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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Hauptsache, ich hab' Recht

Gedanken von Mirjam Langenbach zum Bibeltext Psalm 139,23

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.

Psalm 139,23

Ich habe wahnsinnig gerne Recht, Sie auch? Ich habe so einen Gesichtsausdruck auf Lager, der signalisiert: „Hab ich doch gesagt!“. Den packe ich unheimlich gern aus. Ich habe nicht immer Recht, aber wenn, dann weiß ich‘s halt auch ganz genau. Und besonders, wenn es um Bibel- und Glaubensdinge geht, ist es ja entscheidend wichtig, dass alles seine Richtigkeit hat, nicht wahr? Da kann man sich keinen Wissensaussetzer leisten, da muss man jeder Prüfung standhalten, oder?

Oder etwa nicht?

In der Bibel findet sich ein 3000 Jahre altes Lied von David, da geht die letzte Strophe so: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ (Psalm 139, 23f LUT)

In englischen Übersetzungen bittet der Dichter gar: „Suche mich, Herr!“. Offensichtlich ist er sich ganz und gar nicht sicher, ob er der Wissensprüfung standhält, und was jetzt noch richtig ist. Er kann ja nicht einmal sagen, wo er ist und was er meint. Was ist das denn für einer!? Einer der weiß: Es geht ums Herz. Und der darauf vertraut, dass Gott ihn finden wird.

Da Gott uns Menschen sowieso durch und durch kennt, und weil wir uns selbst oft so fremd sind (wenn wir mal ehrlich sind), sollten wir uns ernsthaft wünschen und darum beten, durch sein Wort und seinen Geist geprüft zu werden. Das ruckelt zurecht und hält das Herz auf dem Weg hin zu ihm.

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