Oder aber du bist eher ein Gewohnheitstier und hoffst insgeheim, dass sich möglichst wenig in deinem Leben ändert. So oder so, eines kann ich dir garantieren:
Es wird immer wieder Veränderungen geben und nicht jede dieser Veränderung wird dir gefallen. Woher ich das weiß?
Genau diese Erfahrung habe ich in den letzten Jahren immer wieder machen müssen. Doch wenn nichts so sicher ist wie die Veränderung, wie soll ich dann mit ihr umgehen? Dazu möchte ich sechs Impulse weitergeben, die mir in meinem eigenen Leben geholfen haben:
1. Nimm Abschied von überzogenen Erwartungen oder Befürchtungen
Die erste, wichtigste Erkenntnis, wenn es um Veränderungen geht, ist die: Es mag sich viel ändern, aber nur selten verändert sich auf einen Schlag alles. Das ist eine Erleichterung, wenn man mit Zukunftsängsten zu kämpfen hat. Denn die meisten Zukunftsängste treten nie ein.
Gleichzeitig hilft dieser Realismus aber auch gegen überzogene positive Erwartungen. Auch in diesem Jahr wirst du vermutlich nicht zum Marathonläufer, wenn du bislang jede Erledigung mit dem Auto getätigt hast.
Falls du dir etwas zu ehrgeizige Ziele gesetzt hast, lohnt es sich, diese noch einmal einem Realitätscheck zu unterziehen.
Ein täglicher Spaziergang kann für den Anfang die bessere Option sein als der Versuch, dreimal wöchentlich mindestens eine Stunde zu joggen.
2. Erkenne die Macht der äußeren Umstände an
Unsere äußeren Umstände nehmen mehr Einfluss auf unser Handeln als wir glauben. Verhaltensänderungen fallen uns leichter, wenn wir sie innerhalb eines neuen Lebensabschnitts angehen. Denn wer gerade umgezogen ist oder wessen Arbeitsstelle sich geändert hat, muss sowieso eine neue Lebensroutine aufbauen. Da kann der Spaziergang während der Mittagspause gleich mit in die neue Routine übernommen werden.
Gleichzeitig sollten wir diesen positiven Effekt nicht überreizen, denn zu viele Veränderungen auf einmal überfordern unser Gehirn.
Nun musst du nicht gleich den Job wechseln, um die neue Diät einzuhalten. Aber mach dir bewusst, dass verschiedene Gewohnheiten zusammenhängen und aufeinander Einfluss nehmen. Wer jeden Abend mit Chips vor dem Fernseher verbringt, wird schnell merken, dass die Rückfallquote deutlich höher ist, wenn er nur die Chips weglässt, aber ansonsten die Gestaltung seines Abendprogramms nicht verändert.
3. Überstürze nichts
Veränderungen brauchen Zeit, ganz gleich, ob sie selbst gewählt sind oder nicht. Es dauert im Schnitt zwei Monate, bis sich neue Gewohnheiten etabliert oder wir uns an neue Umstände gewöhnt haben. Bis dahin heißt es: Nicht aufgeben!
Vielleicht hilft es dir zudem, deine Ziele in kleinere Schritte einzuteilen und dir Teilziele zu setzen. Bei kleineren Zielen siehst du den Erfolg nämlich oft viel schneller. Und lass dich nicht entmutigen!
Nicht alles klappt von heute auf morgen, aber du kannst dich bewusst dafür entscheiden, an deinen Gewohnheiten zu arbeiten statt entmutigt wieder aufzugeben.
4. Mache es konkret
Wenn es dir darum geht, sportlicher zu werden, abzunehmen oder eine schlechte Gewohnheit loszuwerden, steht dir vermutlich klar vor Augen, wieso du eine Veränderung anstrebst. Trotzdem hilft es enorm, sich dies noch mal ganz konkret aufzuschreiben. Denn dann gerätst du nicht in Gefahr, dein Ziel aus dem Blick zu verlieren.
Forscher haben herausgefunden, dass Veränderungen viel leichter durchzusetzen sind, je konkreter jemand formulieren kann, wieso er sie durchführen möchte.
Besser als ein lapidares „Ich möchte abnehmen“ ist konkret zu benennen, wie viel und weshalb ich abnehmen möchte. Beispiel: „Ich möchte fünf Kilo abnehmen, damit ich wieder in meine Jeans passe und mich rundum fitter fühle.“
5. Suche dir Hilfe, falls nötig
Einen guten Vorsatz im Leben durchzusetzen, kann eventuell genauso schwierig sein, wie mit einer überraschenden Veränderung klarzukommen. Denn in beiden Fällen wird unsere bisherige Routine unterbrochen. Daher kann es sehr hilfreich sein, sich Unterstützung zu suchen, wenn wir alleine nicht weiterkommen.
Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Wenn du mehr Sport treiben willst, hilft dir vielleicht ein Trainingspartner. Wenn eine beängstigende Lebensveränderung ansteht oder bereits über dir hereingebrochen ist, kann dir das Gespräch mit einem Seelsorger helfen. Mit ihm kannst du refektieren, wieso die betreffende Veränderung in dir so große Ängste auslöst
Und wenn du an deinem Verhalten arbeiten möchte, aber immer wieder in die gleichen Fallen tappt, dann hilft eventuell das Gespräch mit einem guten Freund. Dieser kann dich immer wieder darauf ansprechen, wenn du wieder in alte Muster zurückfällst.
6. Beziehe Gott mit ein
Auch Gebet wirkt oft wahre Wunder. Es ist nicht nur beruhigend, dass wir mit Gott einen Ansprechpartner haben, der uns immer versteht. Gott kann uns auch besser als jeder Mensch bei Veränderungen unterstützen. Er kann uns die Kraft geben, Veränderungen anzugehen, die für uns selbst zunächst unüberwindlich scheinen.
Er kann uns zudem das Durchhaltevermögen und die Motivation geben, unsere Vorhaben nicht nach einem Monat wieder aufzugeben. Und zuletzt kann Gott auch in Lebenssituationen eingreifen und Veränderungen herbeiführen, auf die wir selbst keinen Einfluss haben.
Darum: Lass an Gott an allen Veränderungen teilhaben, die du erlebst. Er freut sich über dein Vertrauen und du wirst es nicht bereuen.
Ihr Kommentar
Kommentare (3)
Interessanter Artikel, positive Ermutigung "mit kleinen Schritten" Veränderungen durchzuführen!
Prima Artikel, sehr hilfreich, wenn man mittendrin steckt und nicht recht weiterkommt.
Sehr guter Artikel. Danke. Ja Veränderungen sind oft schwer. Kleine Ziele setzen die man gut erreichen kann. Schritt für Schritt finde ich sinnvoll. Und Gott hilft bzw geht ja mit einem mit und hilft gerne.