/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Gegenseitige Unterordnung
Bibelauslegung von Horst Kretschi über Epheser 5,21-26
Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist – er hat sie als seinen Leib gerettet.[...]
Das Verhältnis der Geschlechter zueinander ist ein ewiges Thema. Es beginnt im Grunde schon bei Adam und Eva. Seitdem zieht es sich durch die Geschichte. Im abendländischen Kulturkreis in der Regel so, dass die Männer bestimmen und die Frauen haben zu folgen. Diese Rollenverteilung hat sich mehr oder weniger konstant auch in den christlichen Kirchen bis Mitte des letzten Jahrhunderts gehalten.
Grundlage der Rollenverteilung war unter anderem ein Abschnitt aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus. Dort heißt es: "Ordnet euch einander unter; tut es aus Ehrfurcht vor Christus. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, so wie ihr euch dem Herrn unterordnet. Denn wie Christus als Haupt für seine Gemeinde verantwortlich ist, die er erlöst und zu seinem Leib gemacht hat, so ist auch der Mann für seine Frau verantwortlich. Und wie sich die Gemeinde Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen in allem ihren Männern unterordnen. Ihr Männer, liebt eure Frauen so, wie Christus seine Gemeinde liebt.: Er hat sein Leben für sie gegeben, damit sie ihm ganz gehört. Durch sein Wort hat er alle Schuld von ihr abgewaschen wie in einem reinigenden Bad." (Epheser 5,21-26)
Männer haben das mit dem Einfordern der Unterordnung der Frauen in der Regel sehr gut hinbekommen. Den Teil mit der aufopferungsvollen Liebe haben sie dann schon nicht mehr so im Blick gehabt. Wobei es da auch rühmliche Ausnahmen gegeben hat, von denen man weiß und sicher viele, von denen man nie gehört hat. Dabei wäre es hilfreich gewesen, gleich den ersten Satz dieses Abschnittes zu beherzigengenau zu lesen und im Kopf zu haben.:
"Ordnet euch einander unter; tut es aus Ehrfurcht vor Christus." (Epheser 5,21)
Gegenseitige Unterordnung also. Es wäre gut gewesen dies öfter mal zu betonen. Das hätte vielen Frauen sicher viel Leid erspart und hätte den Lauf der Geschichte verändern können. Diese gegenseitige Unterordnung kann durch Liebe gelebt werden. Eine Liebe, die sich an der Liebe von Jesus orientiert und diese zum Maßstab hat. Es ist die Frage, die ich mir jeden Tag stellen sollte: Werde ich heute diesem Anspruch an mich gerecht?
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Guten Morgen Zeitgeist. Einander ist in diesem Fall ein Synonym für gemeinsam, vereint, miteinander (siehe google: Synonyme Wörter). Es geht nicht um gegenseitige Unterordnung. Die Bibel sagt ganz … mehrklar: die Ehe ist das Ebenbild des Verhältnises zwischen Jesus und der Gemeinde. Soll sich Jesus der Gemeinde unterordnen? Kein wiedergeborener Christ wird von dem heiligen Jeus erwarten, dass er sich einem sündigen Gemeindemitglied unterordnet. Entscheidend in diesem Bibeltext ist etwas ganz anderes: Der Mann soll seine Frau (zuerst) lieben, wie Jesus seine Gemeinde liebt - er soll letztlich sogar für seine Frau sein Leben geben. Wenn eine Frau diese Liebe bei ihrem Mann erkennt, wird sie sich freiwillig dieser Liebe unterordnen - wie die Gemeinde sich Jesus freiwillig unterordnet. Weder die Gemeinde noch die Frau sollte diese Liebe aber zu ihrem eigenen Vorteil ausnützen.