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Der Spruch im Talar

Der Spruch im Talar

Diese ERF Plus Geschichte zum Anhören

Wie Rolf Rückenwind aus dem Radio bekam.

Pfingstmontag soll es wieder einmal so sein. Gottesdienst in der geschichtsträchtigen Kapelle des Schlosses Breitenburg, dessen Erbauer vor 500 Jahren ganz wesentlich zu den treibenden Kräften der Reformation in Norddeutschland wurde: Heinrich Rantzau.

Zu der Zeit war Plattdeutsch noch offizielle Amtssprache. Vielleicht ein guter Anlass für einen plattdeutschen Gottesdienst? Meine Frau erteilt dieser Idee mit ihrem „bitte sprich normal“ eine klare Absage und so belasse ich es im Predigtkonzept bei einer plattdeutschen Begrüßung und Einführung. Wie schön, dass die schriftliche Abfassung der Predigtgedanken rechtzeitig fertig ist. Kenne ich auch ganz anders. Die Texte für den Pfingstmontag beschäftigen sich mit Kirche als dem Haus Gottes Projekt, dass aus lebendigen Steinen erbaut ist. Wie werden wir als Gemeinde ein blühender Ort der gelebten Menschenfreundlichkeit und Liebe Gottes mit anziehender Ausstrahlung für Menschen, die Jesus nicht kennen? Diese Frage ist Leitgedanke meiner Ausführungen.

Entgegen des himmlischen Deals finde ich in der Nacht zum Pfingstmontag keinen guten Schlaf. Gedanken, die mich verunsichern und unruhig machen: Sind meine Überlegungen für den Hörer wirklich nachvollziehbar? Alles nur fromme Richtigkeiten, oder nehmen die Menschen etwas mit? Wird der Heilige Geist durch das Wort Gottes Betroffenheit wirken und Bereitschaft zur Veränderung und Lust auf Erneuerung? „Was sollen wir tun?“ fragen nicht wenige Menschen nach der Predigt des Petrus damals in Jerusalem beim ersten Pfingstfest. Was werden sie mich fragen? Gar nichts, weil die Predigt als viel zu lang und wenig begeisternd empfunden wird? Bin ich der Richtige für diesen Job an diesem Pfingstmontag auf der Kanzel in der ehrwürdigen Kapelle der Grafenfamilie. Wo ist das Feuer der Gottesbegeisterung und der "wind of change" in meinem Leben? Klar kenne ich solche Selbstzweifel und Verunsicherungen aus anderen Verkündigungssituationen… aber das macht sie nicht weniger unangenehm, nicht weniger bedrängend und nicht weniger verängstigend. Eine lähmende Schwere legt sich auf meine Seele. Tröster, Ermutiger, Helfer, Rückenwind – wo bist du? Nach einem letzten Lesedurchgang lege ich die Predigt beiseite, schalte für den Gebetskaffee gewohnheitsmäßig ERF Plus ein. Zufällig höre ich die Stimme der Moderatorin, die von einem Liedermacher erzählt, der durch das Zeugnis seiner Schwester zum Glauben kommt. Die Veränderung in den Augen seiner Schwester, die Christin geworden war, veranlasst den Bruder sich intensiv mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Ähnliches will ich von mir in der Predigt erzählen um dann mit den Hörern über meinen Traum von Kirche/Gemeinde als Netzwerk leuchtender Tulpenfelder nachzudenken. Anziehend und schön. Orte in und durch die etwas von der zurechtbringende Liebe Gottes und seiner Menschenfreundlichkeit leuchtet. Orte die neugierig machen und Sehnsucht wecken, Teil dieser Gemeinschaft zu werden, deren Mitte und Geheimnis Jesus selbst ist.

Und da hinein mein persönliches Pfingsterleben. Der Gottesgeist des Trostes und der Ermutigung, der aus dem Nichts heraus alles verändern kann: Die Geschichte mit dem Liedermacher geht so weiter, dass auch er Christ wird und seither ein Motto über sein Wirken als Musiker und Songwriter stellt, dass mich hellhörig werden lässt: „Herr tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige!“ Es ist der Satz, den ich mir vor Jahren in den Kragen meines Talars habe sticken lassen und den ich gleich anziehen werde. Für mich ist es in diesem Moment klar: dieser kleine Beitrag im ERF ist für mich, mittenhinein in mein Zaudern und Zagen. Danke Vater im Himmel. Hineingesendet von Jesus und seinem Heiligen Geist, der als Tröster und Ermutiger spürbaren Rückenwind für alle bereit hält, die für ihn unterwegs sind, um seine Zeugen zu sein.

ERF Plus – mein Rückenwindsender.

Rolf P.
Mit freundlichen Grüßen und Segenswünschen für ihre Arbeit

* Eine wahre Geschichte. Mit freundlicher Genehmigung der Beteiligten.

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