/ Bibel heute
Der Bund bleibt!
Der Bibeltext Hosea 2,16-25 – ausgelegt von Thomas Brinkmann.
Darum siehe, ich will sie locken und will sie in die Wüste führen und freundlich mit ihr reden. Dann will ich ihr dort ihre Weinberge geben und das Tal Achor zum Tor der Hoffnung machen. Und dort wird sie antworten wie zur Zeit ihrer Jugend, als sie aus Ägyptenland heraufzog. An jenem Tage geschieht’s, spricht der HERR, da wirst du mich nennen »Mein Mann« und nicht mehr »Mein Baal«.[...]
Hosea – Gottes Bote im untreuen Israel
Eigentlich ein armer Kerl. Der Prophet Hosea wird von Gott in den Norden geschickt. Das Volk Gottes ist ja inzwischen zweigeteilt. Der Süden, Juda, hat ein paar gute Könige, die sich an Gottes Wort orientieren und entsprechend gut und geistlich in ihrem Amt wirken. Der Norden, Israel, hat keinen einzigen König, der das Volk im Sinne Gottes führt. In Israel werden zu dieser Zeit, etwa 700 v. Chr., fremde Götter angebetet. Immer und immer wieder. Gott beruft Hosea, um einerseits zu warnen und andererseits seine Treue, seine Liebe zu verkündigen. Die Ehefrau von Hosea, Gomer, ist eine Prostituierte. Auch als Gomer sich weiter prostituiert, hält Hosea sein Eheversprechen. Das ist die Botschaft, die Hosea im Auftrag Gottes dem Volk verkündigt: So wie meine Frau mir untreu ist, seid ihr Gott gegenüber untreu. Aber Gott bleibt euch treu, will sich mit euch in Ewigkeit verloben. Er hat einen Plan. Er ist voller Liebe, er will euch in eurer Gottesferne begegnen.
Hosea – ein armer Kerl? Ja, weil das Volk nicht auf seine Warnungen hört. Und Hosea erlebt das immer und immer wieder mit: die Untreue der Menschen.
Doch es gibt Hoffnung. Der Plan Gottes steht. Aber was tut das Volk? Es geht immer wieder eigene Wege, betet fremde Götter an, sucht Zuflucht und Rat überall, nur nicht bei dem einen wahren Gott.
Damals wie heute – Eigene Wege statt Gottvertrauen
Heute, im Jahr 2026 n. Chr., sieht es um mich herum in gewisser Weise ähnlich aus wie damals in Israel. Der weitaus größte Teil geht eigene Wege. Viele – und ich möchte mich einbeziehen – „drehen immer wieder unser Ding". Ich will selbst entscheiden, was für mich das Richtige ist. Ich gestalte mein Leben hauptsächlich nach meinem eigenen Willen. Bin ich als Christ denn so sehr anders als das Volk Israel damals? In vielen Lebensbereichen sicherlich nicht. Auch ich schließe den lebendigen, den treuen und liebenden Gott immer wieder aus. Nehme ich z. B. meine Gefühlswelt. Also, ich habe immer wieder Schwierigkeiten, mich zu beherrschen, wenn ich genervt bin.
Kürzlich hatte ich fast 50 Kinder einer Schule vor mir im Klassenzimmer. Ich habe sie in meiner Tätigkeit als „Tour durch die Bibel"-Seminarleiter im Neuen Testament unterrichtet. Anfangs lief noch alles gut. Die Kinder machten gut mit, hatten Freude und ich gab mir Mühe, die belohnt wurde. Aber dann passierte es doch: die Kinder wurden unruhig und störten meinen Unterricht. Stress, wie ihn sicher alle Lehrerinnen und Lehrer häufig erleben.
Dann ruhig bleiben, eben nicht die Fassung verlieren, nicht auf meinen Ärger fokussiert sein – das fällt mir schwer! Und ausgerechnet wenige Momente, bevor die Kinder in der Schulstunde unruhig wurden und ich mit meiner inneren Unruhe und meinem Ärger über dieses Verhalten der Kinder zu kämpfen hatte, unterrichtete ich sie darin, was Gnade Gottes bedeutet.
Gottes gnädiger Plan – Gestern, heute und für immer
Hosea verkündigt trotz der Fehler, trotz der Götzenanbetung, die das Volk Gottes immer wieder auslebte, eben diese Gnade. Den Plan Gottes, dass die Israeliten wieder zu ihm zurückgeführt werden. Gott wirbt leidenschaftlich um seine Leute, dass sie seinen Plan erkennen. In Vers 21 und 22 wird es so ausgedrückt: „Ich will dich mir verloben auf ewig, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ich will mich mit dir verloben in Treue, und du wirst den HERRN erkennen."
