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29.11.2022 / Aktuelles / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Regina König

Der Wald als Klimaretter

World Vision: wie Bäume Leben und Zukunft spenden

 

 

Die Klimakonferenz in Scharm El-Scheich ist Geschichte – doch das Problem, das zwei Wochen lang für die Vertreter aus rund 200 Ländern auf dem Verhandlungstisch lag, bleibt: die Erwärmung des Klimas. Und damit bleibt auch die Sorge um die Menschen, die weiterhin wetterbedingten Naturkatastrophen ausgesetzt sein werden. Besonders betroffen sind Länder in Asien und Afrika. Ihnen gilt auch die Sorge des christlichen Kinderwerks World Vision. Ekkehard Vorberg ist World-Vision-Klimaexperte, mit ihm haben wir gesprochen.


ERF: Herr Vorberg, Experten bewerten den Ausgang der Klimakonferenz weder als Rückschritt noch als Fortschritt. Sie waren selbst live vor Ort in Ägypten. Hat sich Ihre Reise gelohnt?

Ekkehard Forberg: Da gibt es Licht und Schatten. Es hat zu wenig Fortschritte im Bereich CO2-Einsparung gegeben, das ist eine schlechte Nachricht. Aber die gute Nachricht ist, dass die ärmeren Länder sich durchsetzen konnten mit ihrer Forderung nach einem finanziellen Fonds für Schäden und Verluste, die entstehen durch klimabedingte Ereignisse, für die sie selbst ja nicht verantwortlich sind.

Allerdings wird es Jahre dauern, bis der Fonds eingerichtet ist und die Details verhandelt sind. Aber dass dieser Fonds kommt, ist erstmal eine gute Nachricht, denn gerade in diesen Ländern leiden Kinder und Jugendliche sehr stark unter den Klimaauswirkungen wie Luftverschmutzung oder Dürren.


ERF: Also immerhin: dieser Fonds wurde beschlossen, allerdings stehen noch nicht mal die Rahmenbedingungen fest. Wieviel ofHoffnung setzen Sie in dieses Vorhaben?

Ekkehard Forberg: Der Fonds selbst ist sehr gut, aber es wird eben noch einige Jahre dauern, bis er kommt. Deswegen hat die Bundesregierung mit Unterstützung der G7 zusätzlich einen globalen Schutzschirm beschlossen. Deutschland stellt 170 Millionen Euro dafür bereit. So können sich u.a. arme Länder gegen Klimaschäden versichern.
 

„Bei der CO2-Einsparung hätte es mehr Fortschritt geben müssen“

Allerdings sind die 170 Millionen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber das Geld steht jetzt sofort zur Verfügung und es ist eine Überbrückung, bis der Fonds für Schäden und Verluste kommt. Es ist also gut, dass wir in Ägypten Ergebnisse gesehen haben, aber bei der CO2-Einsparung hätte es mehr Fortschritt geben müssen. Denn all diese Hilfen funktionieren am Ende nur, wenn die Schäden überschaubar bleiben und das wird nur passieren, wenn jetzt sofort Emissionen eingespart werden.


ERF: World Vision fördert u.a. selbst das Wiederaufforstungsprogramm mit dem Waldmacher Tino Rinaudo. Was können solche Programme ausrichten gegen die globale Erwärmung?

Ekkehard Forberg: Die globale Erwärmung soll ja bei einer Erhöhung von 1,5 Grad bleiben. Diesen Pfad haben wir allerdings schon verlassen. Aber gerade die Wiederbegrünung dient dazu, dass wir einen Schritt auf diesem Weg gehen. Wenn Wälder wieder entstehen, indem wir unterirdische aktive Wurzeln nutzbar machen und sie beschneiden, so dass daraus wieder Bäume wachsen, dann sinkt vor Ort die Temperatur. Das haben wir als World Vision in 26 afrikanischen Ländern geschafft auf 20 000 Quadratkilometern.
 

Wiederbegrünung gibt Kindern Zukunft

Dadurch entstehen in der Folge bis zu vierfach höhere Agrarerträge. Und diese Wiederbegrünung ist erstmal nicht auf Regen angewiesen. Die Bäume wachsen aus sich selbst heraus, müssen aber gepflegt und beschnitten werden. Wenn das klappt, können die Menschen wieder Getreide anbauen, dann kommt der Regen zurück und Kinder und Jugendliche können ihrer Zukunft besser entgehen sehen, weil sie genügend zu essen haben und zur Schule gehen können.

All das haben wir im südlichen Äthiopien erlebt. Durch die Wiederbegrünung wuchsen die Erträge in der Landwirtschaft, so dass die Kinder auf dem Feld nicht mehr mithelfen mussten, sondern sogar studieren konnten. Also: da liegt die Zukunft und da sehen wir positiv nach vorn.


ERF: Nachhaltig Klima und damit auch Kindern helfen, herzlichen Dank an Ekkehard Vorberg, er ist Klimaexperte des christlichen Kinderhilfswerks World Vision.

 Regina König

Regina König

  |  Redakteurin

Für ERF Plus in Mitteldeutschland unterwegs. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder.

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