Navigation überspringen
© Jason Leung / unsplash.com

25.01.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor: Ellen Hörder-Knop

Worte

Von leeren, schöpferischen und bleibenden Worten.


„Worte, Worte, nichts als Worte!“, hat William Shakespeare schon vor 400 Jahren festgestellt. Diese Aussage klingt nicht gerade begeistert. Das sagt ein Dichter, der mit klugem Geist, die Kunst der Sprache und Wörter beherrscht hat. Wo liegt da der Haken?

Hat er erlebt, dass man zwar „schöne Worte“ wählen und „treffende Worte“ finden, aber sich immer weniger auf Worte verlassen kann?
 

Leere Worte

Das ist bis heute so geblieben: Worte können täuschen und enttäuschen, verletzen und hetzen. Manche klingen leer, manche vollmundig. Manche abgehoben und realitätsfremd. Viele Worte vergehen wie Schall und Rauch.

Was ich brauche sind Worte, an denen ich mich festhalten und orientieren kann. Das neue Jahr hat erst begonnen. Ein Jahr mit Krisen – wir sind mittendrin – aber auch mit Chancen. Ein Jahr, das es nicht verdient, zu einem Chaos von unwahren Werbekampagnen, Hetzkampagnen und Verschwörungstheorien zu werden. Ein Jahr mit politischem Wahlkampf – mit Wahlversprechen, die hoffentlich nicht im Sand verlaufen.

Millionen von Wörtern werde ich zu hören bekommen. Wörter, die mir einreden, was ich unbedingt brauche für ein sicheres und glückliches Leben. Wer kann mir dieses Jahr etwas anderes anbieten? Wem kann ich mich anvertrauen? Wo muss ich keine Angst vor leeren Worten haben?

Wenn da jemand kommt und behauptet: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nie!“, höre ich skeptisch hin. Wer so etwas sagt, muss sehr von sich überzeugt sein. Entweder er übertreibt maßlos oder diese Aussage stimmt und verdient, ernst genommen zu werden.
 

Schöpferische Worte

Jesus selbst ist es, der diese Worte ausgesprochen hat. Nachzulesen in der Bibel (Matthäus 24,35).

Ich freue mich, dass es Worte der Bibel gibt. Das sind keine großen Worte, die nur vollmundig klingen. Das sind keine netten Worte, die nur etwas beschönigen. Und das sind erst recht keine leeren Worte, die nur so dahingesagt sind.

 

Die Worte der Bibel sind Gottes Worte. In ihnen steckt „power“, steckt Kraft und Energie: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ So beginnt der Evangelist Johannes seinen Bericht über das Leben von Jesus (Johannes 1,1).

Diesem Jesus hat Johannes sein Leben anvertraut und in ihm den Weg, die Wahrheit und das Leben gefunden (Johannes 14,6).

Mit dem Ausdruck „Im Anfang“ nimmt Johannes die ersten beiden Wörter der Bibel auf, die mit der Schöpfungsgeschichte beginnt. Ein schöpferisches Wort also: Es schafft Neues. Ein Wort, das „Anfänge“ setzt. Gott selbst ist das Wort, das von Anfang an war und aus dem heraus alles existiert, was es gibt: diese Welt, die Zeit, die Schöpfung, sie und ich.

Dieser Gott ist auf der Suche nach Menschen, die sich ansprechen lassen. Von Beginn der Schöpfung an beabsichtigt Gott nichts anderes. Der Drang, sich mitzuteilen verkörpert sich schließlich in einer Person: In Jesus Christus – dem menschgewordenen Wort Gottes.

 

Bleibende Worte

Sollte er nicht autorisiert sein zu sagen: „Alles – Himmel und Erde – wird einmal vergehen, nur mein Wort nicht. Mein Wort ist ewig, es bleibt!“ Und dieses Wort sagt, dass nur deshalb alles vergehen wird, weil es einem neuen Himmel und einer neuen Erde Platz machen muss. Da muss die Zeit der Unvergänglichkeit weichen. Da wird es kein Leid und keine Not, keine leeren Versprechungen und enttäuschende Erfahrungen geben.

Da wird nur noch Gott mit seinem ewigen Wort, mit seiner Liebe und seinem Leben sein. Und wir mit ihm – wenn wir das wollen. Der Reformator Martin Luther sagte einmal: „Wo ich Gottes Wort ergreife, habe ich ein gewonnenes Spiel!“. Wenn sie ihre Hoffnungen in diesem Jahr auf Gottes Zusagen setzen, werden sie garantiert erfahren, dass es keine leeren Worte sind. Es sind lebensgestaltende, schöpferische Worte, mit denen sie das Leben – ewiges Leben – gewinnen können. Versuchen Sie`s!

 Ellen Hörder-Knop

Ellen Hörder-Knop

  |  Redakteurin Lebenshilfe / Theologie

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Kommentare

Herbert g. /

Ich finde die Auslegung über Worte und das Wort sehr gut. Jesus ist das letzte Wort von Gott an uns. (Hebr. 1,2

Das könnte Sie auch interessieren