Die biblischen Autoren sind alles andere als wortkarg, wenn es um Sünde geht. Mit 20 verschiedenen Begriffen beschreiben sie, was hinter dem etwas angestaubten Wort steckt: nicht dem Willen Gottes entsprechen, das Ziel verfehlen, gesetzlos, unrecht und treulos handeln.
Faule Fische und üble Schlangenbrut
Noch anschaulicher beschreiben sie die, die Sünde tun: Sie sind falsche Brüder, Kinder des Zorns, Synagogen des Satans. Sie werden verglichen mit blinden Blindenführern, faulen Fischen und übler Schlangenbrut. Ja, so drastisch schreibt die Bibel über Sünder. Harmlos ist etwas anderes.
Und wer die Bibel weiter liest und in diese Welt voller Ungerechtigkeit schaut, merkt: Sünde durchzieht alles. Vergangenheit und Gegenwart triefen geradezu vor Lüge, Gewalt und Tod. Die Sünde durchtränkt das menschliche Wesen, unseren Alltag, unsere Beziehungen, unsere Entscheidungen – auch im Jahr 2010, auch unter Christen. Wer von uns heute könnte den ersten Stein werfen?
„Meine Sünden will ich behalten.“
Bloß: Mit der ganzen Tragweite dieser Tatsache im Bewusstsein, lässt sich nun mal schlecht leben, kein Alltag gestalten. Niemand hält die schier aussichtslose Lage dieser Welt im Kopf aus. Deshalb hat sich der Mensch eine Reihe von Wegen ausgedacht, die Sünde zu verharmlosen, zu rationalisieren und zu verniedlichen. Auch Christen zeigen hier einen großen Einfallsreichtum, wie drei Beispiele zeigen.
Erste Verharmlosung: Man nennt Sünde nicht mehr beim Namen. „Halb so schlimm, Gott ist doch ein liebender Vater.“, sagt man, und verteilt eimerweise billige Gnade. Die tragisch-tödliche Dimension von Sünde hat man völlig aus dem Blick verloren. Noch doller: Man besteht sogar auf seine Sünde und fügt sie schlicht in die Reihe der Fehler ein, aus denen man bekanntlich lernt. Wie Jürgen Fliege in diesem Zusammenhang so schön sagte: „Meine Sünden will ich behalten.“
Wohl sortierte Auswahl an Vergehen
Zweite Verharmlosung: Man nennt Sünde sehrwohl beim Namen, verpackt sie aber in praktische, leicht verständliche Schubladen und klebt wohlklingende Namen drauf: Todsünden, himmelschreiende Sünden, lässliche Sünden und dergleichen. Natürlich klingt Todsünde dramatisch, natürlich ist ein Mord gravierender als ein Diebstahl. Doch ein paar Etiketten werden dem alles umfassenden, unsagbar tödlichen und von Gott trennenden Charakter der Sünde nicht gerecht. Wer sündigt, macht nicht bloß eine Schublade auf. Sünde bringt immer die Beziehung zu dem durch und durch heiligen Gott durcheinander. Auch bei einer lässlichen Sünde.
Dritte Verharmlosung: Man nennt Sünde beim Namen, meint faktisch aber nur eine wohl sortierte Auswahl an Vergehen: das Abschreiben in der Schule, Selbstbefriedigung, Ehebruch und das Schummeln bei der Steuererklärung. Wer das noch nie gemacht hat oder einigermaßen im Griff hat, lehnt sich entspannt zurück und denkt: So schlecht bin ich doch gar nicht. Auch wer so vereinfachend von Sünde denkt, hat ihre Tragweite noch längst nicht begriffen. Nicht wir haben die Sünde im Griff. Es ist umgekehrt.
