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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Pflege in der Familie

Gedanken von Horst Kretschi zum Bibeltext 1. Timotheus 5,3-4.

Ehre die Witwen, die allein sind. Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so sollen diese lernen, zuerst im eigenen Hause fromm zu leben und sich den Eltern dankbar zu erweisen; denn das ist wohlgefällig vor Gott.

1. Timotheus 5,3-4

Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht über Pflegenotstand, Altersarmut und das Rentenniveau gesprochen wird. Rente im heutigen Sinn hat es vor fast 2.000 Jahren, zur Zeit des Neuen Testaments noch nicht gegeben. Aber sich um ältere Familienangehörige kümmern, das war damals auch schon ein Thema. Das legt auch ein Abschnitt aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an seinen Freund Timotheus nahe. Dort geht es um die Versorgung von Witwen in den noch jungen christlichen Gemeinden. Dazu schreibt Paulus: 

„Sorge für die Witwen, wenn sie keine Angehörigen haben, die sie unterstützen. Sind aber Kinder oder Enkel da, dann sollen diese lernen, zuerst in der eigenen Familie Gottes Willen zu tun und ihre Angehörigen zu versorgen. Es gefällt Gott, wenn sie auf diese Weise ihre Dankbarkeit zeigen für das, was sie von ihnen empfangen haben.“ (1. Timotheus 5,3-4) 

Bis heute ist es an vielen Orten eine der Kernaufgaben christlicher Kirchen, dass sie bedürftige Menschen unterstützen, weil es sonst niemand macht. Aber Paulus will die Angehörigen der Witwen nicht einfach aus der Verantwortung nehmen. Zunächst einmal soll in der Familie die Unterstützung geregelt und organisiert werden. 

Die Begründung des Paulus ist interessant: „Es gefällt Gott, wenn sie auf diese Weise ihre Dankbarkeit zeigen für das, was sie von ihnen empfangen haben.“ 

Ich bin dankbar für das, was meine Eltern für mich getan haben, als ich selbst ein Kind war und ich mich nicht um mich kümmern konnte. Diese Dankbarkeit findet ihren Ausdruck in der Unterstützung der Eltern, wenn die sich nicht mehr selbst kümmern können! Die Pflege der alten Eltern sollte keine lästige Pflicht sein. Auch, wenn es natürlich manchmal sehr anstrengend und fordernd, vielleicht auch überfordernd sein kann. Sich um die Eltern zu kümmern, soll vielmehr die Motivation in der Dankbarkeit haben, für das, was sie für mich getan haben. Es kann helfen, sich das gelegentlich vor Augen zu halten, besonders, wenn die Pflege mal wieder sehr anstrengend ist. 

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