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/ Bibel heute

Noch härtere Bedrückung Israels

Fred Gilgen über 2. Mose 5,1–6,1.

Danach gingen Mose und Aaron hin und sprachen zum Pharao: So spricht der HERR, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, dass es mir ein Fest halte in der Wüste. Der Pharao antwortete: Wer ist der HERR, dass ich ihm gehorchen müsse und Israel ziehen lasse? Ich weiß nichts von dem HERRN, will auch Israel nicht ziehen lassen. Sie sprachen: Der Gott der Hebräer ist uns begegnet. Wir wollen nun hinziehen drei Tagereisen weit in die Wüste und dem HERRN, unserm Gott, opfern, dass er uns nicht schlage mit Pest oder Schwert.[...]

2. Mose 5,1–6,1

Wenn es am scheinbaren Ende noch einmal schwerer wird:

Wir saßen beim Einsatz der Schweizer Armee auf einem Walliser-Berg. Ein wunderschöner Tag war angesagt. Mit wolkenlosem Himmel und klarer Sicht auf die gegenüber liegenden Berge. Für die Nacht hatten wir uns für die Wache aufgeteilt und ich hatte die letzte vor dem Aufgang der Sonne übernommen. Diese Schicht war wie immer die schwerste. Denn kurz vor Sonnenaufgang fiel die Temperatur noch um 2-3 Grad. Langsam erwachte der Tag und der Himmel wurde heller. Und ich fror, trotz der warmen Ausrüstung, immer mehr. Aber ich wusste: Es folgt ein großartiger Tag. Und das machte mir die letzten Schwierigkeiten leichter.

Das Volk Israel litt mehr als 3000 Jahre zuvor unter der Zwangsarbeit in Ägypten und schrie um Hilfe. Gott schickte ihnen Mose als Helfer und der sagte: „Gott hat euer Elend in Ägypten gesehen, und euer Geschrei über Eure Bedränger gehört, er hat eure Leiden erkannt“ (2. Mo. 3,7). Mose sagte ihnen weiter: „Gott will, dass ihr drei Tagereisen weit in die Wüste gehen und dort Opfer bringen sollt“ und: „Wenn sich der Pharao weigert, euch ziehen zu lassen, werde ich ihn durch die Wunder, die ich tun werde, dazu zwingen.“ Direkt vor unserem Bibelwort steht: „Und das Volk glaubte. Und als sie hörten, dass der Herr sich der Israeliten angenommen und ihr Elend angesehen habe, neigten sie sich und beteten an.“

Dann ist alles in Ordnung. Mose wird zum Pharao gehen und berichten, was ihm Gott aufgetragen hat. Dann können sie sich bereits mit den Reiseplanungen beschäftigen.

Aber da kommt es noch viel schlimmer für das Volk. Erhielten sie bisher für ihre Arbeit die notwendigen Baumaterialien, müssen sie sich jetzt auf den Weg machen, um Teile davon selbst zu besorgen. „Ihr sollt dem Volk nicht mehr Häcksel geben, dass sie Ziegel machen, wie bisher; lasst sie selbst hingehen und Stroh dafür zusammenlesen.“ Aber ihre Arbeitsmenge sollen sie trotzdem erfüllen. Der Pharao sagte: „Man drücke die Leute mit Arbeit, dass sie zu schaffen haben und sich nicht um falsche Reden kümmern.“

In ihrer Enttäuschung klagten sie Mose und Aaron an und sagten: „Der HERR richte seine Augen wider euch und strafe es, dass ihr uns stinkend gemacht habt vor dem Pharao und seinen Großen und habt ihnen so das Schwert in ihre Hände gegeben, uns zu töten.“

Mose sagt es Gott und fragt ihn: „Warum tust du das“

Denn „ … seitdem ich hingegangen bin zum Pharao, um mit ihm zu reden in deinem Namen, hat er das Volk noch härter geplagt, und du hast dein Volk nicht errettet“. Da sagt Gott zu ihm: „Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao antun werde; denn durch eine starke Hand muss er sie ziehen lassen, und durch eine starke Hand muss er sie aus seinem Lande treiben.“ Mit dieser Zusage kann Mose leben.

Wie ist es bei uns? Jahrtausende später.

Für Jens wird die Lage immer schwieriger. Sein Arbeitgeber hat von ihm und den Kollegen immer mehr Leistung verlangt. Das hat sich auf das Arbeitsklima negativ ausgewirkt.

