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Vorfreude ist die schönste Freude

Die Bibelstelle 1. Petrus 1,8-9 – ausgelegt von Berit Merkel.

Ihr werdet euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

1. Petrus 1,8–9

Haben Sie sich schon einmal so richtig gefreut? So wahnsinnig gefreut auf etwas oder jemanden? Der Volksmund sagt: „Vorfreude ist die schönste Freude“. Ich zum Beispiel freue mich immer sehr, wenn ich nach langer Zeit liebe Freunde wiedertreffe, oder ich freue mich auf ein gutes Essen, ein Glas Weiß- oder Rotwein am Abend, auf ein Konzert, auf ein Karten- oder Brettspiel oder darauf, eine neue Predigt zu schreiben.

Freude reizt mich zu Höhenflügen an. In der Bibel wird die Freude erwähnt, die am größten ist.

Im 1. Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 8-9 heißt es: „Ihr habt [Gott] nie gesehen und liebt ihn doch. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn auch jetzt nicht sehen könnt, und eure Freude ist herrlich, ja, grenzenlos, denn ihr wisst, dass ihr das Ziel eures Glaubens erreichen werdet: die Rettung für alle Ewigkeit.“ (Hfa)

Diese Sätze klingen so voller Freude, dass die Vorfreude darauf kaum auszuhalten ist. Um die Freude zu beschreiben, werden Adjektive wie „herrlich“ und „grenzenlos“ gebraucht.

Das Ziel der Freude ist „die Rettung für alle Ewigkeit“. Hier geht es um die Menschen, die an Jesus Christus, den Sohn Gottes, glauben und ihre Erlösung durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung für sich anerkennen. Sie nehmen Jesus in ihr Leben auf und folgen ihm nach, mit allem, was sie sind und haben. Der Glaube an diesen Jesus macht sie so froh, dass sie in freudiger Erwartung auf das Ziel schauen, das sie am Ende ihres Lebens erreichen werden. Nämlich: mit Jesus bis in alle Ewigkeit zu leben. Christen leben, um ewig zu leben.

Auf dieser Erde erleben Menschen sehr viel Leid. Liebe Angehörige sterben an einer unheilbaren Krankheit.  Oder Menschen in Kriegs- und Krisengebieten leiden unter den unersättlichen Machtansprüchen von Politikern.

Oder: Jemand verliert den Job oder gar ein Kind.

Leid macht traurig und verzweifelt. Von Freude kann hier wohl kaum die Rede sein.

Im Bibelvers ist auch nicht die irdische Freude, die Freude an Umständen oder Menschen gemeint, sondern die Freude am ewigen Leben, in dem es keine Krankheit, keinen Tod, keine Tränen, kein Leid mehr geben wird.

Wir können Gott nicht sehen. Ich kann ihn auch nicht beweisen, wie es viele Theologinnen und Theologen versucht haben. Und trotzdem vertrauen Christinnen und Christen Gott und haben eine Beziehung zu ihm. Sie spüren Gott, lassen sich in schwierigen und traurigen Zeiten von Gott trösten.

Christinnen und Christen haben die Gewissheit, dass diese Erde nicht alles für sie ist. Das Leben endet hier nur für den Körper. Die Seele lebt bei Gott in der Ewigkeit weiter. Und dort wird Freude die Fülle sein. Nichts wird dann im Leben mehr fehlen. Alles Leid ist vorbei. Nur ungetrübte Gemeinschaft mit Gott und den anderen Christen wird dort in der Ewigkeit sein.

Wenn ich mich mal wieder nach dem Sinn des Lebens frage, dann besuche ich einen Friedhof. Dort finde ich Hoffnung. Ich sehe an den Gräbern, dass das Leben hier auf der Erde endlich ist. Doch ich weiß tief in meinem Herzen, dass hier nicht Schluss ist, sondern, dass es weitergeht. Der Grund dieser Hoffnung ist Jesus Christus. Er ist das Fundament, auf dem ich stehe. Er hat meine Schuld, meine Schwäche, meine Krankheit, meinen Tod am Kreuz getragen. Deshalb lebe ich nun mit Gott, meinem Vater, bis in alle Ewigkeit in völliger Freude. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist!

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