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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein letzter Brief

Hans Wagner über 2. Timotheus 4,1-5.

So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken,[...]

2. Timotheus 4,1-5

Stellen Sie sich vor, Sie sind an einem Punkt in Ihrem Leben angekommen, an dem Sie die Möglichkeit haben, einen allerletzten Brief zu schreiben. An wen würden Sie schreiben? Und wovon würde er handeln? Tatsächlich glaube ich, dass Empfänger und Inhalt eines solchen Briefes ganz viel über das zurückliegende Leben aussagen und über das, was uns zutiefst geprägt hat.

So ist es wohl auch dem Apostel Paulus im ersten Jahrhundert nach Christus gegangen. Er saß in Rom im Gefängnis und hatte seinen Tod vor Augen. Der allerletzte Brief, der uns von ihm überliefert ist, findet sich im Neuen Testament. Er schreibt seinem geliebten Timotheus, den er wie einen Sohn angenommen hatte. Es ist sein zweiter Brief an ihn und es geht Paulus um das, was auch ihm bis zu seinem letzten Atemzug wichtig war: Festzuhalten an der wahren Verkündigung der guten Nachricht von Jesus Christus! Denn, so schreibt er in Kapitel 4: Es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen die unverfälschte Lehre nicht mehr ertragen wollen. Vielmehr werden sie sich immer neue Lehrer suchen, die ihren Bedürfnissen entgegenkommen und ihren Ohren schmeicheln.

Damals wie heute möchten Menschen keine unbequemen Nachrichten hören. Sie folgen lieber den Schönrednern, die ihnen sagen: Alles wird gut. Aber was nützt es, wenn Worte zwar den Ohren schmeicheln, die Wahrheit dann aber doch ein böses Ende bringt? Wenn Jesus der Sohn Gottes ist, woran ich fest glaube, dann muss diese Wahrheit weitergesagt werden, denn sie hat Gutes zur Folge. Ich wünsche Ihnen, dass Ihr letzter Brief einmal genau davon handelt!

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