Navigation überspringen
© Zachary Ferguson / unsplash.com

11.04.2022 / Andacht / Lesezeit: ~ 5 min

Autor/-in: Steffen Brack

Über Gott gestolpert

Wer Gott findet, findet das große Glück.

 

 

Manchmal stoßen wir in unserem Leben ganz unvermutet auf Fragen oder auf Hinweise, dass es Gott vielleicht doch gibt. Oft sind das auch gerade die schmerzlichen Erlebnisse, die uns zustoßen. Aber nicht nur. Wie wir in all dem Gott tatsächlich finden können, dazu erzählt Jesus eine Geschichte. Eine Geschichte, die vermutlich ziemlich überraschend ist.
 

Sensation unter der Baggerschaufel

1981 und 1982 finden Bauarbeiter in Mainz die Überreste römischer Kriegsschiffe. Für die Archäologen eine Sensation. Denn es handelt sich um fünf Schiffe aus dem 4. Jahrhundert. Wasserfahrzeuge, die vor rund 1.600 Jahren gebaut wurden. Und die Funde sind so vollständig, dass die Wissenschaftler die Römerschiffe ganz hervorragend rekonstruieren können. International erregen die „Mainzer Römerschiffe“ größte Aufmerksamkeit.
 

Unverhofft kommt oft

Die „Mainzer Römerschiffe“ waren ein Zufallsfund. Wie so oft in der Archäologie. Und von so einem Zufallsfund spricht Jesus auch. Und zwar in einer von seinen vielen Geschichten, die er erzählt. Mit diesen Geschichten macht Jesus Wahrheiten über Gott anschaulich. So anschaulich, dass sie im Grunde genommen jede und jeder begreifen kann.

Das Setting – also der Rahmen der Geschichte – ist fast immer eine ganz normale Alltagssituation. Und solche Situationen vergleicht Jesus dann mit einer Eigenschaft, mit einem Wesenszug oder einer inneren Haltung von Gott. Und weil Jesus mit seinen Geschichten etwas aus unserem Alltag mit Gott vergleicht, werden jene Erzählungen auch oft Gleichnisse genannt.
 

Über Gott stolpern?

Und hier die Geschichte von Jesus, in der es um einen Zufallsfund geht: „Gott und seine Herrschaft sind mit einem Schatz zu vergleichen, der in einem Acker vergraben war: Ein Mensch fand ihn und deckte ihn schnell wieder zu. In seiner Freude verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte dafür den Acker mit dem Schatz.“ (Matthäus 13,44-46).

Vermutlich ist es für die meisten von uns nicht alltäglich, auf einem Acker zu arbeiten. Mit einem Pflug oder mit einer Hacke. Als Jesus die Geschichte aber vor knapp 2.000 Jahren erzählt, ist das für die allermeisten Zuhörer Alltag pur. Das kennt wirklich jeder, der Jesus damals zuhört.
 

Gott ist verborgen – in unserem alltäglichen Leben

Der Acker. Dort findet vor zwei Jahrtausenden der Alltag der Menschen statt. Der Acker in der Geschichte steht also für den Ort, auf dem sich unser Leben abspielt. Der Ort, an dem wir arbeiten, unseren Lebensunterhalt verdienen. Der Ort, auf dem wir unser Leben zubringen. Die Menschen, die Jesus zuhören – die kennen das alle. Plötzlich lässt sich der Boden nicht mehr wie gewohnt mit der Hacke bearbeiten. So geht es wohl dem Menschen in der Geschichte.

Er merkt zuerst einmal: „Oh nein. Was ist denn das für ein knochenharter Brocken hier im Boden. Oh, dieser verfluchte Stein.“ Das kennen vermutlich auch die meisten von uns: Schicksalsschläge, die uns das Leben manchmal wie Knüppel zwischen die Beine wirft. Aber was zunächst wie ein Hindernis aussieht, entpuppt sich jetzt bei Jesus als ein Schatz, der im Acker meines Lebens liegt. Und der Schatz wartet auf uns. Auf sie und mich, dass wir ihn ganz ausgraben. Und dieser Schatz ist Gott selbst.
 