Völlig verstrickt
Sünde ist das Übel, das diese Welt im Griff hat. Die Welt liegt im Argen, ist geknechtet unter der Herrschaft des Bösen (1 Joh 5, 19; Joh 12, 31). Wir sind in Sünde verstrickt und handeln selbst als Christen gegen Gottes Willen (Rö 7, 19), wir werden krank und sterben. Und selbst für den, der es gut meint, ist die Lage manchmal so verzwickt, dass er nur schuldig werden kann – egal wie er handelt (s.a. Rö 7, 21).
Warum dieser einseitige Blick auf die dunkle Seite der Medaille? Sind Christen nicht eine neue Kreatur? Sind sie nicht zur Heiligung berufen? Ist das Reich Gottes nicht angebrochen? Doch, natürlich! Trotzdem sind wir noch nicht verherrlicht, leben noch nicht im Himmel und sündlos sind wir auch nicht.
Erschrecken vor der Ernsthaftigkeit
Erst der Blick auf die dunkle Seite der Medaille lässt die helle Seite so recht erstrahlen. Und nur beide Seiten liefern das ganze Bild. Wer nicht verstanden hat, wie verloren er ist, wird die Gnade nicht recht wertschätzen können. Wer die weitrechenden Auswirkungen von Sünde nicht im Blick hat, wird weiter rational damit umgehen. Wer nicht begriffen hat, wie umfassend und tödlich Sünde ist, wird immer noch meinen, gar nicht so schlecht dazustehen.
Von Zeit zu Zeit scheint es notwendig, die strahlend schöne Medaille der Gnade und Errettung umzudrehen und vor der Ernsthaftigkeit der Lage zu erschrecken. Nicht, um sich selbst zu zerknirschen oder als Pessimist der Nation in die Geschichte einzugehen. Wohl aber, um neu nachvollziehen zu können, was Jesus für uns Menschen bewirkt hat. Nur dann kann sich wirkliche Dankbarkeit breitmachen. Nur dann wissen wir, wie nötig wir auch heute Gottes Gnade haben. Nur dann können wir wirklich gnädig mit unseren Mitmenschen umgehen.
Zu dieser Erkenntnis kann ich zum Beispiel in der Beichte kommen, also beim Schuldbekenntnis vor einem Mitchristen. Schade, dass diese Praxis für viele eine negativ belegte Geschichte hat. Denn gerade hier wird mir die Schwere von Schuld besonders deutlich. Hier kommt die Sünde ans Licht, ich kann nicht mehr um den heißen Brei herumreden. Der gemeinsame Blick auf meine dunkle Seite ist unangenehm und zerschlägt allen Stolz, Selbstbetrug und alles Maskentragen. Er ist schmerzhaft, letztlich aber wohltuend. Mag der Blick auf meine Schuld und der Schritt zur Beichte also auch schmerzlich sein: Heilsam sind beide allemal.
Deine Meinung zählt!
Was hat dich inspiriert, berührt oder zum Nachdenken gebracht?
Kommentare (29)
Hallo,
Wer George Orwell´s "1984" kennt, sollte wissen, dass "Doppeldenk und Zwiesprach" eine Macht ist.
@Rainer.
"Passt besser in die heutige Gesellschaft und man hat noch ein bisschen Spaß". … mehrHeisst das, wenn mann nicht passt hat man kein Spass? Ist für sie Spass=Freude? (ist das egal?). Also ich möchte nicht, gut (schon garnicht besser) in die heutige Gesellschaft passen! Freude erleben möchte ich dagegen schon und das ist auch ohne "Beihilfe" der heutigen Gesellschaft gut möglich. Ist für sie überhaupt Die Gesellschaft=Die Welt? Garnicht so einfach mit den Begriffen, wenn der Diábolos (Durcheinanderbringer) unterwegs ist.
