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Gott mit dem ganzen Leben gehorchen und dienen

Die Bibelstelle Sacharja 7,10 – ausgelegt von Andreas Schwantge.

Denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

Sacharja 7,10

Vor Jahren rutschte eine meiner kleineren Töchter auf meinen Schoß und begann mit säuselnder Stimme: „Papa ...“ – Ich wusste sofort: Sie wollte etwas von mir und wollte mich „um den Finger wickeln“.

Ich denke, wenn Kinder so handeln, ist das nicht weiter schlimm.

Aber wie sieht es aus, wenn wir uns so „schmeichlerisch“ bei Gott verhalten, um etwas bei ihm zu erreichen? Der Losungstext der Herrnhuter Brüdergemeine von heute lautet:

Denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

Diese Worte stehen im Propheten Sacharja, Kapitel 7, Vers 10.

Das Volk Israel war viele Jahre in der Gefangenschaft, Jerusalem war erobert worden und der Tempel war zerstört.

Vor rund 17 Jahren hatte Cyrus befohlen, dass der Tempel wieder aufgebaut werden durfte. Dann gab es Verzögerungen durch feindliche Intrigen. Und nun, im Dezember 518 v. Chr. wurden Männer zum Propheten Sacharja gesandt, um „den HERRN gnädig zu stimmen“, heißt es am Anfang des siebten Kapitels bei Sacharja. Und sie wollten auch wissen, ob sie weiterhin „im fünften Monat weinen und fasten sollten“, so, wie sie es viele Jahre getan hatten.

Sacharja antwortete ihnen im Auftrag Gottes unter anderem: Richtet recht, und ein jeglicher beweise an seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit; und tut nicht unrecht den Witwen, Fremdlingen und Armen; und denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen! (Sacharja 7,9-10)

Diese Antwort hatten sie wahrscheinlich nicht erwartet. Vielleicht hatten sie auf eine „neue Offenbarung Gottes“ gehofft. Aber Sacharja machte ihnen bewusst, dass sie keine neue Offenbarung des Willens Gottes benötigten, sondern sie sollten Gott vertrauen und seinem Wort gehorchen – und das ganz praktisch im Umgang mit anderen Menschen. [1]

Einfach ausgedrückt sagte Gott zu ihnen: Tut, was ich euch schon früher gesagt habe – gehorcht mir von ganzem Herzen.

Sie hatten „geweint und gefastet“, aber nicht aus Liebe zu Gott, sondern um ihn für ihre Wünsche zu „gewinnen“ und zugleich verhielten sie sich im Alltag offensichtlich nicht richtig.

Auch ich will nicht versuchen, Gott mit „religiösen Handlungen“ zu gewinnen - selbst wenn diese Handlungen an und für sich richtig sind.

Gebet, Anbetung, ernsthaftes Fasten darf nie von mir gebraucht werden, um mir Gott gleichsam „gefügig“ zu machen. Er möchte mich, mich selbst; möchte, dass ich ihm aus Liebe von ganzem Herzen gehören will, ihm aus Liebe gehorche und ihm so diene.

Und dieser Gehorsam zeigt sich nicht zuletzt auch in meinem Verhalten zu anderen Menschen.

Richtet recht … beweist Güte und Barmherzigkeit … tut nicht Unrecht … denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

 

[1] WSB Sacharja S. 83 - von Fritz Lauterbach

 

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Kommentare (1)

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Regina H. /

Sehr gut vielen Dank. Wir müssen uns Gottes Liebe nicht erarbeiten. Manchmal kann Verzicht oder fasten uns selbst stärken und näher zu Gott bringen