/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Nächstenliebe statt Perfektion
Oliver Jeske über 5. Mose 24,19
Wenn du auf deinem Acker geerntet und eine Garbe vergessen hast auf dem Acker, so sollst du nicht umkehren, sie zu holen, sondern sie soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen, auf dass dich der HERR, dein Gott, segne in allen Werken deiner Hände.
Ich weiß nicht mehr, ob ich besonders im Stress war oder gedanklich ganz woanders. Jedenfalls hatte ich vor einiger Zeit beim Bezahlen im Supermarkt etwas an der Kasse liegen gelassen. Ich kam zurück und die Ware war weg. Ich war traurig. Ich habe mich geärgert.
Vielleicht hätte ich einfach mal die Bibel zu Rate ziehen sollen.
Im 5. Buch Mose steht das Volk Israel kurz vor seinem Einzug in das Land, in dem sprichwörtlich Milch und Honig fließen. Wie sollen die Menschen mit ihrem zukünftigen Überfluss umgehen?
Gott gibt verschiedene praktische Anweisungen. Eine davon lautet:
Du bringst die Ernte auf deinem Feld ein
und vergisst auf dem Feld eine Garbe.
Dann geh nicht wieder zurück, um sie zu holen!
Lass sie für die Fremden, Waisen und Witwen!
Dafür wird der HERR, dein Gott, dich segnen –
bei allem, was du tust.
(5. Mose 24,19 – BasisBibel)
Eine ganze Garbe, die übersieht man eigentlich nicht so leicht. Wie ärgerlich, so etwas einfach stehen zu lassen.
Und doch wünscht sich Gott einen anderen Blick auf diese und ähnliche Situationen. Er sagt: Wenn du mehr hast, als du brauchst, dann sei doch bitte kein perfektionistischer Pfennigfuchser. Freu dich, wenn andere zum Zug kommen, die etwas dringender gebrauchen können als du. Und trau mir zu, dass deine vermeintlichen Fehler Chancen für meine Großzügigkeit sein können.
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