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© Kinga Cichewicz / unsplash.com

09.07.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor: Johanna Tröger

Mit Gott neu in jeden Tag starten

Wie können wir in einem Tief hoffnungsvoll auf den nächsten Tag blicken?


Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag, oder auch mehrere. Ich erlebe Enttäuschung, bin mutlos oder mein eigenes Versagen macht mir zu schaffen. Ich fühle mich ausgebrannt und weiß nicht weiter. In solchen Situationen scheint der nächste Tag eher eine Bürde als ein Geschenk zu sein. Vielleicht habe ich dann nicht einmal Lust, morgens aufzustehen.

Auch dem Propheten Jeremia waren solche Gefühle nicht unbekannt. In dem Buch der Klagelieder drückt er die ersten zwei Kapitel lang seine Klagen und seinen Schmerz über die hoffnungslose Situation des Volkes Israel und seine eigene Verzweiflung aus. Ihm ging es wahrscheinlich sogar schlechter als es mir heutzutage meistens geht. Dennoch macht Jeremias Stimmung in der Mitte des dritten Kapitels nach seinem ausführlichen Klagen eine 180 Grad Wendung:

Aber eine Hoffnung bleibt mir noch, an ihr halte ich trotz allem fest: Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr!  Darum setze ich meine Hoffnung auf ihn, der HERR ist alles, was ich brauche. Denn der HERR ist gut zu dem, der ihm vertraut und ihn von ganzem Herzen sucht (Klagelieder 3,21-25).

 

Darauf kann ich mich verlassen

Selbst in seinem großen Leid kennt Jeremia sein Fundament, worauf er sich zu 100% verlassen kann: Gott ist treu. Er lässt mich nicht im Stich. Selbst wenn ich am Boden zerstört bin und nicht mehr weiterweiß, ist er uns nahe. Er kennt meine Situation und schenkt mir immer wieder Erbarmen und Gnade.

Und das nicht nur eine bestimmte Zeit pro Jahr. Nein. Jeden Tag. Jeremia betont es hier: jeden Morgen. Natürlich ist Gottes Treue nicht an die Tageszeit gebunden. Auch wenn ich Spätschicht habe, verschlafe ich Gottes Treue und Gnade nicht.

Wenn ich in einen neuen Tag starte, darf ich felsenfest darauf bauen, dass Gott an meiner Seite ist und mit mir in den Tag gehen wird.

Begreift ihr denn nicht? Oder habt ihr es nie gehört? Der HERR ist der ewige Gott. Er ist der Schöpfer der Erde – auch die entferntesten Länder hat er gemacht. Er wird weder müde noch kraftlos. Seine Weisheit ist unendlich tief. Den Erschöpften gibt er neue Kraft, und die Schwachen macht er stark. Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen. Aber alle, die ihre Hoffnung auf den HERRN setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft (Jesaja 40,28-31).

 

Auch Jesaja verkündigte es: Gott ist nie zu schwach für unsere Situation. Das heißt nicht, dass ich nie entmutigt oder enttäuscht sein werde. Aber es heißt, dass in jeder Lage Gott bei mir ist und mir neue Kraft schenken kann und wird, sofern ich ihm vertraue und auf ihn hoffe.

Deshalb ist es egal, was gestern war, was schiefgelaufen ist, was mich enttäuscht oder erschöpft hat.

Spätestens am nächsten Morgen kann ich mit Gottes Kraft neu starten und ihm vertrauen.
 

Der richtige Start in den Tag

Lass mich schon früh am Morgen erfahren, dass du es gut mit mir meinst, denn ich vertraue dir. Zeige mir, wohin ich gehen soll, denn nach dir sehne ich mich (Psalm 143,8).

 

Was für ein starkes Gebet von David. Wenn jemand schwere Zeiten kennt, dann ja wohl David. Dennoch weiß er, dass Gott mit ihm ist und nichts zulässt, was nicht zu Davids Bestem dient. Er bittet Gott ausdrücklich darum, ihm das immer wieder zu zeigen, denn auch er wäre ohne Gottes Treue und Gnade verloren.

Wenn das auch mein Gebet ist, dann starte ich voller Freude in den neuen Tag, weil ich darauf vertraue, dass Gott weiß, was das Beste für mich ist und mich, auch wenn es mal schwer wird, nicht fallen lässt.

Ich kann mir gleich eine weitere Scheibe von David abschneiden:

Ich aber singe von deiner Macht. Früh am Morgen juble ich dir zu, weil du so gnädig bist. Du bietest mir Schutz wie eine sichere Burg; zu dir kann ich in der Not fliehen. Ja, dir will ich singen und musizieren, denn du bist meine Stärke. Bei dir, Gott, weiß ich mich geborgen. Ja, Gott, wie gut bist du zu mir! (Psalm 59,17-18).

 

Gott zu loben, ihm dankbar zu sein und sich bei ihm geborgen wissen – kann es eine bessere Voraussetzung für einen guten Start in den neuen Tag geben!?

Auch wenn der letzte Tag gar nicht so schlecht war, starte ich mit Gott in den neuen Tag.

Denn mit Gott an meiner Seite hat jeder Tag das Potenzial der beste Tag meines (irdischen) Lebens zu werden!

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Kommentare

Ingrid S. /

Liebes ERF-Team. Das ist der richtige Zeitpunkt, Ihnen besonders für Ihre Sendungen "Aufgeweckt" und "Gern gehört" DANKE zu sagen.Ich bin nämlich schon immer ein Morgenmuffel und hatte oft keine Lust, früh aufzustehen.Der Anstoß und das Wort zum Tag motivieren mich, ebenso die schönen Lieder und das Wunder für jeden Tag.sowie das Lied der Woche.Bei der Wunschsendung "Gern gehört" bin ich schon zweimal mit meinen Wunschliedern und Geburtstagsgrüßen durch gekommen. Zu dieser Sendung mache ich mehr

Ingrid S. /

Liebes ERF-Team. Das ist der richtige Zeitpunkt, Ihnen besonders für Ihre Sendungen "Aufgeweckt" und "Gern gehört" DANKE zu sagen.Ich bin nämlich schon immer ein Morgenmuffel und hatte oft keine Lust, früh aufzustehen.Der Anstoß und das Wort zum Tag motivieren mich, ebenso die schönen Lieder und das Wunder für jeden Tag.sowie das Lied der Woche.Bei der Wunschsendung "Gern gehört" bin ich schon zweimal mit meinen Wunschliedern und Geburtstagsgrüßen durch gekommen. Zu dieser Sendung mache ich mehr

Katharina /

Danke, vielen Dank❣️

Anna W. /

Danke für die ermutigende Worte.
Sie haben mir heute für den Tag und die nächsten Schritte Mut gemacht.

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