/ Bibel heute
Gottes wunderbarer Weg
Wolfgang Helming über Jesaja 55,6–13.
Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR,[...]
Nun geht ein Jahr zu Ende und mit dem Jahr gehen so manche Hoffnungen und Pläne dahin, ohne dass sich die Hoffnungen erfüllt haben oder die Pläne verwirklicht werden konnten. mancher denkt in Freuden an das vergangene Jahr zurück; manch einer will es schnell vergessen. Wie es auch sei: Morgen beginnt ein neuer Tag, ein neues Jahr mit 366 Tagen. Jeder Tag eine neue Chance, Pläne zu verwirklichen, damit Hoffnungen sich vielleicht erfüllen.
Gott richtet uns durch den Propheten Jesaja aus: „Suchet den Herrn, solange er zu finden ist, rufet ihn an, solange er nahe ist.“ Wer Gott nicht kennt, mag sich fragen, wie das gehen soll, wo soll er Gott suchen oder wo kann er ihn finden, woher weiß er, dass Gott nahe ist.
Nur der Mensch, der Gott sucht, kann ihn finden, denn Gott will von den Menschen gefunden werden, nur wer Gott sucht, wird feststellen das Gott nahe ist, denn Gott will die Nähe zu den Menschen, er liebt die Gemeinschaft mit den Menschen.
Was hat mein Bruder mich bekniet, zu Gott zu kommen, weil nur Gott hilft und ich stand so weit von Gott weg, wie ich nur sein kann und habe nicht verstanden, wie das gehen soll. Ich konnte Gott nicht finden, weil ich nicht gesucht hatte. Hilfe hätte ich schon gebraucht, aber Gott? Ich wollte das selbst machen, mir selbst helfen und selbst meine Pläne verwirklichen.
Gott ruft Menschen, die nichts von ihm wissen, in dem Text zu: „Lasst ab von euren Wegen und von euren Gedanken, denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.“
Die Pläne, die die Menschen oft haben; mögen in ihren Augen gut sein. Aber nicht wirklich in Gottes Augen, denn Gott hat eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge in unserem Leben. Die Wege, die so manch einer gehen will, müssen nicht schlecht sein, aber vielleicht ist der Zeitpunkt der falsche.
Wer nicht nach Gott fragt, wird für ein Scheitern seiner Pläne Antworten haben, wie: Das ist Schicksal, blöd gelaufen, dummer Zufall usw. usw. Wer allerdings den Weg mit Gott geht, weiß, dass solche Sätze nicht wirklich passen, denn Gott hat mit den Menschen manchmal ganz andere Pläne. Pläne, die vielleicht nicht so schön sind, Pläne, die richtig zu schaffen machen. Diese Menschen fragen vielleicht: „Gott, wozu ist das jetzt nötig?“
Gott sagt: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken“ und deshalb erscheinen sie den Menschen oft als unverständlich. Gott sieht von einer anderen Perspektive auf das Leben der Menschen, deshalb kann er alles besser beurteilen.
Ich war mit einer Gruppe von Männern jeden Samstag in einem Park gegangen, um dort Essen an Junkies zu verteilen und um Gottes Wort zu predigen. Diese Männer gehörten alle zu einer amerikanischen Gemeinde, sie sangen Lieder und vor dem Essen wurde eine Andacht gehalten. An einem Samstag war ich der Meinung, dass ich etwas zu den Junkies sagen sollte. Es wäre besser gewesen, ich hätte Gott vorher gefragt, denn einer der jungen Männer provozierte mich. Ich ging darauf ein und sofort war die Stimmig aggressiv. Die anderen Männer, die mit mir dort waren, gingen sofort dazwischen.
Was ich sagen wollte, war nicht verkehrt, aber es war der falsche Zeitpunkt, ich war nicht in der richtigen Haltung zu diesen Menschen gegangen. Diese kleine Episode hatte mir gezeigt, dass es nicht darauf ankommt, was ich möchte, sondern ob Gott etwas möchte. In der Fußgängerzone in Heilbronn waren wir unterwegs, um für einen Gottesdienst im Freien einzuladen, dazu sangen wir Lieder und ich machte mit lauter Stimme Werbung für den Gottesdienst, andere verteilten Flyer. Dann kam der Pastor der amerikanischen Gemeinde und fragte mich, wann ich predigen wollte. Ich war erstaunt. Was sollte ich, predigen?
Er erklärte mir, dass mir in der Fußgängerzone mehr Menschen zuhören würden als bei ihm im Gottesdienst. Ich sah mich um und es waren tatsächlich viele Menschen um uns herum. Ich betete zu Gott und dann trat ich vor und hielt eine Andacht. Gott hatte hier eingegriffen und den Prediger als sein Sprachrohr genutzt. Gottes Wege sind nicht die der Menschen, weil Menschen nicht so groß und so hoch denken können, wie Gott es tut.
Am Anfang stand, dass Gott sich finden lässt und im Buch Jesaja, Kapitel 55, Vers 11 steht: „Das Wort wird ausrichten, was es ausrichten soll, es kommt nicht leer zurück.“
Welch eine Zusage von Gott, er will, sich finden lassen von jedem, der ihn, den allmächtigen Gott, sucht. Viele Menschen haben erfahren, dass Gott sich finden lässt und sein Wort hält. Jeder Mensch, der an Gott glaubt, macht diese Erfahrung. Gott lässt keinen im Regen stehen. Mag der Weg vielleicht anders aussehen als der Mensch es sich gedacht, gewünscht hat. Es gibt einen Weg, egal wie schwierig die Situation sein mag. Für Gott ist die Situation nie zu schwer. Gott hat Lösungen. Lösungen, die Bestand haben, und die sich immer als tragfähig erweisen.
Gott möchte, dass Menschen in Frieden mit ihm leben. Wer Frieden mit Gott hat, der kann auch friedlich mit seinen Mitmenschen umgehen. Es ist auf dieser Welt nicht friedlich und es ist vieles nicht gut, was passiert. Gerade deshalb sagt das Wort Gottes: „Suchet den Herrn, solange er zu finden ist; rufet ihn an, solange er nahe ist.“
Gott sucht den Menschen, den Menschen, der sich zu Gott hinwendet, sich zu ihm bekehrt. Von diesen Menschen wird sich Gott finden lassen, egal was war, egal wie der Mensch vorher war und was er getan hat. Das gelingt nur, weil Gottes Wege und seine Gedanken höher sind als die der Menschen. Der Mensch schaut auf das, was passiert ist und ruft meist nach Vergeltung. Gott schenkt Vergebung. In seinem Herzen ist Liebe und wer Gott sucht und findet, wird diese Liebe spüren: Am letzten Tag in diesem Jahr, wie auch an jedem anderen Tag in der Zukunft.
© Ruth Schneider / ERF
Ihr Kommentar
Kommentare (2)
Was die Wege Gottes sind, zeigt sich oft in unscheinbaren Dingen.
Auf jeden Fall ist er da und sein heiliger Geist aktiv. Dazu braucht es auch Stille und Offenheit.
Guten Rutsch und ein gesegnetes neues Jahr 2024