Und schon wieder ist es da, dieses Kribbeln im Bauch. Die Gelegenheit ist günstig, das Thema passend. Ich könnte jetzt von meinem Glauben an Jesus erzählen - und tue es doch nicht. Irgendwie ist es so schwer, kostet so viel Überwindung. Warum kann ich nicht einfach ganz frei und locker von meinem Glauben sprechen, als sei es das Selbstverständlichste der Welt?
Ein Mann, der seinerzeit diese Selbstverständlichkeit lebt und mit seiner Nachfolge ganz natürlich umgeht, ist der Apostel Matthäus, auch Levi, Sohn des Alphäus, genannt (Mk. 2,14; Lk. 5,27). Als Jesus ihn in seine Nachfolge beruft, ist Matthäus noch einer dieser Menschen, die der normalbürgerliche Jude lieber meidet: ein Zöllner. Diese jüdischen Beamten machten mit den Römern gemeinsame Sache, um ihr eigenes Volk auszubeuten. Nicht ohne Grund werden die Zöllner in der Bibel stets in einem Atemzug mit den Sündern genannt (Mt. 9,10; Mk. 2,15). Dennoch entscheidet sich Jesus, genau solch einen Menschen in seine Nachfolge zu rufen.
Keine Scheu, seinen Glauben zu bezeugen
Mit seiner Berufung ändert sich Matthäus' Leben von heute auf Morgen. Dennoch lässt er seine alten Freunde nicht gleich im Stich, sondern lädt sie kurzerhand zusammen mit Jesu und den Aposteln zu einem Festessen ein (Mt. 9,9-13). Zwei Gruppen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Doch Matthäus zeigt keine Scheu, sein neues Leben mit seinen bisherigen Kollegen zu teilen. Sie sollen auf ganz ungezwungene Weise von dem erfahren, was sein Leben so plötzlich verändert hat. Genauso schämt sich Matthäus auch vor Jesus und den anderen Jüngern nicht, mit so ‚gottlosen‘ Menschen wie den Zöllner befreundet zu sein.
Vorliebe für beweiskräftige Quellenangaben
Matthäus entwickelt sich vom Zöllner zum treuen Jesus-Nachfolger, dessen Wunsch es ist, auch andere Menschen auf den Weg mit Jesus mitzunehmen. Besonders den Juden will er beweisen, dass Jesus wirklich der verheißene Messias ist, auf den sie so eifrig warten. Das wird im Matthäus - Evangelium besonders dadurch deutlich, dass Matthäus immer wieder eine Verbindung zwischen dem Handeln Jesu und den Prophetien des Alten Testaments herstellt. Er zeigt damit, dass sich mit Jesus die Verheißungen wortwörtlich erfüllen. Sprich, dass Jesus wirklich der Messias ist (vgl. z.B. Mt. 1,22f/ Jes. 7,14; Mt. 3,3 / Jes. 40,3).
Durch diese sogenannten „Reflexionszitate“ wird noch eine Eigenschaft des Matthäus deutlich: Er ist in den alten Schriften zuhause. Im Gegensatz zu uns heute hat er in jener Zeit nicht die Möglichkeit, einen Bibelvers über eine Suchmaschine zu suchen, um schnell einen Quellennachweis in sein Evangelium einzufügen. Er kennt die Schriften durch und durch und kann dadurch die erfüllten Prophetien erkennen und dokumentieren. Die Heilige Schrift ist sein Fundament anhand dessen er alles prüft, was er sieht. Beide Eigenschaften des Matthäus, sein offenes Glaubenszeugnis und sein Bibelwissen, hängen eng miteinander zusammen. Wer ein solides Fundament an Bibelkenntnis hat, kann auch leichter von seinem Glauben erzählen und Antworten auf Fragen geben.
Drei Werkzeuge für einen Missionar
Matthäus ist ein Vollblutmissionar. Die Hinweise auf die Schriften des Altes Testaments dienen ihm dazu, den Juden Jesus als den erwarteten Messias zu bezeugen. Gleichzeit weiß er aber auch, dass Jesus für die ganze Menschheit gekommen ist. Es verwundert daher nicht, dass er es ist, der den berühmten Missionsauftrag Jesu dokumentiert (Mt. 28,19).
Dieser Auftrag, allen Völkern das Evangelium zu erzählen, galt nicht nur den Jüngern zur Zeit Jesu, sondern gilt auch mir heute ganz persönlich. Matthäus veranschaulicht eindrücklich, welche Eigenschaften mir helfen können, um diesen Auftrag auszuführen: Ein festes Fundament an Bibelkenntnis, ein Herz für andere Menschen und eine offene und natürliche Art, den Glauben weiterzugeben.
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Kommentare (4)
Die Aufforderung, von meinem Glauben zu erzählen hat mich bewegt. Auch die Schwierigkeit, es zu tun. Da hat mich die Erzählung eines Freundes beeindruckt. Er berichtete mir von einem Polier, einem … mehrBaumenschen, der sonntags in die Kirche geht und von den übrigen Maurern gehänselt wird. "Warum gehst Du sonst so vernünftiger Mensch dorthin?" Seine Antwort: "Damit ich weiß, wo's lang geht." Ein kürzeres und besseres Glaubensbekenntnis habe ich bisher nicht gehört. Das möchte ich auch können.
Hallo Kim,
ist es nicht so, dass wir es uns selbst schwer machen, von unserem Glauben zu reden? Wir winden uns - wie du oben schreibst: "..- und tue es doch nicht. Irgendwie ist es so schwer, kostet … mehrso viel Überwindung.."
Weiter unten schreibst du: "..Wer ein solides Fundament an Bibelkenntnis hat, kann auch leichter von seinem Glauben erzählen und Antworten auf Fragen geben..."
Da stimme ich dir zu. Aber ist es nicht so, dass diese "Gelehrtheit" die Menschen verängstigt? Ist es nicht viel authendischer, wenn wir über unsere eigenen Erfahrungen berichten? Vor 2000 Jahren stand das Christentum am Anfang, die Christen wurden verfolgt. Auch viele Jahre später noch. Die Evangelien wurden doch sicher versteckt - aus Angst, dass sie zerstört werden. Es ist leicht, unter Seinesgleichen vom Glauben zu reden.
Wenn mich jemand (vor allem ein Atheist) fragt, wieso ich glaube dann sage ich ihm: `Seit ich mich zum christlichen Glauben bekannt habe, hat sich mein Leben und habe ich mich verändert. Mein Leben ist besser, ich bin viel zufriedener, nicht mehr so rastlos und ängstlich (dies ist ja eine Krankheit unserer Zeit). Und ist es nicht besser an etwas oder jemanden glauben zu können und es geht mir gut und m a c h t mich gut? Was kann falsch daran sein, wenn ich einstmals in Frieden sterbe, als in Angst vor dem Nichts? Für diese Erfahrung brauch ich kein Bibelstudium - das kommt sowieso. Ich bin, gemessen an dem Atheisten, im Vorteil. Das zeige ich ihm u. es ist authendisch.
guter Artikel- Danke!
Liebe Kim!
Es ist für heute auch eine Frage,warum das Evangelien von Matthäus auf mich das grösste Eindruck gemact hat,als ich mit der Bibel kennengelernt habe,und auch heute.Sie weiss vielleicht die Antwort.
Mit herzlichem Grüsse:Imre Ambrus