Immer und immer wieder fordert er sie auf, zu ihm zurückzukehren: welch ein gnädiger Gott. Das Volk Gottes erlebt so viele Zeichen und Wunder, die auf diesen gnädigen Gott hinweisen. Damit verbunden ist jedoch auch die Warnung, dass sie seinen Segen nicht erleben, wenn sie Gottes Treue ablehnen. Und leider glauben sie weiterhin, dass fremde Götzen ihr Leben bestimmen sollen. Deswegen wird das damalige Nordreich, das den Namen Israel behält, von den Assyrern besiegt und in alle Himmelsrichtungen verstreut. Nur das Südreich, Juda, bleibt noch zu diesem Zeitpunkt übrig. Das Nordreich Israel gibt es nicht mehr.
Trotzdem blieb und bleibt der Bund Gottes bestehen. Trotzdem gilt das Versprechen: „Ich will mich mit dir auf ewig und in Treue verloben und du wirst mich erkennen!" Auch heute noch gilt diese Zusage, und es ist eine Freude, von heute lebenden Juden zu hören, wie sie durch Jesus Christus – als ihrem und unserem Messias – Gott erkennen.
So schwer, wie die Verkündigung der Botschaft Gottes für Hosea gewesen sein muss, so glücklich kann ich mich heute schätzen, das Evangelium zu hören, die Gnade Gottes in Jesus immer wieder zu erfahren. Schon damals lässt Gott auch Heiden, also Nicht-Juden, seine Liebe erkennen. Und seit Pfingsten erfüllt sich sein Plan immer mehr, die weltweite Gemeinde Jesu wachsen und gedeihen zu sehen.
Erweckungen, wie z. B. in China oder im Iran, entstehen, weil Menschen Gott suchen und finden. Weil Menschen erkennen, dass sie ohne Gott gelebt und sich bisher nur auf sich selbst konzentriert haben, und sich dann für die Gnade Gottes in Jesus öffnen. Diese Menschen erfahren die Treue und Liebe Gottes, die ihr Leben verändert.
Umkehr und Vergebung – Die verwandelnde Kraft des Heiligen Geistes
Für einen Moment, als ich da kürzlich den Schulkindern gegenüberstand und mich über ihr störendes Verhalten aufregte, war ich drauf und dran, einzig und allein meinen Ärger zu sehen. Für einen Moment war ich geneigt, zornig darüber zu sein, dass die Kinder mir nicht genügend Respekt und Achtung entgegenbrachten.
Glücklicherweise jedoch hatte ich mich schnell im Griff, wie man so zu sagen pflegt, und wurde wieder ruhig. Ich ermahnte die Schüler und konnte meinen Bibel-Unterricht fortsetzen – sogar ohne weitere Störungen.
Wem oder was geben Sie sich manchmal hin? Wer oder was ist Ihnen wichtiger als die Liebe Gottes? Da gibt es sicher für Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, und auch für mich eine Reihe von Antworten. Entscheidend sind nicht die Antworten, sondern die Kraft desjenigen, der versprochen hat, bei uns zu sein bis zum Ende, ja bis zum Ende der Welt. Diese Kraft, die ich durch den Heiligen Geist erlebe, lässt mich zweierlei tun:
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Wie David – Psalm 51 erzählt davon – kann ich mich selbst reflektieren und meine Fehler erkennen und bekennen. Ich bitte um Vergebung für meine Schuld – zunächst Gott, aber dann auch, wenn ich an Menschen schuldig wurde, auch diesen Menschen gegenüber.
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Das Zweite ist, diese Vergebung in Anspruch zu nehmen und danach zu leben. Anderen vergeben und selbst immer mehr danach leben, was mich die Bibel lehrt.
Nur durch diese Kraft ist es möglich, innerlich ruhig zu bleiben, wenn Schwierigkeiten oder Anfechtungen auftauchen.
Wenn ich zurückkehre zum Maßstab Gottes – und der ist kein geringerer als Jesus Christus –, dann erlebe ich, wie Gott mit mir ist, wie sehr er mich liebt und wie sehr er einen guten Plan mit meinem Leben hat.
© KI Generiert von Elmira/
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