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© Jeshoots com / unsplash.com

04.02.2022 / Wochenrückblick / Lesezeit: ~ 4 min

Autor/-in: Katja Völkl

Grüner Atomstrom und Olympische Winterspiele

Der Freitagstalk des ERF Aktuell-Teams.

 

 

Mit Szenen wie aus einem Science-Fiction Film hat Olympiagastgeber China die Athleten aus aller Welt begrüßt. Schon am Flughafen Kontrollen durch Marsmenschen im Ganzkörperschutzanzug. Damit eröffnen wir den heutigen Freitagstalk von ERF Aktuell. Mein Name ist Katja Völkl und die Infos hat diesmal Ingrid Heinzelmaier zusammengesucht.
 

ERF: Heute starten die Olympischen Winterspiele in Peking und die Welt guckt hin. Eine sicher pompöse Eröffnungsfeier. Aber wer ist vor Ort im „Vogelnest“ - wie das Olympiastadion in Peking wegen seiner auffallenden Architektur genannt wird?

Ingrid Heinzelmaier: Vor allen Dingen Fernsehzuschauer in aller Welt. Ausländische Gäste sind wegen der Pandemie nicht erlaubt. Auch in China wurden keine Tickets verkauft, sondern nur über die Behörden an Ausgewählte verteilt. Repräsentanten vieler westlicher Staaten blieben fern, weil sie gegen Menschenrechtsverletzungen in China protestieren wollen. Anwesend im Publikum sind Vertreter von autoritär regierten Staaten wie Russland, Ägypten oder Saudi-Arabien. Eine Teilnehmerliste, die also „tief blicken“ lässt.
 

ERF: Und Deutschland?

Wie die meisten westlichen Staaten hat Deutschland keine Regierungsvertreter gesandt zum Eröffnungsevent.
 

ERF: Westliche Staatshäupter sind also aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen nicht nach Peking gekommen zur Eröffnung. Inwiefern sind auch Christen von diesen Problemen betroffen?

Wir wissen über den Kontakt zu unserem internationalem Partnernetzwerk twr: Die Lage hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschärft. So sind z.B. Apps mit religiösen Inhalten verboten. Parteimitglieder dürfen keine Kirchen mehr besuchen. Deshalb treffen sich Christen mehr und mehr in kleinen Kreisen zuhause. Dabei müssen sie aber Acht geben, dafür nicht im Rahmen von „Social Scoring“ bei den Behörden angezeigt zu werden.
 

ERF: Was würde das bedeuten?

Also wenn jemand von einem verbotenen Treffen erfährt und es nicht an die Behörden weitergibt, wird er oder sie bestraft z.B. durch eine schlechtere Internetverbindung oder indem man ihm einen Kredit oder einen Flug verweigert. Also nicht nur diejenigen, die christliche Treffen besuchen, werden bestraft, sondern auch alle, die davon wissen. Also, einfach mal so einen Freund oder eine Freundin einladen in einen Bibelgesprächskreis, das geht nicht mehr. Trotz des so zunehmendem Drucks sind aber bei einem theologischem Schulungsprogramm unseres Partners im Herbst dreißig Studierende neu eingestiegen.
 

ERF: Rund 60 bis 100 Millionen überzeugte Christen in China sind sicher dankbar für Gebet. Kommen wir zu einem anderen Thema: Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard hat Israel für seine Palästinenser-Politik scharf kritisiert.

Anlässlich der Veröffentlichung eines Amnesty-Berichts hat sie gesagt: Wie Israel Palästinenser im Land behandelt, käme dem System der Apartheid gleich. Damit ist die Rassentrennung gemeint in der Republik Südafrika vor 1994. Israels Außenminister Lapid meint, diese Äußerung diskriminiere den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten.

Und der Präsident des deutschen Zentralrats der Juden Dr. Josef Schuster findet, dieser Bericht untergräbt die Glaubwürdigkeit der Menschenrechtsorganisation: „Einen solchen Bericht zu veröffentlichen“ – so Schuster wörtlich - „halte ich auch deshalb für fahrlässig, weil er den ohnehin verbreiteten israelbezogenen Antisemitismus in Europa weiter schüren wird.“ Auch das Auswärtige Amt der Bundesregierung bezeichnet in einer Pressemeldung die Verwendung dieses Begriffs mit Blick auf Antisemitismusvorwürfe im Land als kontraproduktiv.
 

ERF: Die EU Kommission hat in dieser Woche Investitionen in neue Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Auflagen als klimafreundlich eingestuft …

Ja, und das trotz der Proteste von Deutschland, Österreich und anderer Länder.

Diese Energien – so die zuständige Kommissarin Mairead McGuinness – „seien an sich nicht grün, aber sie ermöglichen den Übergang zu erneuerbaren Energien“.

Atomstrom mit seinen ungelösten Entsorgungsfragen als grün einzustufen, nun ich denke, man muss keiner grünen Partei angehören, um das nicht nur an sich, sondern ganz und gar nicht grün zu finden.
 

ERF: Und dann ging in dieser Woche eine nette bunte Meldung aus Schweden durch Social Media und die internationale Presse über Corvid Cleaning – was ist das bloß?

Ja, ein junges Startup Unternehmen im schwedischen Södertälje südlich von Stockholm trainiert Krähen – auf Englisch Corvid. Diese Tiere sind ziemlich intelligent, sie können weggeworfene Zigarettenstümmel von den Straßen einsammeln. Von einer Maschine bekommen sie dann leckeres Futter, wenn sie ihr Sammelgut einwerfen.

Startup-Gründer Christian Günther-Hanssen schätzt, damit  können 75 Prozent der Straßenreinigungskosten eingespart werden – und er wundert sich, „dass wir zwar Krähen beibringen können, Zigarettenstummel einzusammeln; aber wir Menschen nicht beibringen können, sie nicht auf den Boden zu werfen“

ERF: Vielen Dank, Ingrid. Damit endet dann unser aktueller Wochenrückblick. Vielleicht haben Sie ja am Wochenende etwas Zeit. Auf erf.de finden Sie Aktuelles, spannende Stories und Mutmachgedanken aus der Bibel. Danke für Ihr Interesse und herzlich Gott befohlen.

 Katja Völkl

Katja Völkl

  |  Redakteurin und Moderatorin

Die gebürtige Münsteranerin ist für aktuelle Berichterstattung zuständig. Von Hause aus ist sie Lehrerin für Deutsch und Philosophie und Sprecherzieherin. Sie liebt Hunde, geht gerne ins Kino und gestaltet Landschaftsdioramen.

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