mfg
Farkas
Lieber Peter, natürlich sind wir "Frommen" auch Sünder, jeder Mensch bedarf der Gnade unseres Gottes. Aber da wir durch die Bibel von der zerstörerischen Kraft der Sünde wissen, sollten wir besser … mehrmit unserer Schuld umgehen. Das heißt für mich sie nicht klein reden wie Simone Schulz es beschreibt. Nein, wir sollten dazu stehen und uns dann ändern. Jakobus sagt Glaube ohne Werke ist tot. Wohlgemerkt erst Glaube dann die Werke, nicht umgekehrt. Wie auch bei Gudrun der verlorene Sohn. Er erkannte und kam zurück. Er wollte nur noch Knecht sein. Aber die Gnade seines Vaters war so groß das er ihm sogar Ring, Gewand usw. gab. Welch ein grossartiger Gott. Und wie im Artikel beschrieben, wer seine Sünde erkennt und bekennt bei dem kann die Gnade Gottes erst voll zu Geltung kommen. Daher ist es wichtig über die Sünde zu reden und sie nicht klein zu machen oder gar zu bagatallisieren.
An Simone Schulz: Frau Schulz, das, was Sie mit "Freibrief" bezeichnen, beschäftigt mich auch immer wieder. Das kann es wohl auch nicht sein, nur sich selbst zu leben und der Lust zu frönen! In … mehrdieser Frage bin ich der festen Überzeugung, dass das Leben bzw. Gott die Grenzen schon setzt. Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher. Und Gott lässt sich nicht spotten, was der Mensch sät, wird er ernten! Glück wird ein solches Leben nicht mit sich bringen. Wir Außenstehende sehen nur die äußere Seite und verstehen manche (in unseren Augen) Verantwortungslosigkeit nicht. Ich würde nicht einzelne Lebensweisen und -entscheidungen als Sünde bezeichnen, sondern generell die Gottesferne dieser Menschen, die sich selbst Gott sind und, koste es, was es wolle, von ihrer Lebensgier umgetrieben werden. Die entsprechenden Handlungsweisen führen früher oder später in die Sackgasse. Vielleicht und hoffentlich gibt es dort die Erkenntnis und Umkehr - wie beim verlorenen Sohn.
Lieber Joachim Bär,
danke für diese Ausführung! Sie hält mir einen Spiegel vor und ich kann die Dinge, die in meinem Umfeld schlecht laufen, diffeenzierter einordnen. Ich halte die Sünde ebenfalls … mehrfür keineswegs harmlos, sondern todbringend. Aber ich denke oft, wenn ich um mich schaue, dass gerade das "ach wir leben doch alle von der Vergebung" ein Freibrief für völlig unbekümmerte Lebensweise ist. Manchmal ist das für mich eine echte Anfechtung. Was aber tun, wenn man zum Beten einlädt und keiner kommt?
Mir fehlt auch oft die Ehrlichkeit bzw. Aufrichigkeit von Menschen, oft leider auch bei Geschwistern.
Obwohl der Autor ein wichtiges Thema anspricht, empfinde ich den Artikel als "Thema verfehlt".
Der Artikel ist so richtig schön polemisch aufgebaut und nein, er gefällt mir nicht.
Wie bereits in … mehranderen Kommentaren geschrieben, was ist mit der Gnade Gottes ?
Was ist mit der Liebe Jesu zu uns Menschen ?
AUCH wir Christen sind NUR Menschen. NICHT mehr. Um der Sünde Überheblichkeit vorzubeugen sollte sich dessen jeder bewußt sein.
Im Übrigen finde ich es ganz interessant, daß der Autor Selbstbefriedigung als Sünde neben Ehebruch setzt. :-o
Sünde heißt Gottesferne, wir leben ALLE in Sünde und sollten uns dessen bewußt sein.
Statt Selbstgeißelung und ständige Angst- und Schuldgefühle (so vermittelt es MIR der Artikel) sollten wir einfach unsere Sünde annehmen und auf Gottes Gnade vertrauen, denn JEDER, der glaubt ist gerettet.
@Albrecht: Die Worte "Glaube light", "bleischwer" und "Spaß(gesellschaft)" bezogen sich auf frühere Andachten des Autors. Ich bin lieber "synoptisch-evangelisch" als "paulinisch".
