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/ Bibel heute

Neuer Himmel und neue Erde

Wolfgang Ströhle über Jesaja 65,17-25.

Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.[...]

Jesaja 65,17–25

1. Jesaja beschreibt nicht die neue Welt Gottes des NT

„Noch haben wir sie nicht gesehn, noch warten wir darauf, noch nehmen wir für unsere Hoffnung Spott und Hohn in Kauf - und wissen doch: Es kommt der Tag, da hört das Warten auf. Denn gerade dann, wenn jedermann es nicht für möglich hält, dann werden wir sie sehen: Gottes neue Welt!

Ich schätze dieses Lied - und ich lebe auch in dieser Haltung: Auf Gottes neue Welt zu warten. ABER…

… diese neue Welt hat nicht viel mit dem zu tun, was Jesaja uns überliefert. Was er schreibt, teilte er seinen Landsleuten mit. Die litten unter der babylonischen Gefangenschaft - und die in Israel zurückgeblieben waren, litten ebenso unter der Fremdherrschaft! Ob hier oder in Babylon: Sie schufteten auf ihren eigenen Äckern. Aber wegen der Abgaben konnten sie die Früchte kaum selbst genießen. Die Kindersterblichkeit schmerzte. Erwachsene wurden viel zu früh aus dem Leben gerissen.

Gott lässt sein Volk wissen: Er wird Neues schaffen, den Himmel neumachen, die Erde neumachen - bis dahin, dass Tiere friedlich miteinander leben. Kein Leid, kein Schmerz, keine Krankheit, sondern langes Leben wird in dem sein, was Gott neu schaffen wird. Und Gott wird selbst daran Freude haben…

… was ist aus dieser Zusage Gottes geworden? Denn die Heimgekehrten mussten den Tempel wieder aufbauen, die Fremdherrschaft mit ihren Abgaben blieb bestehen. Die Juden erlebten mit, wie die Römer später den Tempel entweihten.

2. Die alte und die neue Zusage über die neue Welt Gottes

Petrus, ein Nachfolger des Herrn Jesus Christus, greift in seinem 2. Brief (3,13) Gottes Zusage auf und bekennt: Wir warten auf den neuen Himmel und auf die neue Erde.

Johannes, der das letzte Buch der Bibel schrieb, die „Offenbarung des Johannes“ – er spricht davon, dass Gott etwas völlig Neues schaffen wird – sogar ein neues Jerusalem, einen Ort, an dem die Leute, die in diesem Leben Gott vertrauen, Gott ohne Ende loben werden! Weil er so viel Gutes in ihrem irdischen Leben tut!

Ich fasse zusammen:

  1. Jesaja begegnete seinen Landsleuten mit einer Zusage Gottes, die ihre irdische Zukunft betraf – anscheinend wurde nichts daraus.
  2. Petrus und Johannes reden von einer zukünftigen Welt, die mit dieser irdischen Welt nichts zu tun hat.

3. Die Grundlage einer berechtigten Hoffnung liegt in der Auferstehung Jesu Christi

Aber wie sind diese Zusagen Gottes sonst zu verstehen? Lassen Sie mich eine Grundlage für meine Antwort legen. In der sogenannten Zeitenwende hat sich etwas in der Weltgeschichte ereignet, an dem keiner vorbeikommt:

Seit etwa 33 n. Christus gibt es christliche Kirchen – heute weltweit zu finden. In der ersten Gemeinde in Jerusalem fanden sich viele Menschen, die glaubhaft bezeugten: „Wir sind dem gekreuzigten und von den Toten auferstandenen Jesus Christus begegnet“. Der Apostel Paulus spricht von über 500 Personen, von denen zu seiner Lebzeit die meisten noch lebten. Man nennt das einen „Historischen Beweis“ der leibhaftigen Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

Was ist nun mit dieser Zusage einer neuen Welt, in der es kein Leid, keinen Krieg, keinen Schmerz, keine Krankheit mehr geben wird?

Ich kann es nicht für die weltweite Christenheit sagen. Aber die, die ich persönlich kenne, die im Hier und Heute mit Jesus Christus leben, die freuen sich mit mir, dass Jesus diese weiterreichenden Zusagen einmal verwirklichen wird.

Sie erleben Christus im Hier und Heute. Manchmal reicht auch bei ihnen das Geld nicht; manche müssen betriebsbedingte Kündigungen hinnehmen. Auch in ihren Familien ist die Klage, dass sie über den Tod eines geliebten Menschen nicht hinwegkommen.

Aber gemeinsam ist ihnen allen: Sie reden von einem Gott, der ihnen hilft, der sie tröstet, der ihnen Zuversicht gibt, der ihnen neue Perspektiven für ihr irdisches Leben gibt.

 Selbst wenn sie mit Gott über ihr Schicksal hadern, was ja auch ein Zeichen einer lebendigen Beziehung zu ihm ist: Sie verlassen sich auf die Zusagen, die Gott macht. Ja – in ihrem Leid freuen Sie sich auf den Tag, an dem er auch die letzte seiner Zusagen erfüllt: kein Leid, kein Krieg, kein Schmerz, keine Krankheit... ich gehöre zu diesem Personenkreis, und zwar auch zu denen, die je und dann mit Gott hadern.

Wenn einer von Vertröstung sprechen will, den frage ich nach seinen Lösungen, die er für die Kriege, für Krankheiten, für die sozialen Missstände in der Gesellschaft hat. Und liegen dessen Lösungen nur vage in der Zukunft: Welchen Nutzen soll ich heute daraus ziehen?

4. Ich bleibe bei meiner berechtigten Hoffnung auf die Neue Welt Gottes

So bleibe ich dabei:

Da ich im Alltag so viel Hilfe von Jesus Christus erlebe, ist es für mich selbstverständlich: Er wird auch die noch ausstehenden Zusagen einlösen. Deshalb freue mich an dem Lied, das ich mit vielen teile:

Noch haben wir sie nicht gesehn, noch warten wir darauf, noch nehmen wir für unsre Hoffnung Spott und Hohn in Kauf. Und wissen doch: Es kommt der Tag, da hört das Warten auf. Denn gerade dann, wenn jedermann es nicht für möglich hält, dann werden wir sie sehen: Gottes neue Welt.

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Kommentare (2)

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Gerhard S. /

Im Vers 25 des 65. Jesaja-Kapitels, der heutigen Bibellese, wird der Schlange angekündigt, dass sie Erde fressen soll. Das wurde ihr ja schon nach dem Sündenfall in 1.Mose 3, Vers 14 angedroht. Das mehr

Bernhard C. /

Guten Tag,
bei der Auslegung des heutigen Textabschnittes fehlt m.E. der Hinweis auf die fortschreitende Offenbarung von AT - Texten durch das NT. Ansonsten bleibt unklar, warum es im "Neuen Himmel mehr