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© Priscilla du Preez / unsplash.com

09.12.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor: Rebecca Schneebeli

Mein Bibelbuch (23)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Rebecca Schneebeli über das Hohelied.

 

 

Oh lala! Das haben Sie vielleicht gedacht, als Sie gehört haben, um welches Bibelbuch es jetzt geht. Denn in den eher poetischen Versen des Hohenliedes geht es hoch her! Ein wenig blumig, aber doch unmissverständlich wird hier die Geschichte eines Liebespaares erzählt. In wechselnden erotischen Versen schildern Mann und Frau das Verlangen nach ihrem Partner. Was hat solch ein Buch nun ausgerechnet in der Bibel zu suchen? Diese Frage kann einem da schon in den Sinn kommen.

Mir sind auf Anhieb drei gute Gründe eingefallen, warum auch das Hohelied in die Bibel gehört:

1. Sexualität gehört zu unserem Leben als Mensch dazu. Daraus macht die Bibel keinen Hehl. Zwar wird Sex nicht überall so bildlich beschrieben wie im Hohelied, doch auch an anderen Stellen nehmen die verschiedenen Verfasser kein Blatt vor den Mund, wenn es um die sexuelle Anziehung von Mann und Frau geht. Selbst Paulus als überzeugter Single gibt Paaren als auch Singles Tipps zum Umgang mit sexuellen Gefühlen.

Ob wir es wollen oder nicht, wir sind Wesen mit sexuellen Bedürfnissen und das prägt uns. Deshalb sprechen auch die biblischen Autoren über Sex. Und aus genau diesem Grund gehört auch ein Buch wie das Hohelied in die Bibel.

2. Sexualität ist toll und ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Sex ist die ultimative Möglichkeit, um unsere tiefste Zuneigung zu einem anderen Menschen auszudrücken. Das beschreibt die Bibel gleich zu Beginn ganz schlicht im 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 24: „Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.“

Im Hohelied findet dieses Verständnis von Sex seine literarische Umsetzung. Die wechselnden Liebesverse, mal aus Sicht des Mannes, mal aus Sicht der Frau, erzählen davon, wie schön es ist, einen anderen Menschen mit Körper und Seele zu lieben. Aber auch die Verletzlichkeit einer solchen Beziehung wird angesprochen. Liebe und Sex – das gehört laut Bibel zusammen. Auch davon erzählt das Hohelied.

3. Beim Sex kommen wir einem Menschen so nahe wie kaum sonst. Auch in anderen Aspekten ist die Beziehung zwischen Mann und Frau von großer Nähe geprägt. Deshalb beschreibt die Bibel die Ehe immer wieder als Sinnbild dafür, wie eng Gott mit uns verbunden sein möchte.

Als Christen reden wir davon, dass Gott in uns wohnen will. Wie ein Ehepartner möchte er uns treu beistehen und uns immer nahe sein. Daher lässt sich das Hohelied auch als Allegorie lesen. So sehr wie Mann und Frau einander zugetan sind, so sehr liebt Gott uns. Er möchte unser Lebenspartner sein und er möchte auch unsere Liebesbeziehungen prägen. Dafür steht für mich das Hohelied.

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Rebecca Schneebeli

Rebecca Schneebeli

  |  Redakteurin

Sie schätzt an ihrem Job, mit verschiedenen Menschen und Themen in Kontakt zu kommen. Sie ist verheiratet und mag Krimis und englische Serien.

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