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© Asantha Abeysooriya / unsplash.com

08.06.2022 / ERF Global Hope / Lesezeit: ~ 6 min

Autor/-in: Ingrid Will

Neue Perspektive in der Krise

Sri Lanka steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Radioprogramme von TWR schenken neue Hoffnung.


Essen, Tanken, Heizen – vieles ist bei uns in Deutschland in den letzten Monaten teurer geworden. Kein Brot oder Benzin mehr zu bekommen, müssen wir momentan jedoch nicht befürchten. Anders sieht es in Sri Lanka aus. Dort stehen Menschen zurzeit stundenlang an, um Treibstoff oder Lebensmittel zu kaufen, um dann doch oft mit leeren Händen nach Hause gehen zu müssen. Stromausfälle gehören seit Monaten zum Alltag.

Sri Lanka steckt nämlich in der schwersten Wirtschaftskrise seit seiner Unabhängigkeit 1948. Der Inselstaat ist bankrott und steht kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch. Die Ursachen der Krise sind überwiegend hausgemacht: langjährige Misswirtschaft, Vetternwirtschaft und Korruption. Doch auch der Wegfall des Tourismus infolge der Pandemie hat die finanzielle Situation des Landes verschärft.

Dies führt zu starker Inflation, fehlenden Medikamente und einer hohen Planungsunsicherheit im täglichen Leben der Bevölkerung. Seit Monaten gehen die Menschen deswegen auf die Straße und protestieren gegen die Regierung. Beobachter befürchten, die sozialen Unruhen könnten sogar zu einem erneuten Bürgerkrieg führen.
 

Ganzheitliche Radioprogramme, die relevant sind

In Sri Lanka leben nur circa 7-8 Prozent Christen. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind Singhalesen und zählen sich zu den Buddhisten. Hindus und Muslime im Land gehören meist zu der Volksgruppe der Tamilen und machen zusammen etwa 20 Prozent der Bevölkerung aus (12-13 Prozent Hindus, 8-10 Prozent Muslime).

Es ist daher eine schwierige Lage, in der die Mitarbeiter unseres Medienpartners TWR Sri Lanka zurzeit arbeiten. Trotz der fast täglichen Stromausfälle produziert das kleine Team von 13 Personen weiterhin wöchentlich zehn verschiedene Programme, die im Radio und auf sozialen Medien verbreitet werden. Die Sendungen sollen die christliche Minderheit stärken und ermutigen. Außerdem will das Team dadurch Menschen mit einem anderen religiösen Hintergrund die Hoffnungsbotschaft von Jesus näherbringen.

Besonders beliebt sind die Frauenprogramme, die TWR Sri Lanka auf Singhalesisch und Tamil ausstrahlt. Der Produzentin Ranuka ist es wichtig, dass die Sendungen einen ganzheitlichen Ansatz haben. Sie spricht daher sowohl gesundheitliche und soziale als auch geistliche Themen an. Dass die Programme für das Leben der Hörerinnen relevant und interessant sind, wird an den vielen Rückmeldungen deutlich, die das Team jede Woche erhält. Frauen aller religiöser Hintergründe und Altersgruppen melden sich. Sogar Männer und Kinder erzählen, dass sie die Programme gern hören.
 

„Ich möchte Jesus alles anvertrauen“

Am Ende jeder Sendung ermutigt das TWR Team die Zuhörer, sie zu kontaktieren. Zwei Mitarbeiterinnen nehmen die Anrufe und Textnachrichten entgegen. Wenn sie merken, dass Hörer(innen) tiefergehende Fragen, Gebets- oder Gesprächsbedarf haben, werden diese an ehrenamtliche Seelsorger vermittelt. So war es zum Beispiel bei einer 19-jährigen Buddhistin, die anruft und erzählt:

Als ich das Programm zum ersten Mal hörte, spürte ich danach eine große Erleichterung. In der Sendung ging es darum, dass Jesus unser bester Freund sein möchte. Ich habe keinen besten Freund und bin neugierig auf Jesus geworden. Ich verspüre das Verlangen, ihm alles anzuvertrauen.

Nach mehreren Gesprächen mit einer Seelsorgerin entscheidet sich die junge Frau Jesus nachzufolgen.

Viele Frauen realisieren durch die Sendungen außerdem zum allerersten Mal, dass sie einen Wert haben. Eine Hörerin schreibt:

Ich folge einer anderen Religion. Eigentlich höre ich nicht gerne Radio. Eines Tages schaltete ich es aber doch an, um die Leere zu füllen, die ich in mir spürte. Ich hasste mich selbst, da mich alle wegen meines Aussehens ausgrenzten. Ich dachte, mein Leben hätte keine Bedeutung. Ich verfluchte den Tag, an dem ich geboren wurde. In der Sendung spracht ihr darüber, wie wertvoll jedes Leben ist. Da wusste ich, dass es kein Zufall gewesen war, dass ich das Radio angeschaltet hatte. Ihr habt mir eine andere Perspektive für mein Leben gezeigt. Jetzt realisiere ich, dass ich einzigartig und in Gottes Augen wertvoll bin. Ich bin euch so dankbar für euer Programm.