Bin auch der Meinung die der Autor hier deutlich anspricht. Nur es kommt darauf an " wie" man über Sünde und Schuld verkündigt. Dass es sein muss ist sonnenklar!
Aber sich von Sünde und Schuld … mehrbefreien können - im Blick des wunderbaren Angebotes Jesu von Stellvertretung und Abnahme der Schuld, das ist doch das gute Evangelium !- die gute Nachricht. Die Menschen warten drauf! -nicht Schuld verdrängen, kleinreden und mit moralischem Zeigerfinger irgendwie noch eine Schlechtigkeit wegreden wollen ! -sondern freudig unters Kreuz Jesu damit treten!- Das hat mir schon manchmal mein Leben ganz neu geschenkt. D.T.
Diesen Beitrag zur Verharmlosung von Sünde finde ich hochaktuell. Schon der erste Beitrag mit dem Stichwort „Glaube light“ hat mir das bestätigt. Dieses Stichwort passt so richtig gut in die … mehrBeliebigkeit der Wortblasen-(Un)-Kultur unserer Spaßgesellschaft. Römer 6,23 sagt aber: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ Die Folge der Sünde, die wir behalten (wollen) und nicht an das Kreuz Jesu bringen, ist also der ewige Tod.
@Rainer, und bestimmt auch Herr Fliege würden es bestimmt nicht lustig finden, wenn jemand von Irak-Krieg light, Auschwitz light, Mord light usw. reden würde.
Für die Folgen und besonders für die letzte Konsequenz der Sünde gibt es keine Light-Version.
allo Farkas,
grundsätzlich haben Sie recht. Sie beschreiben mit dem Phänomen Begriffsumdeutung einen Zwischenschritt, der meiner Meinung nach schon abgeschlossen ist. Ich glaube nämlich, dass die … mehrnächste Stufe bereits erreicht ist. In dieser Stufe ist eine Begriffsumdeutung nicht mehr notwendig, da die Sünde schon zum Standard geworden ist. Sie wird stilisiert und schlussendlich dem Natürlichen, Gottgewollten als überlegen präsentiert. Eigentlich ist sie schon Gesetz. Dazu braucht man sich nur den Aufklärungsunterricht an Schulen (Promiskuitätslehre) vor Augen zu führen, oder die ständige Präsentation alles Randständigen, Normalverletzenden als förderungspflichtig. Die Kirchen geben diesem Druck immer mehr nach, zum Teil ereifern sich ihre Funktionäre geradezu, um ja nicht gegen die Tabus der neuen Religion zu verstoßen. So werden im Präsbyterhandbuch einer Landeskirche Koranverse zitiert, Gender Mainstreaming als Ziel definiert. Es ist die laodizäische Zeit.
Sehr geehrter Herr Bär,
Sie haben Recht mit Ihrem Bericht über die Verharmlosung von Sünde. Ich glaube sogar, wenn ich ich etwas tue, was für sich gesehen keine Sünde ist, kann ich trotzdem dabei … mehrsündigen, wenn ich mit meinem Tun vor etwas fliehe, was Gott mir aufgetragen hat.
Deshalb fand ich es auch bezeichnend, dass die Jahreslosung von 1987 nur die 2. Hälfte von Römer 6,23 umfasste: Die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. Den ersten Satz, "Der Lohn für die Sünde ist der Tod, ABER ..." hat man unter den Tisch fallen lassen. Warum?
Ihre Heide Rose
An Thomas A.: Danke für Ihren Hinweis zu Nikodemus. Das freut mich ungemein, dass er den Durchbruch geschafft hat und dass es sogar Quellen dafür gibt.
