/ Bibel heute
Gott – eine Quelle
Der Bibeltext Psalm 36 – ausgelegt von Claudia Drechsel.
Von David, dem Knecht des HERRN, vorzusingen. Es sinnt der Sünder auf Frevel / im Grund seines Herzens, er kennt kein Erschrecken vor Gott. Er schmeichelt Gott vor dessen Augen und findet doch seine Strafe für seinen Hass.
Ein altes Lied – zeitlos aktuell
„Psalmen sind Lieder aus uralten Zeiten. Psalmen sind Lieder aus dem Heiligen Land. Bettler und Könige sangen sie gerne und durch die Bibel sind sie weltbekannt."
So heißt es in einem Kinderlied von Hella Heizmann.
Insgesamt sind uns 150 Lieder in dem Buch der Psalmen überliefert. Lieder, die öffentlich gesungen werden. Liedtexte, die gerne zitiert werden. Lobpreis, der in die Anbetung führt.
Die meisten Psalmen sind von David. In seinen Liedtexten beschreibt er, was er wahrnimmt: gesellschaftlich, politisch, zwischenmenschlich. Und er stellt Gottes Größe und Allmacht daneben.
So auch in Psalm 36, den ich nun näher anschaue.
Im ersten Vers heißt es: „Von David, dem Knecht des Herrn, vorzusingen". König David und Knecht? Passt das zusammen? Das Wort „Knecht" ist hier eine ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Abraham, Mose und Josua wurden auch Knechte Gottes genannt. Und somit passt die Bezeichnung auch für König David.
Die Beobachtungen Davids: Gottlosigkeit und Bosheit
In den Versen 2 bis 5 lese ich von den Beobachtungen, die David macht. Eine Bestandsaufnahme, eine Wahrnehmung der Gesellschaft. Und die fällt schlecht aus. Gottlosigkeit in allen Ecken und Enden. Gott spielt keine Rolle mehr, er ist keine Option. Seine Regeln interessieren nicht, und als Rechenschaftspartner ist er nicht gefragt.
Es wird das Verhalten eines Menschen beschrieben, hier Frevler genannt. Er missachtet Gott und setzt seine eigenen Interessen gewaltsam durch. Die Auflistung seiner Taten ist lang. Sein Herz ist voller Sünde. Er hat keine Ehrfurcht vor Gott. Unrecht und Hass, Lüge und Betrug bestimmen sein Denken und Tun. Das Gute will er nicht tun. Er plant bewusst das Böse, sogar nachts denkt er darüber nach.
Auch wenn der Psalm von David vor etwa 3.000 Jahren geschrieben wurde, ist er immer noch aktuell.
Viele Menschen leben auch heute ihr Leben ohne Gott. Sie kennen ihn nicht und haben kein Interesse an ihm. Sie setzen sich selbst zum Maßstab.
Es wird zugeschlagen: mit der Faust, wahllos und willkürlich. Und mit Worten. Die sozialen Netzwerke sind voll von verletzenden, verachtenden und verdrehten Kommentaren. Hass macht sich breit.
„Die Worte des Frevlers sind falsch und erlogen" – heißt es in Vers 4. Kann ich mich noch darauf verlassen, was der andere sagt? Ist es wirklich wahr? Wem kann ich noch glauben? Misstrauen wächst in den Beziehungen.
Das Böse geschieht nicht nur im Affekt. Manches ist von langer Hand geplant. Denken Sie nur an Kriege, Intrigen, Verleumdung und Missbrauch.
Soweit Davids Beobachtungen der Menschheit.
Gottes Wesen: Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit
Gott sei Dank wendet er den Blick nach dieser traurigen Bestandsaufnahme auf Gott. Und er erkennt, dass Gottes Wesen ganz anders ist.
Statt von Boshaftigkeit und Lügen, wie beim Frevler, lese ich in Vers 6 von Gottes Güte und Wahrheit. Ein ermutigender Vers: „Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen." Und das ist wirklich gigantisch: der Himmel – so groß, so weit, so unfassbar. Gottes Güte und Gnade sind unbegrenzt. Die Wolken vergleicht David mit der Wahrheit: Sichtbar, eindeutig, mächtig, wichtig.
In Vers 7 finde ich weitere Bilder aus der Natur für die Wesensmerkmale Gottes. Seine Gerechtigkeit wird mit unerschütterlichen und feststehenden Bergen verglichen. Wie sehr wünsche ich mir Gerechtigkeit und vermisse sie so oft: soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, faire Entlohnung, keine Diskriminierung und Mitspracherecht. Auch wenn Politik und Gesellschaft sich für Gerechtigkeit einsetzen, gelingt es nur partiell. Anders bei Gott. Seine Urteile, sein Recht gründen tief wie das Meer. In diesem Ausmaß, zwischen den höchsten Erhebungen und den tiefsten Gründen, finde ich Gottes Gerechtigkeit und seine Rechtsprechung. Denn er hilft Menschen und Tieren.
Güte, Wahrheit, Gerechtigkeit, Recht und Hilfe – diese Attribute wählt David, um Gott zu beschreiben.
Die Quelle des Lebens und das Licht Gottes
In den Versen 8 und 9 lese ich von Gottes Fürsorge: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben. Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom." Schutz, Nahrung und zu Trinken. Das ist das Notwendigste zum Leben und zum Überleben. Die wesentlichen Grundbedürfnisse sind gestillt.
Gott sorgt dafür! David erkennt das und schreibt in Vers 10, der in manchen Bibeln fett gedruckt ist: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Lichte sehen wir das Licht." So viel Inhalt steckt in diesem Vers. Das Wort „denn", womit der Vers anfängt, erklärt, warum ich mit Schutz, Nahrung und zu Trinken versorgt werde. Nämlich durch Gott, der die Quelle des Lebens ist. Die Quelle ist der Ursprung von etwas, z. B. Wasser oder einer Information. Oder dem Ursprung des Lebens. Ja, Quelle hat etwas Lebendiges, Sprudelndes, Frisches. Nichts Altes, Abgestandenes, Ungenießbares. In der Bibel finde ich mehrere Verse zu dem Thema Quelle. Ein Negativbeispiel aus Jeremia 2,13: „Mich, die lebendige Quelle verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten." Wie schade und wie töricht, das Schlechtere zu wählen. Dann lieber das Gute und Erfrischende, wie es in Offenbarung 21 heißt: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst."
Gott ist nicht nur die Quelle des Lebens, sondern auch das Licht. Wie wohltuend ist es, nach einer Nacht das Morgenlicht zu entdecken. Oder ein gutes Licht zu haben, um etwas zu arbeiten. Und natürlich brauche ich Licht, um zu leben.
In den letzten drei Versen bittet David um Bewahrung vor dem Bösen und dass die Gottlosen gerichtet werden.
Danke David, für dein Lied. Danke für die Verse, die mir auch heute Mut machen. Auch wenn in meinem Umfeld Frevler sind, Böses getan wird und gottlos gelebt wird. Ich schaue auf Gott, der voller Güte und Wahrheit ist, der für Gerechtigkeit sorgt. Und der lebendig und voller Licht ist.
© KI Generiert von Elmira/
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