/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Das hätte ich dir gleich sagen können
Gedanken von Bernd Kortmann zum Bibeltext Jeremia 13,9.
So spricht der HERR: Ebenso will ich verderben den großen Hochmut Judas und Jerusalems.
„Das hätte ich dir gleich sagen können“. Was für ein Satz.
Wenn etwas gelingt, freut man sich gern über Menschen, die einen unterstützt haben oder sich mit einem freuen.
Doof ist es, wenn man eine Niederlage vorgehalten bekommt. Und dann einen solchen Satz hört, der aufzeigt: „Ich weiß es besser“.
Als Vater versuche ich mir diesen Satz abzugewöhnen. Denn ich habe noch keine Situation mitbekommen oder selbst erlebt, wo dieser Satz etwas Positives bewirkt hat.
Wenn sich meine große Tochter beim Schaukeln verletzt, weil sie ein neues Kunststück vorführen will, liegt mir leider dieser Satz schon auf den Lippen. Dann muss ich mich zurückhalten. Es gilt dann auszudrücken: „Probier‘s nochmal. Sicherlich klappts beim nächsten Mal“. Meine Annahme und mein Zuspruch helfen viel mehr.
Wenn Gott tadelnde Sätze sagt, dann hat er stets Gutes im Sinn. Seine Gedanken über Sie und mich sind ganz von Liebe und Annahme geprägt.
Wenn er mal schimpfen muss, so wie er es im Buch des Propheten Jeremia getan hat, dann hat es einen tiefen Grund. Im Kapitel 13 Vers 9 lässt Gott seinem Volk durch den Propheten ausrichten: „»Ich will die ganze Pracht verrotten lassen, auf die Juda und Jerusalem so stolz sind! Das sage ich, der HERR.“
Ein Leinengürtel wird in diesem Kapitel zum Sinnbild des mangelnden Vertrauens der führenden Männer des Volkes Israel. Statt sich auf Gott zu verlassen, haben sie ihn wie einen Gürtel einfach abgestreift. Denn sie dachten: „Wir können es alleine besser“.
Gott ist da anderer Meinung, und die Fortsetzung der Geschichte bei Jeremia zeigt auch, warum.
Ich dagegen darf ganz nach dem Motto „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ agieren. Wie sieht es bei Ihnen aus?
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Lieber Bernd Kortmann,
hat Gott stets Gutes im Sinn, wenn ER tadelt? Ist Gottes Handeln immer von Liebe geprägt? In Jeremia 14 lesen wir die Antwort Gottes auf das Reden des Volkes, daß Jahwe die … mehreinzige Hoffnung der Israeliten ist, nämlich ihr Retter in Zeiten der Not. Das Volk wundert sich, daß Gott ihnen fremd geworden ist. Aber der HERR antwortet: Dieses Volk liebt es, mir davonzulaufen, sie wollen einfach nicht bei mir bleiben. Darum finde ich kein Gefallen mehr an ihnen, ich verschone sie nicht mehr, sondern ziehe sie für ihre Sünden zur Rechenschaft. Und zu Jeremia spricht Gott: Jeremia, bete nicht mehr für das Wohl dieses Volkes! Wenn sie auch fasten und mich um GNADE anflehen, werde ich sie doch nicht erhören. Wenn sie mir Brand- und Speiseopfer bringen, nehme ich ihre Opfer nicht an; nein, ich werde sie auslöschen durch Kriege, Hungersnot und Seuchen. Und weiter spricht Gott in Kapitel 15: Wer zum Pesttod bestimmt ist, bekomme die Pest; wer zum Schwerttod bestimmt ist, laufe ins Schwert; wer zum Hungertod bestimmt ist, sterbe an Hunger; wer zur Verbannung bestimmt ist, ziehe in die Verbannung! Ein vierfaches Verderben lasse ich gegen dieses Volk los, spricht Jahwe, das Schwert zum Umbringen, die Hunde zum Fortzerren, die Vögel und die wilden Tiere zum Zerfleischen und zum Fressen. Du hast mich zurückgestoßen, spricht Jahwe, du hast mir den Rücken gekehrt. Deshalb habe ich dich angegriffen und zugrunde gerichtet. Ich bin es leid, nachsichtig zu sein!
Herzliche Grüße