Die dunkle Seite der Medaille, ein sehr provokanter Titel. Nach meiner Erfahrung in meiner letzten Gemeinde, eine LKG, (aktuell bin ich ohne) trifft der Titel aber den Kern. Unter den Christen wird … mehrnoch viel schlechter und fälscher mit der Sünde umgegangen als in der säkularen Welt. Wie, das kommt in dem Artikel gut heraus. Und ich denke das es dort sehr viele Pharisäer gibt, die sich für gut und richtig halten. Und die dann oftmals auch noch in den Leitungspositionen von den Gemeinschaften und Verbänden sind. Ein Beispiel. In meiner alten Gemeinschaft log der Pastor nachweislich, anstatt sich zu entschuldigen, wurde gesagt ein Pastor kann nicht lügen, sonst ist er vom Teufel. Welch ein Unsinn. Und die Folge war das er weiter machte. Er konnte ja keine Sünde/Lüge begangen haben, Nachweis hin oder her. Also der Artikel ist echt super, ein grosses Lob.
Noch was für Gudrun. Nikodemus war wiedergeboren, es gibt dazu ausserbiblische jüdische Quellen.
Thomas A.
Das hat schon Peter Hahne in den 1980er Jahren ganz interessant in einem seiner klassischen Bücher vom Büchertisch dargestellt. Aus dem Atommülllager wird der Entsorgungspark, aus der Abtreibung eine … mehrSchwangerschaftsunterbrechung.
Liebe farkas, man kann allerdings auch im evangelikalen Bereich Euphemismen finden. Was kennzeichnet denn zum Beispiel eiine "lebendige Gemeinde", sind die anderen kirchlichen Gruppierungen alle erstarrt oder verpolitisiert? Und was ist Bibeltreue anders als eine Abgrenzung gegen eine moderne Theologie?
Hallo,
so ist es, Wörter haben Macht!
Ehefrau=Lebensgefährtin.
Sündigen=Fehlermachen.
Lügen =Schwindeln.
Stehlen=Tricksen.
Beleidigung=Meinungsfreiheit.
Gleichgültigkeit=Toleranz.
Faulheit=Bequemlichkeit.
usw.
Die Liste lässt sich beinahe endlos weiterführen.
mfg
Farkas
An Herrn Gert Kampa: Es gibt Menschen, die diesen Artikel sehr schätzen; Sie offenbar nicht, in Ordnung! Sie sind wiedergeboren, wie Sie schreiben, (Joh. 3,5ff.) ist das wunderbar. Andere sind … mehrleider noch nicht so weit. Diese aber brauchen die gute Nachricht vielleicht dringender als Sie. Sind Sie doch bitte so tolerant und gönnen diesen Beitrag den erbarmungswürdigen auf die Wiedergeburt Hoffenden! Noch eine Frage zu Ihrem letzten Absatz. Meinen Sie da Nikodemus, der ein Gerechter wurde? Falls Sie ihn meinen, würde ich hier aber ein großes Fragezeichen setzen, denn er ist nicht zum Glauben an den Auferstandenen durchgedrungen. Mit der Totensalbung war es aus. Nie mehr taucht er danach in der Bibel auf. Leider! Denn er war ein sehr sehr sypathischer Mensch und suchend, wie viele noch heute.
An Herrn Gert Kampa: Ich hätte zwei Fragen an Sie: 1. Woher wissen Sie so genau, dass es zu Hauf Leute gibt, die sich Christen nennen, aber nicht wiedergeboren sind?
2. Können Sie von sich behaupten, es völlig begriffen zu haben, was Jesus für uns getan hat?
Glaube light ???
Christen sollten sich eben nicht un die heutige Gesellschaft anpassen.
Vielleicht wären das dann die "Lauen" !
