/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Für all die Vergessenen
Gedanken von Miri Langenbach zur Bibelstelle 1. Mose 40,23
Aber der Oberste der Mundschenken dachte nicht an Josef, sondern vergaß ihn.
Meine Mama hat neulich ihren 80. Geburtstag gefeiert. Mit dem ein oder anderen Besuch oder Anruf hat sie fest gerechnet. Manche meldeten sich absichtlich erst im Nachhinein, weil sie das Geburtstagskind nicht überfordern wollten. Andere? Vergessen. Sie war zwischendurch dementsprechend enttäuscht. Mit Einigen hatte sie fest gerechnet. Vergessen werden – was für ein besch…eidenes Gefühl!
Ein Mann aus der Bibel namens Josef kann das nachvollziehen: Er war in Ägypten zu Unrecht inhaftiert worden, hatte bei Mithäftlingen, die vor der Entlassung standen, gebeten, sie mögen ein gutes Wort beim Pharao für ihn einlegen. Die Bibel notiert: Aber der Oberste der Mundschenken dachte nicht an Josef, sondern vergaß ihn. (1. Mose 40, 23) – Wie schlimm war das wohl für Josef, als langsam die Erkenntnis dämmerte: „Der hat mich vergessen. Es wird sich nichts verändern. Ich habe mein Vertrauen auf den Falschen gesetzt.“
Ich will mir heute vornehmen, die Vergessenen nicht zu vergessen. Die krank zuhause sind und nirgendwo mehr vorkommen. Die keine Lobby haben. Die nicht laut sind. Die hinter Gefängnismauern sitzen, sei es auch zu Recht. Die Pflegearbeit leisten, während der Rest sein Leben weiterlebt. Die man abgeschrieben hat, warum auch immer, oder die sich selbst zurückgezogen haben – sie werden wohl ihre Gründe haben. Ich will sie Jesus Christus und seiner Liebe anbefehlen, die allen gilt – vergessen oder nicht.
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