Ihr habt mir eine andere Perspektive für mein Leben gezeigt. Jetzt realisiere ich, dass ich einzigartig und in Gottes Augen wertvoll bin. Ich bin euch so dankbar für euer Programm. – Zuhörerin Women of Hope Sri Lanka

 

Fantastische Frauenprogramme - auch für Männer!

Hörerinnen und Hörer loben auch, dass die Sendungen auf Familienthemen wie Kindererziehung oder Ehekrisen eingehen. Eine Mutter berichtet:

Die Sendung diese Woche über den liebevollen Umgang mit Kindern hat mich besonders angesprochen. Ich bestrafe meine Kinder oft aus meiner Wut heraus. Doch nun weiß ich, dass dies falsch ist. Es ist eine Freude und ein Segen eure Programme zu hören.

Dabei kommen die Feedbacks auf das Programm nicht allein von Frauen. Auch etliche Männer melden sich auf die Sendungen zurück. Ein Familienvater sagt:

Dieses Programm ist fantastisch! Es ist zwar für Frauen gemacht, aber wir Männer können auch davon profitieren. Denn wenn wir unsere Frauen besser verstehen, können wir sie so behandeln, wie Gott das möchte. Ihr gebt tolle Ratschläge für Familien. Ich danke Gott für eure wunderbaren Sendungen!

Wenn wir unsere Frauen besser verstehen, können wir sie so behandeln, wie Gott das möchte. – Zuhörer Women of Hope Sri Lanka

 

„Jedes Wort Gottes fesselt mich zutiefst“

Eine weitere beliebte Sendereihe ist „Der Weg der Gerechtigkeit“, die auf Tamil produziert wird. Sie baut eine Brücke zwischen den Propheten des Alten Testaments und der Ankunft Jesu. Die Folgen erklären systematisch, dass Jesus mehr ist als nur ein Prophet, und beantworten die Frage, wie man vor Gott gerecht werden kann. Auf diese Sendungen erhält TWR Sri Lanka zahlreiche Rückmeldungen von Menschen, die zum ersten Mal verstehen, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat:

Ich folge einer anderen Religion. Seit einer Weile hören meine Frau und ich dieses Programm und genießen es sehr. Es gibt uns viele wertvolle Informationen und ein klares Bild von Christus. Wir werden es auf jeden Fall weiterhin hören und danken euch vielmals.

Ich bin regelmäßiger Hörer. Durch euer Programm habe ich vor drei Monaten beschlossen, Jesus nachzufolgen. – Zuhörer von „Der Weg der Gerechtigkeit“ Sri Lanka

 

Dieses Programm hat mir immer geholfen, wenn ich deprimiert war. Jedes Wort Gottes, das verkündet wird, fesselt mich zutiefst. Es inspiriert mich, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Das ist ein göttliches Geschenk.
 

Trotz Krise mit Mut in die Zukunft

Die Wirtschaftskrise in Sri Lanka erschwert das tägliche Leben und die Arbeit der TWR Mitarbeiter erheblich. Doch die vielen positiven und berührenden Hörerrückmeldungen, ermutigen das Team weiterzumachen. Sanjaya, der Leiter von TWR Sri Lanka, sagt:

Seit 2020 unterstützt der ERF die Medienarbeit von TWR Sri Lanka. Helfen Sie uns mit einer Spende dieses und andere Projekte in Asien weiter voranzubringen.

Unser Land steckt in der schwersten Krise unserer Geschichte. Wir möchten die Menschen in dieser schwierigen Zeit stärken und ermutigen. Unsere Vision ist es, bis zum Jahr 2025 jede Stadt und jedes Dorf in Sri Lanka mit der hoffnungsvollen Botschaft von Jesus Christus zu erreichen. An jedem Ort soll mindestens eine Person vom Evangelium berührt werden. Wir sind dem ERF sehr dankbar für die Unterstützung, die unsere Arbeit ermöglicht.

Unsere Vision ist es, bis zum Jahr 2025 jede Stadt und jedes Dorf in Sri Lanka mit der hoffnungsvollen Botschaft von Jesus Christus zu erreichen. – Sanjaya, Leiter TWR Sri Lanka

 

Gebetsanliegen

  • Wir beten für weise politische Entscheidungen in Sri Lanka, damit die Wirtschaft sich erholen und eine Hungersnot abgewendet werden kann.
  • Durch die häufigen Stromausfälle können derzeit weniger Menschen die Radioprogramme hören. Wir beten, dass die TWR Sendungen trotzdem eine große Reichweite haben und viele Menschen berühren.
  • Wir sind dankbar für das engagierte Team in Sri Lanka. Wir bitten für Kraft, Durchhaltevermögen und Ermutigung für die Mitarbeiter, trotz der schwierigen äußeren Umstände.
     
 Ingrid Will

Ingrid Will

  |  Projektkoordinatorin

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