Träum weiter!
Zwischen Illusion und Wirklichkeit
Welcher Traum hat sich am eindrücklichsten in Ihr Gedächtnis gebrannt? Sind Sie über Ihr Haus geflogen oder standen mit jemand anderem vor dem Traualtar? Vielleicht. Aber was sollte Ihnen das sagen?
In diesem Dossier geht es um nächtliche Träume und ihre mögliche Bedeutung. Es geht aber auch um Lebensträume – und um die Frage, wie Gott durch beides in unser Leben sprechen kann.
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Sara Lorenz: In meinen Träumen (7/7)
Wenn Gott heute Nacht reden würde
Samuel Wolff erklärt, warum man beim Thema Traumdeutung eine gesunde Skepsis an den Tag legen sollte – ohne sich für das Reden Gottes zu versperren.

Wer Träume deuten will, braucht zunächst die Erkenntnis, dass er selbst nicht der Deuter ist. Gott ist es.
Was zeichnet einen guten Traumdeuter aus?
Wer Träume deuten will, braucht zuerst ein Fundament. Dieses legt Josef mit dem Satz: „Das steht nicht bei mir; Gott wird jedoch dem Pharao Gutes verkünden“ (1. Mose 41,16).
Wer Träume deuten will, braucht zunächst die Erkenntnis, dass er selbst nicht der Deuter ist. Gott ist es.
Wenn Sie lernen wollen, Träume zu deuten, empfehle ich den Mann, der in der Bibel als Oberster aller Traumdeuter genannt wird: Daniel (vgl. Daniel 4,6). Aus dem Buch Daniel lassen sich acht konkrete Merkmale eines guten Traumdeuters herausarbeiten:
1. Er ist betroffen und zeigt es
Als Daniel den Traum Nebukadnezars hört und seine Bedeutung erkennt, verstummt er zunächst. Er ist erschüttert (vgl. Daniel 4,16). Er ist innerlich berührt, weil ihm der Mensch vor ihm nicht gleichgültig ist. Ein guter Traumdeuter ist kein kühler Analytiker. Er ist ein Mensch mit einem weichen Herzen.
Daniels Reaktion ist geprägt von echtem Wohlwollen gegenüber dem König, obwohl Nebukadnezar alles andere als ein frommer Mann ist. Er sagt: „Ach, mein Herr, dass doch der Traum deinen Feinden und seine Deutung deinen Widersachern gelte!“ (Daniel 4,16). Daniel wünscht Nebukadnezar das Beste. Er will den König nicht bloßstellen. Wer einen Traum deutet, tut das als Dienst am anderen.
3. Er gibt genau wieder, was da ist
Daniel gibt den Traum fast wortwörtlich wieder und bleibt in seiner Deutung bei dem, was der König ihm erzählt hat. Er ist klar in seiner Botschaft, obwohl sie unangenehm ist: „Der Baum bist du, Nebukadnezar“ (vgl. Daniel 4,19–22). Ein guter Traumdeuter trägt zusammen, was da ist, und nicht, was er sich selbst alles noch denkt.
4. Er ist gott- und nicht selbstzentriert
Daniel stellt sich zu keinem Zeitpunkt selbst in den Mittelpunkt. Er zeigt dem König nur, was Gott sagt. Die ganze Deutung läuft auf die Erkenntnis hinaus, „dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will“ (Daniel 4,22). Das ist der Zielpunkt der Traumdeutung: Gottes Verherrlichung.
Daniel drängt sich nicht auf. Er wurde gerufen und er kommt. Er legt dar, was er in dem Traum sieht, und lässt dem König die Freiheit, damit umzugehen, wie er will.
Daniel redet nicht zögerlich oder entschuldigend. Diese Kühnheit ist aber mehr als Selbstbewusstsein, sie kommt aus seinem Gottesbewusstsein. Wer im Auftrag Gottes redet, darf mit Gewissheit reden. So klar zu sprechen, fällt manchem vielleicht schwer. Oft sagen wir lieber: „Kann es sein, dass Gott dir vielleicht dies oder jenes sagen will?“ Die Ermutigung von Daniel ist: Rede selbst- beziehungsweise gottbewusst.
7. Er gibt Rat und ruft zur Umkehr
Daniel belässt es nicht bei der Deutung. Er sagt dem König auch, was zu tun wäre: „Darum, mein König, lass dir meinen Rat gefallen und mache dich los und ledig von deinen Sünden durch Gerechtigkeit und von deiner Missetat durch Wohltat an den Armen, so wird es dir lange wohlergehen“ (Daniel 4,24).
Der Traum Nebukadnezars erfüllte sich nicht sofort. Es dauerte volle zwölf Monate, ehe der Traum eintrat (vgl. Daniel 4,26). Zwölf Monate, in denen Daniels Deutung wie eine offene Frage im Raum stand. Manchmal dauert es, bis ein Traum sich erfüllt. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Deutung falsch ist, sondern dafür, dass Gottes Zeitplan nicht unseren menschlichen Erwartungen folgt.
Träume deuten heute?
Man könnte meinen: Das alles – Salomo, Josef, Daniel – ist weit weg. Das sind Personen aus der Bibel, aus fernen Jahrhunderten. Doch redet Gott auch heute noch im Schlaf zu Menschen? Und wenn ja, gilt das auch mir?
Petrus gibt am Pfingsttag eine ermutigende Antwort und zitiert den Prophet Joel: „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben“ (Apostelgeschichte 2,17).
Das bedeutet: Wir leben in der Zeit, von der Joel geträumt hat. Wir sind die Söhne und Töchter, von denen hier die Rede ist. Und wir können von Gott Träume und Visionen erhalten.
Prüfung bleibt im Bereich der Traumdeutung notwendig, aber Gott redet. Manchmal auch nachts im Schlaf. Beten wir dafür, dass er es tut und wir es erkennen!
Wenn nächtliche Träume Leben verändern
Der Engel Gottes rief mich im Traum beim Namen.
Inspirierende Hörbeiträge


