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Gott, ich verstehe dich nicht!

Die Bibelstelle Hiob 37,5 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.

Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen.

Hiob 37,5

Ich habe früh gelernt, dass ich darauf achten muss, wer was sagt. Sicher geht es Ihnen ähnlich. Sie wissen, dass das Wort mancher Leute Gewicht hat, während sie auf das von anderen nicht so sehr achten müssen.

Warum ist das so? Nun, es kann sein, dass jemand in der Unternehmenshierarchie über mir steht und deshalb weisungsbefugt ist. Zugegebenermaßen ist das die schwächste Form von Autorität, aber sie ist real und deshalb muss ich hinhören. Es kann aber auch sein, dass jemand über große Erfahrung, besondere Fertigkeiten oder Kenntnisse verfügt. Ich tue gut daran, fachkompetenten Menschen zu zuhören, wenn sie über Sachverhalte reden, über die ich wenig weiß.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum Worte Gewicht haben können. Dieser ist in der Persönlichkeit des Betreffenden zu finden. Ich spüre, dass bei meinem Gegenüber Worte und Taten eine Einheit bilden, weil sie das Ergebnis sorgfältigen Nachdenkens sind.

Die Bibel kennt mehrere Persönlichkeiten, auf die diese Beschreibung zutrifft. Eine ist Hiob, jener Mann, dem Schicksalsschläge nahezu alles genommen haben und der trotz großen Leids und Schmerzen an Gott festhält.

Gelegentlich kommt die Wahrheit jedoch von unerwarteter Seite. Ein Beispiel dafür ist Elihu, einer von Hiobs Freunden. Der erinnert Hiob an eine schichte Tatsache, nachzulesen im Buch Hiob 37, Vers 5b: Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen.

Auch wenn Elihu an anderer Stelle daneben liegt. Hier hat er Recht. Seine Worte sind mehr als theologische Richtigkeiten. Sie erinnern daran: Mein Wissen ist begrenzt. Ich verstehe längst nicht alles. Es gibt eine Wirklichkeit, die ich nicht begreife, weil sie sich mir entzieht.

Und genau an dieser Stelle setzen Vertrauen und Glaube ein. Selbst wenn das, was ich erlebt habe, keinen Sinn macht und ich tief enttäuscht bin, so kann ich darauf vertrauen, dass Gott den Überblick nicht verliert. Er ist mit mir und meiner Situation nicht überfordert. Deshalb kann ich mich an die Überzeugung klammern, dass Gott es zutiefst gut mit mir meint. Das gilt auch dann, wenn ich nichts fühle oder mir die Kraft zum Weitermachen fehlt.

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