/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Nach seinem oder meinem Willen?
Bernd Kortmann zu 1. Johannes 5, 14
Und das ist die Zuversicht, mit der wir vor ihm reden: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.
Um herauszufinden, ob ein Mensch eher auf sich oder eher nicht auf sich schaut, gibt es ein einfaches Experiment.
Nehmen Sie sich ein beliebiges Gruppenfoto, wo Sie mit anderen Menschen drauf sind. Wo fällt Ihr Blick als erstes hin? Fällt er auf den Hintergrund, Ihren besten Freund oder gar ein witziges Detail? Oder achten Sie zuerst auf sich und kontrollieren, ob Ihre Augen zu sind oder die Haare abstehen.
Auch in anderen Bereichen kann schnell deutlich werden ob ich eher auf mich schaue oder auf andere.
Zum Beispiel beim Beten. Ist man mit Jesus Christus unterwegs, dann ist man sehr gern mit ihm im Gespräch. Allgemein sagt man zwar Beten dazu, aber das Gespräch veranschaulicht viel besser, worum es geht: Zu ihm sprechen und auf ihn hören!
Im ersten Brief des Johannes wird deutlich, dass Gott diese Gespräche sehr schätzt und wir ihn um Dinge bitten können. Doch dazu brauchen wir die richtige Einstellung.
„Und wer an Jesus glaubt, kann sich voll Zuversicht an Gott wenden; denn, wenn wir ihn um etwas bitten, was seinem Willen entspricht, erhört er uns.“ (1. Johannes 5,14)
Übersetzt heißt das: Wenn ich etwas nur für mich will, dann wird Gott dankend ablehnen. Anders ist es, wenn die Bitte gar nicht für mich ist. Damit ich aber nicht mich und meinen Willen in den Fokus nehme, muss ich hören, was auf Gottes Herzen liegt.
Wenn Sie mit Gott im Gespräch sind, kommt ihnen dann ihr Nachbar, ihre Arbeitskollegin oder die Bäckerei um die Ecke in den Sinn? Bleiben Sie gern mal dran und bitten Sie Gott um etwas, was Ihnen im ersten Moment gar nichts bringt. Vielleicht ist es genau das, was nach seinem Willen ist.
Ihr Kommentar
Kommentare (4)
Liebe Vera,
nein, ganz und gar nicht. Wenn Sie den Gesamteindruck des Bildes im Fokus haben, sind sie ja nicht nur bei sich selbst.
Liebe Grüße :)
Also dieses Experiment mit dem Gruppenphoto finde ich etwas seltsam. Ist es ichbezogen, wenn ich bei einem solchen Photo darauf achte, ob ich durch mein Aussehen/Verhalten den Gesamteindruck des Photos negativ beeinfluße und derlei für die Zukunft zu vermeiden suche?
Vielen Dank für Ihre Gedanken,
mir ging es in meiner Kurzauslegung tatsächlich um die Selbst-Sucht. Für mich liegt der Unterschied der Bitte an unseren Vater an der Einstellung zur Bitte und dem … mehrdamit verbundenen Wunsch.
Der Fokus liegt für mich auf dem "Nach seinem Willen", daran kann sich alles messen lassen. Und sein Wille für seine Kinder, also Sie und mich ist GUT! Daher danke, wenn wir das hiermit nochmal klarstellen konnten.
Liebe Grüße :)
"Übersetzt heißt das: Wenn ich etwas nur für mich will, dann wird Gott dankend ablehnen. Anders ist es, wenn die Bitte gar nicht für mich ist."
Ich denke, dass diese "Übersetzung" nicht stimmt - das … mehrist nicht die Wahrheit. Und was nicht wahr ist, ist auch nicht gut, und was nicht gut ist, ist auch nicht erwägenswert (Phil 4,8). Ein himmlischer Vater, der Bitten ablehnt, die nur für mich sind? Solche Bitten entsprechen nicht (oder gar nie?) seinem Willen?! Was ist dann mit Jesu Bitte im Garten, dass der Kelch an ihm vorübergehe (Lk 22,42)? Nein, das ist nicht unser Gott! "...nach seinem Willen," das ist das Entscheidende. Und das kann auch mein eigenes Wohl sein!
Und [auch] auf sich selbst zu schauen, ist erst mal keine Untugend! Ich würde so weit gehen zu sagen: wer seine eigenen Bedürfnisse nicht kennt, kann auch nicht recht für andere bitten. Das zweitgrößte Gebot ist: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" (Mk 12,31) - wie dich selbst; Jesus weiß, warum! Und Hebr 2,18 sagt über Jesus: "...worin er selbst gelitten hat, als er versucht worden ist, kann er denen helfen, die versucht werden." Jesus hat sich selbst sehr wohl wahrgenommen, ganz menschlich.
Bernd Kortmann warnt wohl vor etwas anderem - nämlich Selbst-Sucht. Aber die simple Bitte für Dinge, die ich nötig habe oder nach denen ich mich vielleicht "bloß" sehne, ist vor UNSEREM Vater immer angenehm.