/ Wort zum Tag
„Ich zahle gerne Steuern!“
Die Bibelstelle Markus 12,17 – ausgelegt von Lothar Eisele.
Jesus sprach: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
In einem Gespräch werde ich sehr überrascht. In unserem Ort wohnt eine Steuerberaterin, die ich in den letzten Jahren etwas näher kennenlerne. Wir sprechen darüber, dass viele Menschen mit der Erwartung an eine Steuerberaterin herantreten, möglichst viele Steuern zu sparen. Und da sagt sie plötzlich: „Weißt du, ich zahle gerne Steuern. Ich wohne in einem Land, in dem es Straßen gibt, in dem Schulen und Kindergärten da sind, in dem es eine Verwaltung gibt, die nicht korrupt ist, in der arme Menschen Unterstützung bekommen. Das alles muss bezahlt werden – und da gebe ich gerne meinen Beitrag. Ich bezahle meine Steuern gerne.“
Für einen kurzen Moment bin ich sprachlos.
Sie spricht eine Selbstverständlichkeit aus – aber von ihr als Steuerberaterin habe ich das nicht erwartet. Und gerade deshalb freue ich mich darüber. Und ich frage mich auch: Zahle ich gerne Steuer oder doch nur mit einem „wenn’s dann unbedingt sein muss.“
Jesus sagt es eindeutig: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Übersetzt in unsere heutige Situation: Gebt dem Staat, was dieser braucht, um seine Aufgaben zu erfüllen. Und gebt es nicht zähneknirschend, sondern bereitwillig. Deshalb: Wenn Sie das nächste Mal sehen, dass eine Straße ausgebessert wird, denken Sie daran: Das geschieht auch mit der Steuer, die Sie bezahlen. Wenn das nächste Mal das marode Schulgebäude instandgesetzt wird, das geschieht auch mit Ihren Steuern. Wenn Sie einen Lehrer treffen, der mit Freude und Engagement unterrichtet: Den bezahlen Sie auch mit Ihren Steuern.
Doch dann fügt Jesus noch etwas Entscheidendes hinzu: Und gebt Gott, was Gott gehört.
Gott hat mir das Leben geschenkt. Er schenkt mir Luft zu atmen. Nahrung, um zu essen. Menschen, die er mir anvertraut. Und schließlich: Er schenkt mir Jesus, der mir die Liebe des himmlischen Vaters zeigt und der mir durch sein stellvertretendes Sterben für mich Vergebung schenkt.
Und deshalb bedeutet der Satz Jesu: Gib dich selbst Gott hin. Stell ihm dein Leben zur Verfügung! Genieß seine Liebe. Aber dann lass seine Liebe auch zu den Menschen fließen.
Und deshalb ist es ein richtig gutes Gebet am Morgen:
Herr, zeige mir, was dir heute wichtig ist. Zeige mir, wo du mich gebrauchen kannst. Zeige mir, wo ich deine Liebe zu den Menschen weitergeben kann. Lass mich wahrnehmen, was dir wichtig ist. Amen.
Ihr Kommentar
Kommentare (4)
Was ist, wenn Steuergelder sinnlos verschwendet werden und für Waffen ausgegeben werden. Dann mache ich mich doch mit schuldig
Schön wäre es, wenn die Steuern auch tatsächlich dazu verwendet würden... Sie beschreiben einen Zustandsbericht, wie er vor 30-40 Jahren einmal in unserem christlichen Abendland gegeben war. Die … mehrseitherige Entwicklung verschlafen? Für was werden unsere Steuern ausgegeben? Für Wafffen, die in fremden Kriegen, die uns nichts angehen, tausende Menschenleben töten; als Anreiz für arme Menschen, eine lebensgefährliche Flucht auf sich zu nehmen, um hier ein Leben zu führen, mit dem sie nie glücklich werden können und unser christliches Abendland mit ihrer Idiologie abschaffen wollen; für Gender- und ausschweifendes Sexualleben in aller Öfffentlichkeit; für Radwege in Ländern, wo es gar keine Fahrräder gibt??? Also, selten so einen Unsinn in dieser Richtung gelesen - mit dem anderen Aspekt durchaus einverstanden.
Da bin ich anderer Meinung als Lothar Eisele in $achen Steuernzahlen. Selbstverständlich bin ich für alles dankbar, das funktioniert. Doch ist die politische Lage in Deutschland seit Jahren derart … mehrdesolat, dass ich mir als verantwortungsvoller Bürger überlege sollte, inwiefern ich dieses System unterstütze (zB im Wahlkampf wird das Gegenteil von dem behauptet, was nachher gemacht wird). Es gibt meiner Meinung nach eine Grenze, wo sich der Staat gegen Gott stellt (etwa wenn natürliche Institutionen wie Ehe und Familie vom Staat ausgehöhlt und umdefiniert werden), wo ich den Gehorsam verweigern muss. Diese Grenze mag bei jedem anders sein, bei mir ist sie überschritten.
Herr Eisele, vielen Dank für Ihr Wort zum Tag, dass mich bewegt.