/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Sei kein Kamel!
Hans Wagner über Sprüche 12,1.
Wer Zucht liebt, der wird klug; aber wer Zurechtweisung hasst, der bleibt ein Narr.
Wie war das damals? Wenn man diese Frage an Menschen in den ältesten Generationen stellt, kommen ganz unterschiedliche Reaktionen. Manche schweigen. Viele schweigen. Sie wollen sich nicht daran erinnern, vermeiden, dass alles wieder aufgewühlt wieder. Das aktuelle Geschehen in der Ukraine ist schon Erinnerung genug. Meine Mutter zuckte immer zusammen, wenn ein Düsenjäger über das Haus flog. Andere reden. Ganz vorsichtig, sehr bedacht und durchdacht. Oder auch mal wie ein Schwall Wasser. Sie fangen an zu reden und hören gar nicht mehr auf. Sie sind froh, endlich mal darüber reden zu können, endlich ist da mal jemand, der zuhört. Reden und zuhören, das ist so wichtig.
Das gilt auch für die Alten, wenn die Jungen erzählen. Vieles ist nämlich nicht mehr wie damals. Aus dem Erleben können wir voneinander lernen, und müssen es auch. Wahre Geschichten sind der beste Schutz vor Fake News. Austausch, gearde zwischen den Generationen, ist so wichtig, ja teilweise lebensnotwendig. Dazu gehört aber auch die Bereitschaft, sich hinterfragen zu lassen. Es macht keinen Sinn, an seiner Meinung festzuhalten, nur, weil es vielleich schon immer so war.
Schon im Alten Testament ist im Buch der Sprichwörter zu lesen: "Wer Belehrung liebt, liebt Wissen und Einsicht. Wer Warnungen oder Zurechtweisungen hasst, ist ein Kamel." Eine typisch bildreiche Sprache, aber deutlich auf den Punkt, worum es geht: Aufmerksam sein, Belehrungen ertragen, Handeln verändern. Auch im Gegenüber zu Gott.
Ihr Kommentar
Kommentare (3)
@C.D. - Tatsächlich findet sich dieser Bibelvers im Alten Testament im Buch der Sprüche, Kapitel 12, Vers 1. In der Ansicht auf dieser Internetseite ist die Übersetzung der Basis-Bibel ausgewählt. … mehrIch habe mir den hebräischen Text genauer angeschaut und die Formulierung des ganzen Verses mehr in die heutige Sprache übernommen. Und tatsächlich ist dabei das Wort, das in der Basis-Bibel mit "Narr" übersetzt ist, auch übersetzbar mit "Rindvieh" oder "Kamel". Das ist das Typische an der hebräisch bildreichen Sprache: Es gibt oft mehrere Varianten, die den konkreten Inhalt anschaulicher machen. Ich habe mich dann für das Kamel entschieden!
Leider hören die antirussischen Kriegstreiber nicht zu und eskalieren immer weiter. Auch im EKD gibt es verabscheungswürdige Stimmen, die Waffenlieferungen verherrlichen.
Guten Tag und vielen Dank für den Anstoß, der mich tatsächlich anregte, über den Bibelvers bzgl. des Kamels nachzudenken. Leider habe ich die Bibelstelle dazu weder in den Sprüchen noch in anderen … mehrBüchern der Bibel noch in anderen Übersetzungen gefunden. Können Sie mir aushelfen? Außerdem frage ich mich, wieso das Kamel hier als Vergleich herhalten muss. Liegt das im Wesen der Kamele begründet? Sind sie wohl sehr störrische Tiere? Am ehesten passt wohl im Zusammenhang das Kapitel 2 in Jeremia, wo das Gott damals untreue Volk Israel mit einem brünstig umherlaufenden Kamel verglichen wird. Einen gesegneten 1. Advent wünsche ich. lg