/ Wort zum Tag
In der Spur des Geistes Gottes
Die Bibelstelle Galater 5,16 – ausgelegt von Ulrich Nellen.
Lasst euer Leben vom Geist Gottes bestimmt sein und richtet es danach aus. Dann werdet ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.
In der Studentenzeit war ich mit dem Auto unterwegs und unterhielt mich mit den Mitfahrern - auch denen, die hinten saßen. Und so ins Gespräch vertieft, schaute ich mal kurz nach rechts hinten - und unwillkürlich lenkte ich dabei auch nach rechts…
Ergebnis: Zwei platte Reifen.
Die Richtung meines Blicks hat immer Folgen, hat Konsequenzen.
Dazu passt gut der Bibelvers für den heutigen Tag aus dem Brief des Apostels Paulus an die Christen in Galatien, Kapitel 5, Vers 16:
„Lasst euer Leben vom Geist Gottes bestimmt sein und richtet es danach aus. Dann werdet ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.“
Denn auch die innere Ausrichtung meines Lebens zeigt sich an den Folgen.
In dem Vers ist eine Zweiteilung zu finden: Es geht im ersten Schritt um das Leben und wonach wir es ausrichten und im zweiten Schritt dann um die Folgen dieser Blickrichtung.
Heutzutage kann ich überall sehen, wohin es führt, wenn Menschen falschen Zielen nachjagen - und immer hat dies Auswirkungen auf andere, denn „kein Mensch ist eine Insel“ wie mal ein Buchtitel lautete.
Paulus ermuntert mich, dass ich mich inspirieren lasse vom Geist Gottes selbst, der sich dazu auch gerne bereit erklärt.
Und es ist eine Bewegung in diesem Vers: Ich lasse mich vom Geist Gottes bestimmen und richte mich danach aus.
Darin steckt: Woher komme ich und wohin gehe ich?
Wenn ich nach Gott frage, nach seinem Willen und Weg, wird das ganz natürlich die Ausrichtung meines Blickes und Weges beeinflussen.
Wie also sieht mein Standpunkt und damit auch Startpunkt aus?
Nicht der „Zeitgeist“ - was immer das auch sei - oder meine Selbstverwirklichung ist hier die gute Wahl, sondern der Geist Gottes und damit der Glaube: Er weiß am besten, was das Beste für mich ist.
Das ist wie beim Rennen in der Leichtathletik: Ich brauche einen guten und festen Startpunkt, an dem ich mich abstoßen kann, wenn ich loslaufe.
Und dann starte ich meinen Lauf und richte dabei meinen Blick auf das Ziel - übrigens auch ein Bild von Paulus.
Meine Blickrichtung und damit meine Laufrichtung ist vom Geist Gottes inspiriert. Und damit kommt dann der zweite Teil des Verses zum Tragen:
„Dann werdet ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.“
Es ist wie ein Ausschlusskriterium:
Wenn ich diesen Startpunkt wähle und diese Ausrichtung beibehalte, dann werden nicht solche Wünsche die Oberhand gewinnen, die sich nur um „Ich-mich-meiner-mir“ drehen.
Ja, sie sind schon noch da - aber sie dürfen mich nicht beherrschen und meine Lebensrichtung bestimmen.
Es geht eben nicht - wie in der sprichwörtlich gewordenen Werbung - um „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“
Es geht um Gottes und mein Wirken und die Auswirkungen auf Andere.
In den weiteren Versen im Galaterbrief wird es dann auch konkret, um was es eigentlich geht, wenn Paulus das Ergebnis dieser Lebensausrichtung aufzählt:
“Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.“
Ich bin heute unterwegs - ob im Auto oder sonst wie.
Ausgehend von einem festen und sicheren Startpunkt meines Lebens im Glauben werde ich erleben, dass diese Ausrichtung nicht mich und andere unbeweglich macht wie in dem Eingangsbeispiel mit den beiden platten Reifen.
Nein, ich bin unterwegs - ausgerichtet auf das, was Gottes Wesen entspricht.
Anders als ein selbstsüchtiger Lebensstil hat dies dann positive Auswirkungen in jeder Begegnung dieses Tages! Probieren Sie es mal aus!
© Ruth Schneider / ERF
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