/ Wort zum Tag
Namensgebrauch
Die Bibelstelle 2. Mose 20,7 – ausgelegt von Harry Moritz.
Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen: denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
„Haribo macht Kinder froh… und Erwachsene ebenso!“
Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in meinem Leben schon gehört habe.
Nicht nur in der Werbung im damaligen Westfernsehen, sondern oft genug auch schon in den Pausen auf dem Schulhof und beim Fußballspielen. Immer, wenn ich mich mit meinem Vornamen vorstellte, kam es wie aus der Pistole geschossen: “Haribo macht Kinder froh und Erwachsenen ebenso!“ Im Internet las ich: Der Werbeslogan "Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso" ist ein Klassiker der Markenkommunikation und hat eine lange Geschichte. Er wurde 1935 von Hans Riegel sen. als "Haribo macht Kinder froh" kreiert und 1962 um den Zusatz "und Erwachsene ebenso" erweitert, um die Zielgruppe zu vergrößern. Der Slogan ist eingängig, emotional und wird mit Freude und positiven Assoziationen verbunden. Mit Freude und positiven Assoziationen war dieser Slogan für mich persönlich nicht verbunden. Ich kam als DDR - Kind nicht in den Genuss von Haribo – Gummibärchen. Letztlich nervte es mich, immer wieder diesen Satz im Zusammenhang mit meinem Vornamen zu hören. Als Erwachsener höre ich diese Bemerkung zum Glück nur selten.
Im 2. Buch Mose, Kapitel 20 heißt es: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen: denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ Da fällt mir doch sofort das tägliche Geplapper und Gejammer mancher Zeitgenossen ein, die Seufzer und Flüche, die sich des Namens Gottes bedienen, aber ihn nicht wirklich meinen. Es ist fast wie eine spezielle Form des Tourette-Syndroms… Ach Gott… - Allmächtiger… - Um Gottes Willen… - Du lieber Gott… - Mein Gott… - Na, Gott sei Dank… -
In Gottes Namen…Weiß Gott… - Ach Gottchen … Und aus amerikanischen Filmen ist inzwischen auch das „Oh! Mein! Gott!“ in die Alltagssprache eingewandert.
Wie würden Sie reagieren, wenn andere Menschen Ihren Namen laut benutzen, ohne Sie wirklich ansprechen zu wollen? Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Gott zu Recht darüber zornig wird, wenn Menschen seinen Namen unangemessen, unpassend, gedanken- und bedeutungslos im Munde führen. Namen sind eben nicht bloß Schall und Rauch.
Mich bewegt sehr, was Dietrich Bonhoeffer einmal dazu geschrieben hat.
„Es ist Missbrauch, wenn wir von Gott reden, als hätten wir ihn jederzeit zu unserer Verfügung und als hätten wir in seinem Rat gesessen. Wir missbrauchen auf alle diese Weisen den Namen Gottes, indem wir ihn zu einem leeren menschlichen Wort und kraftlosen Geschwätz machen, und wir entheiligen ihn damit mehr, als die Lästerer ihn entheiligen können.“ Soweit Dietrich Bonhoeffer.
Machen wir uns klar: Durch die Nennung seines Namens ist Gott in eine Beziehung zu uns eingetreten, er hat sich für uns „anrufbar“ gemacht. Dennoch bleibt er Gott. Ihm und seinem Namen gebührt Ehre und Ehrfurcht, d.h. zu erkennen, dass er und sein Name heilig ist.
Gott hat in seinem Namen JHWH in der Welt einen Ort geschaffen, der dem Menschen zugänglich ist. Der Name ermöglicht die persönliche Begegnung mit und die Beziehung zu Gott. Wer dieses Angebot Gottes auf irgendeine Art egoistisch missbraucht, der sündigt gegen Gott. Gott macht sich durch seinen Namen unterscheidbar. Gott zeigt sich. Er wird nennbar. Er offenbart sich. Weil er einen Namen hat, ist Gott ansprechbar – und mit seinem guten Namen bürgt er für das, was er sagt! Gott ist nicht mein Kumpel. Der heilige Gott lässt sich nicht für die eignen Machtinteressen einspannen. Wer Gottes Namen zu einer Ideologie macht, zur Propaganda, zum Zweck – der missbraucht Gott und zieht damit seine Strafe, sein Gericht auf sich. Lassen Sie uns aus Liebe und Respekt unserem großen und heiligen Gott gegenüber darauf achten, seinen Namen ehrfürchtig zu verwenden und ihn nicht gedankenlos inflationär zu gebrauchen.
Ihr Kommentar
Kommentare (4)
Sehr gute Erklärung zur Bibelstelle 2. Mose 20,7. Danke
Lieber Harry Moritz,
danke, für diese Auslegung. Sie sprechen mir aus dem Herzen.
Unser heiliger Gott segne Sie. Herzliche Grüße
Sigrid
Danke Herr Moritz für die gute Auslegung.
Gott segne Sie.
Danke für Ihre klaren Worte, Herr Moritz.
Der Herr segne Sie
Ihre Kornelia W.