/ Bibel heute
Vom Unkraut unter dem Weizen
Benjamin Gies über Matthäus 13,24–30.36–43.

bibleserver.com
Matthäus 13
Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. [...] (Mt 13,24-30.36-43; LUT)
bibleserver.comDieser Text hat es ganz schön in sich! Da erzählt Jesus ein Gleichnis. Er möchte eine Tatsache deutlich machen, dafür nutzt er ein Bild.
Er redet zuerst von einem Landwirt, der Samenkörner auf sein Land säte. Er wollte guten, kräftigen Weizen ernten. Aber dieser Landwirt hat auch einen Feind. Und dieser sät, während nachts alle schlafen, Unkraut unter die Weizenkörner. Nun muss man kein Landwirt sein, um sich ausrechnen zu können, was passieren wird: Als die Saat beginnt aufzuwachsen, wächst der Weizen, aber auch das Unkraut. Die Mitarbeiter des Landwirts sind ganz irritiert: „Woher kommt das Unkraut?,“ fragen sie. „Hast du nicht Weizen ausgesät?“ Der Landwirt hat sofort den Durchblick: „Das hat der Feind getan“. „Sollen wir das Unkraut rausreißen?,“ fragen die Mitarbeiter. Doch der Landwirt weist an, alles wachsen zu lassen. Am Ende, wenn die Ernte reif ist, dann wird die Sortierung beginnen. Erst dann wird das Unkraut gesondert gesammelt, in Bündel gebunden und im Feuer verbrannt.
Ein Gleichnis hat die Besonderheit, dass es meist eine Wahrheit enthält, die vermittelt werden möchte. Eine Zielrichtung, einen Hauptgedanken. Und diesen entfaltet Jesus selbst, einige Verse nachdem er das Gleichnis erzählte.
Worum geht es Jesus? In den Versen 36-43, erklärt er, was er wollte.
Er selbst ist der Landwirt – Der Sohn des Menschen, so nennt er sich, sät den Samen, und heraus kommen Menschen, die zu seinem Reich gehören. Dieser Titel Sohn des Menschen ist keine Formulierung dafür, dass Jesus die Menschen so sehr liebhatte. Der Sohn des Menschen ist ein Titel, der im Buch Daniel gebraucht wird: „Und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, wie eines Menschen Sohn…“ (Daniel 7,13). Im Kontext dieses Verses wird deutlich, dass dieser Menschensohn Macht, Ehre und Reich bekommt. Und seine Macht ist ewig und vergeht nicht. Daniel sieht hier Jesus, der in den Wolken kommt, sein Reich aufrichtet und der Welt ein Ende setzt. Der Menschensohn hat Macht. Er beginnt etwas und er vollendet es. Er startet und er setzt den Endpunkt.
In erwähntem Gleichnis startet Jesus. Er sät aus. Vielleicht hören sie das und werden gerade ganz glücklich, denn auch sie haben einmal die Saat seines Wortes in ihrem Herzen gemerkt. Sie haben erfahren, wie Jesus in ihr Leben kam und sie zu einem Kind Gottes machte.
Aber vielleicht hören sie das gerade und merken: „Ich bin das noch gar nicht. Ich habe Jesus noch nicht in mein Leben aufgenommen. Ich habe noch nicht erfahren, wie es ist, seine Schuld vergeben zu bekommen. Ich habe immer vom lieben Gott gesprochen, aber nie von meinem Vater im Himmel. Ich bin noch kein Kind Gottes, ich bin noch kein Kind seines Reiches.“
Vielleicht halten sie gleich kurz inne und lassen Jesus in ihr Leben hinein. Beten sie z. B. so:
„Herr Jesus, du bist der Menschensohn. Du bist der, dem alle Macht gehört. Komm du auch in mein Leben. Vergib mir meine Schuld. Ich danke dir, dass du für meine Sünde am Kreuz gestorben bist. Ich danke dir, dass ich jetzt sicher sein darf, dein Kind zu sein. Ab jetzt gehst du mit mir durch das Leben.“
So wie es den Menschensohn, Jesus Christus gibt, so wird in diesem Gleichnis auch deutlich, dass es den Feind Gottes, den Teufel, gibt. Und der verhindert mit all seiner Macht, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen. Er möchte am liebsten keinen in Gottes Reich sehen, sondern in seinem Reich, unter seiner Herrschaft und Kontrolle.
Nicht jeder wird ein Kind Gottes. Manch einer bleibt - bis zu seinem Lebensende - ein Kind des Bösen.
Es gibt so ein Lied: Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind. Das sieht selbst der Petrus ein. Er sagt: "Ich lass gern euch rein. Ihr wart auf Erden schon die reinsten Engelein!"
Auch wenn ich es jedem gönne, in den Himmel zu kommen, Jesus erklärt eine Realität, vor der wir am liebsten die Augen schließen. Es wächst auch Unkraut, d. h., es gibt Menschen, die nehmen Jesus nicht an. Sie akzeptieren Jesus nicht als Menschensohn, als den, der alle Macht hat und der einmal wiederkommen wird und vor dem sich jedes Knie beugen muss. Sie leben ohne Gott, sind ihr eigener Chef und bedenken nicht, dass sie einmal für das, was sie hier im Leben gesagt und getan haben, Rechenschaft ablegen müssen vor dem, der sein Reich baut und dieser Erde ein Ende setzt.
Ja irgendwann ist ein Ende. „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen,“ sagt Jesus.
Und am Ende wird gesammelt und sich aufgestellt vor dem, der alle Macht hat, vor Jesus. Und da werden die einen vor ihm stehen, die gerecht geworden sind durch Jesus. Gerecht heißt richtig sein. Sie sind nicht perfekt, aber leben aus der Vergebung und der Gnade Gottes. Sie gehen in sein Reich und leben ewig mit dem Vater und dem Sohn zusammen.
Aber auch über die anderen wird gesprochen. Da sind die Menschen, die Jesus nicht haben. Sie sind nicht gerecht vor Gott. Sie müssen versuchen, mit ihren Werken zu glänzen, doch sie werden merken „Welches Werk wird vor dem Heiligen Gott jemals bestehen? Und auch wenn ich hier was gut gemacht habe, dann hab ich auf der anderen Seite hier wieder einen Fehler begangen.“
Von Zinzendorf dichtete einmal folgende Liedzeile:
„Christi Blut und Gerechtigkeit. Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd´ eingehen.“
Jesus ist unsere Hoffnung und unsere Einfahrt in den Himmel. Er redet von den zwei ewigen Realitäten: dem Himmel und der Hölle. Dem Menschensohn und dem Teufel.
Lassen sie uns Jesus an dieser Stelle ernst nehmen und die Menschen, die mit uns leben, in der Familie, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, gemäß den Worten des Apostels Paulus bitten:
2. Kor. 5,20: Lass dich versöhnen mit Gott.
© Ruth Schneider / ERF
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Vielen Dank Herrr Giess für Ihre wertvolle Auslegung, die unser HERR segnen möchte, mit der Gnade für all Diejenigen die diese Zeilen lesen; Wer Ohren hat der höre! Unser HERR, segne und behüte Dich Bruder Benjamin, Deinen Ausgang und Eingang!