/ Bibel heute
Hiobs Bewährung (2)
Christoph Scharf über Hiob 1,13–22.

bibleserver.com
Hiob 1
Eines Tages aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen, [...] (Hi 1,13-22; LUT)
bibleserver.comWas ist bloß gerade in der Welt los?
Diese und ähnliche Fragen stellen sich nicht nur Christen besorgt in diesen Tagen. Seit 1,5 Jahren tobt ein Krieg ganz in unserer Nähe und seit etwa 4 Wochen nun auch wieder in Israel. Was am frühen Morgen des 7. Oktobers um und im Gazastreifen passiert ist, erinnert mich sehr an unseren Bibeltext.
In nur wenigen Stunden hat die ganze Welt erfahren, was sich dort am Samstag- bzw. am Shabbatmorgen in Israel abgespielt hat.
Es war ein grausamer Angriff auf Menschen.
Und wo war Gott?
In der biblischen Geschichte waren es Menschen aus Saba, aus Chaldäa, die andere Menschen mit der Schärfe des Schwertes umbrachten. Aber nicht nur Menschen, sondern auch Tiere wurden selbstverständlich mitgenommen.
Dazu eine Naturkatastrophe, die mit daran Schuld war, dass sogar die Söhne und Töchter Hiobs starben.
Vier Kundschafter, einer nach dem anderen, kamen zu Hiob, um von diesem Unglück zu berichten.
Und wo war Gott?
Im gestrigen Abschnitt ging es um das erste Gespräch und den Deal zwischen Gott und dem Satan. Gott ist an diesen Unglücken nicht direkt schuld. Es ist der Satan, der damals wie heute Besitz von Menschen nimmt. Von Menschen, die nichts von der Wahrheit und dem lebendigen Gott hören wollen und dann zu solchen Taten getrieben werden.
Damals wie heute müssen dann immer wieder auch Menschen sterben, die damit nichts zu tun haben.
Und wo ist Gott?
Gott lässt diese schlimmen Dinge zwar zu, aber er wird auch die Menschen bestrafen, die sich zu solchen Gräueltaten hinreißen lassen. Er, Gott, ist der wahre Richter, aber nicht immer verhindert er diese schrecklichen Dinge.
Bei Hiob wird uns das in seiner ganzen Geschichte beschrieben.
Und heute?
Vor vier Wochen sind Menschen aus allen Altersklassen ermordet, verschleppt, vergewaltigt oder verletzt worden. Viele junge Menschen, die auf einem Musikfestival gefeiert haben, auch Menschen, die friedlich an diesem Morgen in ihren Betten in den Kibbuzen lagen und sich vielleicht auf einen schönen, sonnigen Tag gefreut haben, wurden ohne jede Vorwarnung ermordet.
Als Hiob die Nachrichten der Kundschafter gehört hat, brach er innerlich und äußerlich zusammen, zerriss seine Kleider und trauerte.
Aber eins fällt schon auf: Trotz aller schlechten Nachrichten hält Hiob an dem lebendigen Gott fest. Hiob glaubt trotz allem Gott.
In Vers 21 sagt er:
„Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“
Was für eine Aussage in solch einer Situation!
Was für ein tapferes Verhalten an dieser Stelle seines Lebens!
Hiob erlebt noch viele weitere Unglücke, aber am Ende seiner Geschichte wiederholt Hiob mit anderen Worten seine Hoffnung durch seinen tiefen Glauben und hält an Gott fest. Er verachtet Gott nicht!
Gott, der zwar das Böse in unserer Welt zulässt, liebt diese Welt aber so sehr, dass er sie nie aufgegeben hat. Damals nicht und auch heute nicht.
Ich wurde bisher schon oft gefragt: Warum lässt Gott das oder anderes in unserer Welt zu?
Haben Sie darauf eine Antwort? Eine Antwort, die so gut ist, dass alle Kritiker verstummen und nur noch staunen?
Ich habe mir vor Jahren angewöhnt, auf diese Frage immer eine Gegenfrage zu stellen, da diese Frage nach dem Leid in unserer Welt oft von Menschen gestellt wird, die den lebendigen Gott bisher noch nicht persönlich kennengelernt haben.
Meine Gegenfrage lautet:
Warum lässt du zu, dass Gott das zulässt?
Oft schaue ich dann in fragende Gesichter. „Wieso ich?“, kommt es zurück.
Und dann fange ich an, meinem Gegenüber diese Gegenfrage zu erklären: „Wann hast Du das letzte Mal im Gebet mit Gott genau darüber gesprochen? Hast Du Gott einmal persönlich darum gebeten, manche Dinge nicht zuzulassen? Wann hast du das letzte Mal Gott im Gebet gedankt, dass er der König der Welt und in deinem persönlichen Leben ist?“
Wer Gott in seinem Leben mindestens einmal persönlich erlebt hat, wird von ihm nicht so leicht wieder loskommen. Gott hat seinen Sohn Jesus in diese Welt geschickt, damit er uns Gott erklärt und unser Leben ein für alle Mal verändert. Er, Gott, hat diese Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn in unsere – seine - Welt gab, damit alle Menschen Gott kennenlernen können. Jeder soll erfahren, wer Jesus Christus, wer Gott und wer der Heilige Geist ist.
Seitdem ich mit Gott fest verbunden lebe, wird mir immer wieder klar, wie oft ich Bewahrung in schwierigen Situationen erlebt habe.
Wie oft wollte ich schon vor Ärger innerlich und äußerlich auf andere Menschen losgehen und wurde durch den dreieinigen Gott aufgehalten.
Als Christen haben wir in dieser Welt die Aufgabe, auf Gott zu hören und seinen Willen zu tun. Damit werden wir zu Friedensstiftern und genau diese fehlen gerade in unserer Zeit.
Außer unserem Glauben können wir von dieser Erde nichts mitnehmen. Das war auch schon dem Hiob klar.
„Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“
Der Herr sei gelobt!
Genau das möchte ich jeden Tag, auch heute, laut in diese Welt rufen.
Der König dieser Welt ist da, auch wenn wir ihn nicht immer sehen.
Jesus, der Sohn Gottes, hat uns gesagt und versprochen, wenn wir Menschen von Jesus erzählen:
„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“
© Ruth Schneider / ERF
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Vielen Dank für diese Auslegung zum Bibeltext. Durch die tägliche Bibellese bin ich schon oft mit dem Buch Hiob konfrontiert worden.Ich fand es immer sehr schwierig und auch wenig erbauend. Die … mehrAuslegung heute dazu hat mich einiges aus einem anderen Blick sehen lassen.
Recht herzlichen Dank noch einmal, die Worte waren stärkend für mich, auch deshalb weil ich mich selbst gerade in einer schwierigen Situation befinde.
Mit freundlichen Grüßen Regina H.