Es ist schon wichtig, an den in dieser „modernen Welt” geächteten Begriff Sünde zu erinnern. Es geht zunächst um Sündenerkenntnis, dann um Sündenbekenntnis (siehe Dietrich Bonhoeffer: „Gemeinsames … mehrLeben, Der Dienst”). Der Therapeut spricht meist von menschlichem Versagen, die Bibel nennt das falsche Denken, Reden und Handeln eine Sünde. Und trifft damit den bösen Sachverhalt im Kern. Die Folge: Die notwendige Lebenskorrektur ist klar vorgezeichnet, das daraus folgernde Handeln kommt von tief innen, ist richtig und echt. – Hieran immer wieder zu erinnern, ist auch das Verdienst dieses Artikels, also Danke dafür. –
Ein anderes: Dietrich Bonhoeffer spricht in dem oben erwähnten Buch vom Zuhören als dem ersten und vornehmsten Dienst eines Christen an einem anderen Christen. Der größte „Dienst des Zuhörens, den Gott uns aufgetragen hat, (ist) nämlich das Hören der Beichte des Bruders... Die heidnische Welt weiß heute etwas davon, dass einem Menschen oft allein dadurch geholfen werden kann, dass man ihm ernsthaft zuhört, sie hat auf dieser Erkenntnis eine eigene säkulare Seelsorge aufgebaut, die den Zustrom der Menschen, auch der Christen findet...” Bonhoeffer schreibt das bereits 1939, sechs Jahre vor seinem gewaltsamen Tod.
Betrachtet man die freiwillige Beichte nun unter diesem Aspekt, verliert der Begriff von seiner falsch angenommenen gnadenlosen Strenge, sondern gewinnt an Ansehen hinsichtlich erbarmungsvoller Seelsorge. Die Nachfrage danach steigt und steigt, nicht nur im christlichen Leben...
Ein herzliches Gott-befohlen.
Walter Sohn
Es gibt heutzutage und gab schon vor 2000 Jahren Schriftgelehrte und Pharisäer, die die Sünder ganz arg bestraften und sogar steinigen. Welchen Sünder hat Jesus so bestraft? Was sagte er zu der … mehrSünderin, die auf frischer Tat erwischt wurde? Oder zu der Frau am Jakobsbrunnen?
Das sollten die heutigen Pharisäer einmal in Ruhe bedenken.
Hallo,
ich frage mich ernsthaft,was dieser Artikel überhaupt soll!!!
Wer CHRIST ist,weiß um die Sünde!
Leider reden Menschen, die sich selbst Christ nennen ohne Wiedergeboren zu sein,die es zu Hauf … mehrgiebt, sehr gern über verschiedenste Aspekte der Sünde,ohne aber im HERZEN zu TRAGEN,was Jesus für uns erlitten und tatsächlich für uns getan hat.
Wir sollen nicht im Gebet brabbeln,schwafeln und auch nicht sonst!
Ich bin aus einem zerstörtem Leben in des Reich Gottes berufen worden von einer auf die andere Sekunde,also wiedergeboren,und jeder,der das erlebt hat,braucht solche Artikel oder ähnliche Gespräche nicht!!!
Er weiß!
Ich spreche hier auch für andere,die das Gleiche erlebt haben denn von nichts anderem als der Wiedergeburt hat Jesus zu Nikodemus gesprochen,der dann nachher tatsächlich ein Gerechter wurde durch Gottes Willen und nicht durch Menschenwillen,denn der Mensch kann sich nichts nehmen,wenn es ihm nicht vom Himmel geschenkt wird.
Dieses Geschenk wünsche ich ihnen allen.
Gert Kampa
An Frau Rosemarie Bayer: Über Ihren Leserbrief habe ich mich sehr gefreut. Danke! Gott segne Sie
Meine Frage zum Thema lautet:Und wie sieht es aus im Umgang unter uns Christen? Da wird der Eine ständig kritisiert,ob ER die Moderation so oder so macht,ein anderer wird einfach links liegen … mehrgelassen,etc. Zu welcher Art von Sünde zählt das alles?Ich mache mir schon lange diesbezüglich meine Gedanken und denke,dass dieses Verhalten in Jesu Augen auch als Sünde gilt.Nur wir kommen erst garnicht auf diesen Gedanken oder?Ich persönlich nehme so viel wahr in unserer FeG.,wo oft eine Maske aufgesetzt wird und nicht ehrlich miteinander umgegangen wird und das macht mich traurig.