ERF Mitarbeiterstimmen
Wahrheit
Ein Traum ist für mich ein Spannungsfeld zwischen möglicher Bedeutsamkeit und fehlender Gewissheit. Die Prüfung durch Gottes Wort und durch Gebet ist dabei der einzig verlässliche Maßstab für Wahrheit.
Jörg Zander, IT-Spezialist
Wachstum
Träume sind für mich mehr als Schlafkino. Ich habe erlebt, wie Gott dadurch zu mir redet. Als sein Kind darf ich in all das, was er für mich hat, hinein- und über mich hinauswachsen.
Gesina Schneider, Unternehmensentwicklung
Sehnsucht
Träume drücken oft eine innere Sehnsucht aus. Auch wenn sich nicht alle meine Träume erfüllen, bewahren sie mich davor, alles einfach hinzunehmen. Sie erinnern mich daran: Veränderung bleibt möglich.
Jessica Bleyl, Moderatorin ERF Jess Talkwerk
Zielrichtung
In Bezug auf mein Leben hatte ich schon viele Traum- und Wunschvorstellungen.
Zum Ziel bin ich aber immer nur dann gekommen, wenn ich diese Träume mit Gott gemeinsam angegangen bin.
Steffen Schmidt, Moderator und Redakteur ERF Jess
Mehr zum Thema im Magazin ERF Antenne
Träume – (k)ein Fahrplan fürs Leben
Bernd Kortmann lebt den Traum, den Gott für sein Leben hat – allerdings ganz anders als erwartet. Statt als Missionar in Brasilien zu arbeiten ist er heute Personalchef beim ERF.

Träume, die Gott in unser Herz legt, sind selten Landkarten. Oft sind sie eher Kompassnadeln. Sie zeigen eine Richtung an, aber der Weg selbst entfaltet sich im Gehen.
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Entwurzelt – bis Gott sie fand
Nebukadnezar sagte zu ihnen: „Ich habe einen Traum gehabt, der mich sehr beunruhigt. Ich möchte wissen, was es mit dem Traum auf sich hat.
Buchtipps zum Thema
Wie Gott in unseren Träumen spricht von Ulrich Kühn, 2024.
Träume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder von Tomas Sjödin, 2025.
Entdecke die Kraft deiner Träume von Stephanie Okafor, 2026.
Träume und Visionen von Tom Doyle und Greg Webster, 2013.
Die Autoren
Theresa Folger
| ProduktmanagerinTheresa Folger ist Produktmanagerin und Redakteurin. Sie entwickelt die digitalen Angebote des ERF weiter und schreibt über Glaube, Psychologie und Alltag. Ihr Herzensthema ist innere Freiheit – im Glauben wie im Leben.
Rolf Neumann
| Online Marketing ManagerRolf Neumann ist Online Marketing Manager im ERF. Der Sinnsender. Seit über 25 Jahren arbeitet er im digitalen Marketing. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Content-Management, Analytics, SEO und Online-Konzeption.
Lorena Remhof
| Mediengestalterin Digital und PrintLorena Remhof ist Mediengestalterin im ERF. Sie bringt ein ausgeprägtes Gespür für Gestaltung, Farbwirkung und typografische Details mit. Ihre Stärke liegt darin, kreative Ideen in visuell ansprechende und zielgerichtete Konzepte umzusetzen.







