Wenn man einen Gott braucht, der das Meer teilt.
Diese ERF Plus Geschichte zum Anhören
Claudias Mann fällt ins Koma.
Liebes ERF-Team,
ich möchte euch gerne erzählen, was ich in den letzten Wochen mit dem ERF erlebt habe und wie sehr Gott gerade auch durch die Musik zu mir gesprochen hat.
Vor genau 66 Tagen hatte mein Mann Dieter einen schweren Herzinfarkt. Er war mit Freunden beim Basketballspielen, als es plötzlich passierte. Seine Freunde haben sofort reagiert und ihn reanimiert, bis der Notarzt kam. Die Ärzte sagten später, dass genau das ihm das Leben gerettet hat. Die Ärztin in der Notaufnahme sagte: „Wir wissen nicht, ob er die Nacht überlebt“, und übergab mir seinen Ehering. Von einem Moment auf den anderen stand mein ganzes Leben still.
Dieter lag im Koma, und ich fuhr jeden Tag voller Angst ins Krankenhaus und wieder nach Hause. Diese Fahrten waren oft die schwersten Momente für mich. Man sitzt allein im Auto, weiß nicht, ob der Mensch, den man liebt, überlebt, und versucht irgendwie, nicht innerlich zusammenzubrechen. Ich konnte nicht verstehen, wie die Welt sich einfach weiterdrehen kann, einfach alles „normal“ weiterläuft, während meine Welt stillstand. An diesem Tag war die Losung:
Petrus schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn … (Matthäus 14,30–31)
An diesem Morgen las ich das Wort, aber vergaß es auch im Laufe des Tages wieder. Bis es dann am Abend für mich real wurde.
Dann haben sich diese Worte tief in mein Herz eingebrannt. Denn genau so fühlte es sich an: Als würde ich untergehen. Und gleichzeitig hielt Gott mich fest. Zu dieser Zeit lief im ERF immer mal wieder das Lied: „Ein Gott, der das Meer teilt“ von Timo Langner. Ich kann gar nicht beschreiben, was dieses Lied mit mir gemacht hat. Denn gleichzeitig musste zu Hause alles weiterlaufen. Wir haben einen Teenager, der ebenfalls Angst hatte und aufgefangen werden musste. Ich musste funktionieren. Musste stark sein. Musste Entscheidungen treffen. Musste weitermachen.
Und im Krankenhaus wurde mir gesagt, ich solle möglichst nicht weinen und nicht zeigen, wie groß meine Angst ist, weil man nicht wisse, wie viel Dieter im Koma mitbekommt. Also habe ich versucht, meine Gefühle die ganze Zeit herunterzudrücken. Als würde man einen Ball mit aller Kraft unter Wasser drücken. Das war unglaublich anstrengend. Im Krankenhaus habe ich funktioniert. Aber im Auto, wenn dieses Lied lief, ist der Ball „ausgebrochen“.
Bei dieser Zeile: „Ein Gott, der das Meer teilt … kommt nie zu spät …“ liefen die Tränen ungehindert. Ich habe dieses Lied heruntergeladen, in Dauerschleife gehört und mitgesungen. Auf dem Weg ins Krankenhaus. Auf dem Weg nach Hause. Immer wieder.
Am Anfang mit gebrochener Stimme. Unter Tränen. Vor Schmerz. Vor Angst. Manchmal bekam ich fast keinen Ton heraus, aber ich habe es trotzdem immer wieder mitgesungen oder einfach nur mitgebetet. Wie ein Festhalten. Wie ein „Ich will nicht loslassen, Gott“. Und während ich dieses Lied immer und immer wieder hörte und mitsang, wurde es ein klein wenig leichter.
Dann konnte ich es plötzlich etwas lauter mitsingen. Mit etwas mehr Hoffnung. Mit etwas mehr Vertrauen. Dann ging es Dieter tatsächlich langsam besser. Wir hatten wieder Hoffnung. Wir liefen gemeinsam durch die Klinikflure, er im Rollstuhl, und ich wusste, es wird alles gut.
Und dann, nach ungefähr einer Woche, kam plötzlich der nächste Schock: Lungenembolie. Ich war gerade zu Besuch, als er plötzlich bewusstlos wurde. Gott hatte es so geführt, dass ich gerade dort war, denn er war allein im Zimmer. Es hätte sonst wohl niemand oder zu spät mitbekommen. Wieder Intensivstation. Wieder Todesangst. Wieder dieses Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Dieses Lied ist mit mir durch diese ganze Zeit gegangen. Durch jedes Auf und Ab. Durch jede Fahrt. Durch jede Träne. Es war nicht einfach nur Musik. Es wurde für mich wie ein Gebet mitten im Sturm. Und dann lief im ERF wieder dieses Lied. „Ein Gott, der das Meer teilt … kommt nicht zu spät …“ Es war, als würde Gott mich erinnern: „Ich bin noch da. Ich habe euch nicht vergessen“.

Dann kam die Reha und danach mussten nochmal 3 Stents gesetzt werden. Und heute, nach 66 Tagen, sitzt mein Mann tatsächlich zu Hause im Homeoffice und arbeitet wieder ein paar Stunden. Der Arzt sagte zu mir: Es ist ein Wunder, manche Menschen überleben nicht einmal eine dieser beiden schweren Diagnosen und ihr Mann hat beides überlebt: den Herzinfarkt und die Lungenembolie. Ich konnte ihm in dieser Situation nur von meinem großen Gott erzählen, eine Gideonbibel und eine unserer CDs schenken. Er war sehr offen und nahm beides dankbar an. Möge es ihm zum Segen werden.
Wenn ich auf diese Wochen zurückblicke, dann sehe ich so viel Angst, so viele Tränen, aber auch so viel Trost und Bewahrung. Was das Ganze für mich noch besonderer macht: Mein Mann und ich texten und singen unsere eigenen Lieder, die auch manchmal beim ERF gespielt werden. Und manchmal liefen unsere eigenen Lieder im ERF, z. B.: „Schau ich auf mein Leben“ oder „Lebe jeden Tag, als wenn es der letzte wäre“. Und plötzlich hat Gott mich auch durch unsere eigenen Lieder getröstet. Die Lieder, die ich von ihm einmal geschenkt bekam. Das werde ich niemals vergessen.
Und deshalb wollen wir in Zukunft genau das tun: Von Gottes Wundern erzählen. Von seiner Treue singen. Und anderen Menschen Mut machen, die selbst gerade mitten im Sturm stehen. Deshalb wollte ich einfach einmal Danke sagen.
Danke für eure Arbeit. Danke für eure Musik. Danke, dass ihr Hoffnung sendet. Manchmal ahnt man gar nicht, wie sehr ein Lied einen Menschen tragen kann, bis man selbst einmal mitten im Sturm steht.
Liebe Grüße und Gottes reichen Segen für euren wichtigen Dienst an den Menschen.
* Eine wahre Geschichte. Mit freundlicher Genehmigung der Beteiligten.
Unsere Bankverbindung
ERF Medien e.V.
Berliner Ring 62
35576 Wetzlar
Volksbank Mittelhessen
| IBAN: | DE49 5139 0000 0071 2387 09 |
| BIC: | VBMHDE5F |