Ich bin der Meinung,dass ich keinen Beichtstuhl brauche sondern direkt zu Gott kommen darf und ich die Erlösung durch Jesus Blut habe.Sein Blut bahnt den Weg.Jesus ist treu.Jesus nimmt uns so an wie … mehrwir sind.Wir sollen Vergebung annehmen sonst gibt es eine Spirale nach unten.Wenn wir Gottes Vergebung nicht annehmen entfernen wir uns von IHM.Das Große ist wir dürfen Vergebung umsonst annehmen.
Jesus hat uns angenommen und wir sollen uns selbst auch annehmen.
Gott segne Sie
Anmerkung zum Beitrag von Rainer: Hallo Rainer, ich greife von Ihren Begriffen das Gegensatzpaar "light" und "bleischwer" heraus und setze sie so ein: Jesus hat meine Sünden ans Kreuz getragen. Er … mehrist auch für mich gestorben und hat mich erlöst. Dadurch muss ich nicht mit meiner Schuldenlast leben. Das alles gab er mir unverdient, aus Gnade und Barmherzigkeit. Die Predigten, die mir das vermitteln (z.B. hier auf dem Sender, gestern der Gottesdienst aus Hamburg mit Herrn Baum) machen mein Gemüt froh und "light". Dagegen würde mir die Verleugnung des Sühnetodes Jesu eine "bleischwere" Last bedeuten.
Ich danke Ihnen sehr herzlich für diesen Artikel,Sie haben schonungslos aufgedeckt!Danke
Stimme Ihnen zu, daß der Begriff in der heutigen Zeit oftmals verniedlicht und zu Unrecht verharmlost wird.Der Vergleich mit einer Medaille und deren zwei Seiten empfinde ich als zutreffend..Der … mehrVorschlag mit einem vertrauten Mitchristen in die Beichte zu gehen und die persönliche Schuld vor Gott zu bringen, dort wo diese letzlich hingehört, ist gut und hilfreich.Dieses setzt aber vorraus, das ein "Stil der Offenheit" gelebt wird. Nur dann wenn wir Christen diese Offenheit in unseren Gemeinden praktizieren und erleben, nehmen wir der Sünde einen Teil Ihrer Macht, die Verheimlichung und das "unter den Teppich" kehren...Bei Ihrer Liste der verharmlosten Sünden kann ich nicht nachvollziehen, warum Selbstbefriedigung "grundsätzlich" eine Sünde ist...? Wie wirkt diese Aufzählung z. B. auf die Singles oder zeitweise getrennt lebenden Paare? Wünsche Ihnen Gottes Segen und Geleit für den Tag Herzlichst Markus Hummer
ein zugegebenermassen ernstes thema - aber gerade in der heutigen zeit des relativierens und verharmlosens enorm wichtig. wenn jesus für sünde(r) gestorben ist, dann kann schuld nicht harmlos sein - … mehres hat ihm sein leben gekostet...
vielen dank für diesen ausgewogenen, klaren und tiefgehenden beitrag!
und liebe grüsse, andreasm
Danke, Herr Bär, für die diese Darstellung. Ich möchte drei Punkte einbringen. 1. Zum Begriff der Sünde gibt es auch die Ansicht, dass Sünde das Getrenntsein von Gott ist. Der 2. Punkt ist, dass ich … mehrJürgen Fliege nicht verstehen kann. Er ist mir dadurch sehr sehr fremd geworden. Wenn er seinen Misthaufen nun mal behalten will, ist das sein Problem und nicht meines. Jedem Tierchen sein Pläsierchen! Der dritte Punkt ist eine Frage zur Beichte. Warum ist dabei ein Mensch nötig. Geht es nicht auch nach dem Motto: Sag's Gott und der Wand...?
Mir ist "Glaube light" doch lieber als diese bleischwere Predigt. Passt besser in die heutige Gesellschaft und man hat noch ein bisschen Spaß im (Gemeinde-)leben. Ich weiß jedenfalls, wo ich nicht Theologie studieren würde, trotz lockeren Werbevideos. Ein Landeskirchler.