Jens ist Christ und er hat den Arbeitgeber um ein Gespräch gebeten. Dort hat er seinem Arbeitgeber die Situation bei der Arbeit erklärt und ihn gebeten, die unerfüllbare Arbeitsmenge zu reduzieren. Was ist passiert? Statt eine gute Lösung zu suchen, hat er Jens, unter Einhaltung der Kündigungsfrist, entlassen und seine Arbeit den anderen zusätzlich auferlegt. Jens hat sich sofort um eine andere Arbeitsstelle bemüht, aber über den Ablauf der Kündigungsfrist hinaus nichts gefunden. Jetzt wird seine Lage kritisch. Er betet zu Jesus, denn er weiß nicht, wie er die Wohnungsmieten bezahlen soll. Ganz zu schweigen vom Geld, das er für den Unterhalt seiner Familie braucht. Aber da, kurz bevor gar nichts mehr geht, bekommt er ein Angebot für eine Arbeit, die ganz genau zu ihm passt. Das Arbeitsklima ist gut, und sein Nettolohn verbessert sich auch noch. „Danke Jesus, das war wirklich im letzten Moment!“, sagt er dem Sohn Gottes.

Sofie ahnt, dass es ein höheres Wesen, einen Gott, gibt; aber mit Jesus kann sie nichts anfangen. Sie hat auch keine Zeit, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen; denn sie erlebt gerade große Schwierigkeiten in ihrer Ehe. Ihr Mann liebt sie offensichtlich nicht mehr. Dabei gibt sie sich alle Mühe und tut für ihre Ehe alles, was möglich ist. Aber ihr Mann zieht sich immer mehr von ihr zurück. Ohne ihr zu sagen, was los ist. Ganz plötzlich benimmt er sich ihr gegenüber völlig verändert. Er bringt ihr Blumen mit nach Hause. Kümmert sich mit um den Haushalt. Sagt, dass er sie liebhat. Hat er, ohne ihr Wissen, einen Eheberater aufgesucht? Oder ist sonst etwas mit ihm passiert, worüber er noch nicht reden möchte? Sofie freut sich und überlegt, ob das vielleicht doch etwas mit Gott und seinem Sohn Jesus zu tun haben könnte, den sie bisher abgelehnt hat.

Wie auch immer … „Danke, Gott, das war wirklich im letzten Moment!“

Ich weiß: Es geht nicht immer so. Auch nach langem Warten nicht. Und manchmal erfüllt Gott unsere Bitten nicht so, wie wir es gerne möchten. Vor allem, wenn jemand schwer erkrankt ist und die Krankheit nicht geheilt wird, sondern zum Ende des Lebens führt. Was ist dann?

Menschen, die mit Jesus leben, wissen, dass auch nach diesem schwersten Weg, den es geben kann, ein herrlicher Ausgang folgt. Jesus hat für uns mit seinem stellvertretenden Leiden und Sterben Sündenvergebung und Frieden mit Gott erwirkt. Für alle, die an ihn glauben und sich für das Leben mit ihm entscheiden. Das ist ein Riesengeschenk.

Aber da geht es für uns noch um viel mehr: Jesus ist uns in seiner Auferstehung von Toten zum Leben vorausgegangen. In die Herrlichkeit Gottes. Und wer mit Jesus lebt, wird ihm – nach seinem Sterben – in diese Herrlichkeit folgen. 

Es wird sein wie bei uns damals im Armeedienst im Wallis, nach der letzten bitterkalten Stunde … nur viel schöner.

Es wird sein wie damals, als der Pharao nach der letzten Strafe, der Tötung aller Erstgeburt in Ägypten, Gottes auswähltes Volk ziehen lassen musste … aber dann für immer.

Möchten sie so einen Moment verpassen? Ich nicht. Und ich werde es auch nicht verpassen; denn ich glaube an Jesus und lebe mit ihm.

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Kommentare (4)

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Gerhard S. /

Dem Pharao wird ja gesagt, dass die Israeliten 3 Tagereisen in die Wüste ziehen wollen, um Gott zu opfern, ihm wird ja nichts von einem endgültigen Abschied aus Ägypten verkündet. War diese Täuschung erforderlich, damit er eher seine Zustimmung geben sollte, die er ja selbst dafür nicht gegeben hat?

Martin /

Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen Verheißung und Gottes Fakt. Verheißungen treffen irgendwann zu irgendeinem Zeitpunkt ein. Ein Gottes Fakt ist von Gott bereits getan also erledigt. Nehmen mehr

Philipp S. /

Nach dem Abend kommt ein neuer Morgen. Lieben Dank dem Schweizer "Mitgenossen" für die mutmachende Andacht. Einen gesegneten Tag.

Ulla S. /

Vielen lieben Dank für so eine tiefgehende Auslegung, ich musste weinen , so hat es mich berührt. Danke für s o eine klare Botschaft . Danke für alle Worte zu Jesus unserem Herrn . Ein großartiges Zeugnis!