Gott ist verborgen – auch in den Schicksalsschlägen unseres Lebens

Der Schatz, Gott also, ist in unserem Leben verborgen. Er präsentiert sich nicht auf der Oberfläche des Ackers. Und manchmal sind es gerade die Hindernisse und Schicksalsschläge, die uns einen Hinweis darauf geben, dass es da noch einen versteckten Schatz gibt, der auf uns wartet. Vor Jahren war in der Fernsehshow von Johannes B. Kerner eine querschnittsgelähmte Frau. Und sie sagte: „Nur durch meine Querschnittslähmung habe ich schließlich Gott gefunden.“ Da kommt die Frage: „Ist der Preis dafür nicht viel zu hoch?“ „Nein,“ sagt sie. „Absolut nicht. Gott finden – das ist jeden Preis wert.“ (aus dem Gedächtnis zitiert).
 

Wieviel ist Gott wert?

Die Frage nach dem Preis dafür, dass ich Gott finde, stellt Jesus auch in seiner Geschichte. Und er beantwortet sie so: „Ein Mensch fand den Schatz und deckte ihn schnell wieder zu. In seiner Freude verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte dafür den Acker mit dem Schatz.“ Auch das leuchtet mir total ein. Der Mensch findet den vergrabenen Schatz. Aber der Acker gehört ja nicht ihm. Deshalb versteckt er alles wieder. Läuft nach Hause. Und alles, was er besitzt, macht er alles zu Geld.

Die Nachbarn müssen denken: „Jetzt dreht er total durch! Er ist völlig verrückt geworden.“ Doch jeder, der die Vorgeschichte kennt, weiß: „Nein. Er ist gar nicht verrückt. Er handelt vollkommen überlegt. Und vollkommen logisch. Der Schatz, den er jetzt mit dem Acker kauft, der ist doch so viel mehr wert als das bisschen Hab und Gut.“
 

Gott wird uns nicht nachgeworfen – er kostet etwas

Bei Jesus fällt auf, dass er den Menschen nachgeht. Von sich aus auf sie zugeht. Und sie einlädt. Aber er wirft sich niemanden an den Hals. Jeder ist aufgefordert genau zu prüfen, ob er oder sie den Preis zahlen will. Den Preis für das Leben mit Gott. Jesus nennt den Preis auch ganz präzise: „alles, was er hatte.“ Das klingt für manche sicher bedrohlich. Aber das tolle daran: Jeder Mensch kann diesen Preis bezahlen. Gott fordert nicht mehr als das, was ich habe. Und er verlangt nicht weniger.
 

Das Geschäft meines Lebens

Aber ist der Preis nicht dennoch zu hoch? Wer die Geschichte von Jesus hört, der kann nur sagen: „Nein. Der Preis ist gar nicht zu hoch.“ Das Bisschen, was ich habe – an Geld, Besitz, das bisschen Selbstbestimmungsrecht – das ist doch nichts im Vergleich zu dem Schatz, den ich jetzt bekomme.

Deshalb heißt es in der Geschichte ja auch: „In seiner Freude verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte dafür den Acker mit dem Schatz.“ Der Mann freut sich. Denn er macht – lassen Sie es mich einmal ganz platt sagen, auch wenn es sich nicht besonders fromm anhört – der Mann macht hier das Geschäft seines Lebens.
 

Tausche 60, 70, 80 Lebensjahre ohne Gott, ohne eine Perspektive auf ein Leben nach dem Tod. Tausche ein Leben, in dem viel Frohes, aber auch sehr schmerzliches war. Und das tausche ich ein für ein ganz neues Leben. Ein Leben mit einer ganz vertrauten Beziehung zu dem Schöpfer des Universums. Ein Leben mit Gott selbst, der mich sicher durch dieses Leben führt. Und mich nach meinem Tod auferwecken wird zu einem Leben in seiner guten neuen Welt.

Ich tausche das alte Leben für ein neues Leben ein, in dem ich den Gott kennen darf, der mich wirklich liebhat. Und zwar immer. Der mir Mut macht. Der mich unendlich schätzt. Und mir das auch zuspricht. Ich bereue diesen Tausch nicht. Wie ist es mit Ihnen?

 Steffen Brack

Steffen Brack

  |  Redakteur und Theologe
Theologe und Redakteur, verheiratet, drei Kinder. Begeistert von Gottes unerschütterlicher Liebe.

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Das könnte Sie auch interessieren