/ Wort zum Tag
Das Verborgene wird offenbar
Die Bibelstelle Johannes 3,21 – ausgelegt von Hans-Hagen Zwick.
Wer die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.
„Gott kann man nichts vormachen.“ Der Gedanke kommt mir beim Blick ins Johannesevangelium, Kapitel 3. Da ist Jesus im Gespräch mit einem theologisch gebildeten Mann namens Nikodemus. Es geht um das Eingemachte seines Lebens.
Darüber möchte ich auch nachdenken. Bin ich aufrichtig zu mir selbst? Ist mein Glaube substanziell gesund? Hat er die lebendige Frische? Taugt er für das Leben und mein Tun auch? Oder hat mein Vertrauen zu Gott Rost angesetzt? Ist vielleicht Moos darüber gewachsen?
Will ich das wirklich wissen? Dann muss ich mich der Wahrheit stellen. Jesus sagt in Johannes 3, 21: „Wer die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“
Natürlich kann ich mich hinter dem Wahrheitsbegriff verstecken. Wahrheit, was ist das? Die Antworten sind divers. Philosophen haben darüber klugen Text gemacht. Am Ende zählt, was rauskommt. Kann ich damit leben? Finde ich gut, was ich mache? Oder muss ich mich verstecken, weil ich mein Tun selber nicht rechtfertigen kann? Wie soll es dann vor Gott Bestand haben?
Kürzlich hatte ich einen schweren Verkehrsunfall. Ich habe ihn unbeschadet überlebt, mein Unfallgegner auch. Dafür bin ich dankbar. Es ist wie ein zweites Leben, das Gott mir geschenkt hat. Aber beide Autos sind Schrott. Der Verlust ist groß. Es muss ein neues Auto her. Für ein ganz Neues ist mein Budget zu knapp. Also soll es ein Gebrauchtwagen sein.
Diverse Websites bieten sich an. Ein Schnäppchen wäre gut. Gebrauchte sind teuer. Seit Wochen bin ich dabei, die Angebote zu prüfen. So manches liest sich gut, die Bilder sind vielversprechend. Aber der Anruf beim jeweiligen Anbieter ergibt, der Reparaturverlauf ist zweifelhaft oder Raucher haben ihren Duft hinterlassen. Auch Tiergestank will ich nicht haben. Irgendwas ist immer.
Da kommt ein neues Angebot rein, die Fotos sind vielversprechend, die Ausstattung ist gut und der Preis stimmt. Die Werbung scheint gelungen. Ein guter Freund hat Gelegenheit, sich das Auto vor Ort anzuschauen. Er ist ein erfahrener Fachmann, der sein Handwerk versteht. Ich kann ihm vertrauen.
Dann schickt er mir Bilder vom Fahrzeug. Da wächst tatsächlich Moos aus den Ritzen. Auch Rost ist da, wo er nicht hingehört. Die Innenverkleidung ist angesägt und hat Löcher, die man so nicht haben will. Der Motor sagt keinen Mucks, weil der Akku alle ist. Das Schnäppchen ist keins, so was möchte ich nicht haben.
Mag mich Gott, so wie ich bin? Ja, das glaube ich, weil er gnädig und barmherzig ist. Obwohl er alle meine Unzulänglichkeiten kennt. Das ist großartig.
Würde ich das tun? Ich kenne alle Beulen und Roststellen in meinem Leben. Ich weiß auch, wo Moos drüber gewachsen ist. Wer bin ich? Ich sollte es wissen, denn ich weiß, was drin ist. Was ist das ehrliche Bild von mir? Bin ich verloren?
Jesus durchschaut nicht nur Nikodemus, sondern auch mich. Er sieht alles, auch das Verborgene. Für ihn ist mein Leben offenbar. Und trotzdem hat er sein Leben für mich gegeben. Er liebt mich so, wie ich bin. Das ist der Kern des Evangeliums, die eigentliche Kraftquelle. Dieses Licht kann mein Leben verändern, so das mein Tun vor Gott Bestand haben kann. Und genau das will ich.
Ich möchte, dass meine Werke in Gott getan sind. Dann ist Scham nicht mehr angebracht. Ein gelungenes Leben, das ist mein Ziel. Aus eigener Kraft gelingt das nicht. Wenn ich mich dieser Wahrheit stelle, brauche ich die Liebe und Barmherzigkeit Jesu. Sie trägt mich hindurch, so dass mein Tun im Licht Bestand haben kann.
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Kommentare (1)
Klare Worte! Danke!