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Die Herrlichkeit des Wortes Gottes (2)
Peter Brade über Psalm 119,9-16.

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Psalm 119
Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an dein Wort. [...] (Ps 119,9-16; LUT)
bibleserver.comEine gute und wichtige Frage, die hier im Psalm 119 gestellt wird: Wie soll ein junger Mann seinen Lebensweg richtig gehen? Wie findet er heraus, was richtig und falsch ist? Schließlich ist ein junger Mann voller Tatendrang und möchte etwas für sich und andere erreichen. Das war zu Zeiten des Alten Testaments nicht anders als heute in der modernen, digitalen Zeit. Ein junger Mann steht am Anfang seines Lebens, das er selbst gestalten kann. Alles liegt noch vor ihm, alle Möglichkeiten stehen ihm offen.
Der Mitläufer
Weltanschauungen mit verschiedensten philosophischen, politischen, religiösen und ethischen Hintergründen stehen zur Auswahl und versuchen den jungen Menschen für sich zu gewinnen. Und auch das Böse ruht nicht. Der Teufel versucht Neid, Unzufriedenheit, Streben nach Reichtum und Macht zu wecken und den Suchenden mit allen möglichen Tricks auf den Weg des Egoismus und des Vorteilsdenkens zu locken. Wie leicht ist es, ein „bisschen“ die Unwahrheit zu sagen und ein „bisschen“ etwas zu verschleiern? Lüge und Verschleierung sind die ersten schlimmen Sünden und Ehrlichkeit und Transparenz die ersten Tugenden, die Gott sich wünscht.
Aber gerade mit Unehrlichkeit und falschen Versprechen arbeitet der Teufel. Er ist ein Meister der verschleierten Angriffe auf den Menschen. Also Vorsicht ist für den jungen Mann aus Psalm 119 geboten, wenn es um Wege geht, die vom Bösen scheinheilig angeboten werden.
Hellwach muss daher der junge Mann sein, mitdenken und auch nachforschen. Er sollte nicht zum „schlecht informierten Mitläufer“ werden, der blind dem Mainstream der allgemeinen Meinung nachläuft und im allgemeinen Strom mitschwimmt. „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ heißt es und mit denen haben profesionelle, böse „Meinungsmacher“ leichtes Spiel. Die meisten der „schlecht informierten Mitläufer“ können nicht einmal unterscheiden zwischen Tatsachen und Meinungen. In der Regel hören Sie etwas und reden es nach. Dabei kommt es mehr darauf an, wer es gesagt hat und wie es gesagt wurde, statt was genau gesagt wurde und wie diese Aussage untermauert ist.
Und hier komme ich zum Punkt: Gott ist die Wahrheit. Das bedeutet, seine Gebote, seine Vorhersagen sind nicht Meinungen, sondern sind Tatsachen, sind Fakten. Als Tatsachen und Fakten sollen diese in der Bibel niedergeschriebenen Wahrheiten akzeptiert und geglaubt werden. Doch das geschieht nicht, wenn das Böse seine Hand im Spiel hat. Die Gebote Gottes werden durch schlichte Meinungen von schlecht informierten oder bösen Menschen ins Gegenteil verdreht.
Die Bibel ist wie eine Karte und hier finde ich alles, was ich brauche. Als sicheren Wegweiser hat Martin Luther den Psalm 119 bezeichnet, insbesondere für die Jugend. Seinen Anhängern empfahl er diesen Psalm sehr und gab eine Übersetzung mit Anmerkungen heraus, noch bevor er auf der Wartburg das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. In schlimmen Zeiten ist es der Psalm 119, der durch Orientierung Trost und Halt spendet. Der Psalm verweist auf das unerschütterliche Fundament, das Wort und die Gebote Gottes.
Das Maß aller Dinge
Der Psalm 119 ist also etwas Besonderes und er ist der längste Psalm in der Bibel. Es findet sich in ihm ein ständiger Wechsel der Suche nach Wegweisung, der Antwort mit Hinweis auf das Wort Gottes und des Lobpreises Gottes. Aber der Psalm fordert auch auf zur vollen Akzeptanz der Anweisungen, die Gott dem Menschen gibt. Und hier liegt das Problem - und das hat letztlich schon zum Sündenfall im Paradies geführt: Die Abwendung des Menschen von Gott. Bei der überwiegenden Zahl der Menschen in modernen Gesellschaften ist die Tendenz extrem steigend, nicht bereit zu sein, sich einer höheren, göttlichen Macht unterzuordnen.
Der Mensch macht sich selbst zum Maß aller Dinge
Dazu ein Beispiel aus der Veränderung der alltäglichen Sprache. In der Sprache spiegeln sich gesellschaftliche Entwicklungen deutlich wider. Es werden neue Wörter geschaffen und bestimmte Formulierungen, die es vorher nicht gab. So gibt es die allgemein gebräuchlichen Grußformeln „Ich wünsche Dir einen schönen Tag, einen schönen Abend oder einen erholsamen Urlaub“. Ebenso gebräuchlich „Ich wünsche Dir eine gute Nacht!“
Die Antwort auf so einen „Segenswunsch“ war traditionell der Dank für diesen guten Wunsch. Vielleicht noch eine Zustimmung und der Ausdruck von Demut und der Hoffnung, dass tatsächlich alles „gut“ wird.
Die Antwort heute auf gute Wünsche ist „Das werde ich haben!“ Welche Vermessenheit und Überheblichkeit in einer solchen Antwort steckt! Es wird einfach durch eigene Vollmacht bestimmt, wie die Zukunft verläuft. „Ich wünsche Dir eine gute Nacht!“ - „Die werde ich haben!“ Woher weiß der Antwortende, dass es nicht seine letzte Nacht ist? „Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub!“ - „Den werde ich haben!“ Woher weiß der Antwortende, dass wirklich alles gut geht?
Warum kann der Mensch nicht die Unverfügbarkeit der Zukunft akzeptieren und einen guten Wunsch einfach annehmen, sich dafür bedanken, hoffen und glauben? Weil der Mensch, der so antwortet, seine Zukunft selbstbestimmt in eigenen Händen sieht: „Das werde ich haben!“ - weil ich das so will, weil ich das so vermeintlich kann.
Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge. Gott ist die einzige Quelle der Wahrheit und maßgebende Instanz. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sagt Jesus, der Sohn Gottes. Später: „Denn alle Schrift, wenn sie von Gott eingegeben ist, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“
Der Trend, dass der Mensch das Maß aller Dinge ist, kann zum Versuch führen, es jedem recht machen zu wollen und vieles den Wünschen der Menschen gemäß hinzu(ver)biegen. In den sozialen Medien wird es vorgemacht und hier funktioniert es. Es entstehen sogenannte „Spiegelsäle“, wie es in der digitalen Welt heißt. Die Nutzer sehen nur das, was sie wollen, was ihnen persönlich gefällt, wie in einem Spiegel. Aber wo bleiben Gott und die Nachfolge Christi, wenn sich der Mensch nur noch selbst sieht und das, was ihm gefällt.
Die Bibel zeigt den Weg
Die Bibel kann den rechten Weg zeigen. Im persönlichen Gespräch mit Gott, im Gebet, wird einer, der Christus nachfolgt, sicher erfahren, was Recht und Unrecht ist.
Jesus war einst auch ein junger Mann, aber er war und ist auch Sohn Gottes. Er hatte natürlich eine klare Orientierung und er brachte die Orientierung für uns Menschen: Die Nachfolge und die Liebe Gottes. Gottes Liebe ist so groß, dass er das Leben seines Sohnes für die Erlösung der Menschen gab. Christi Nachfolger können sich uneingeschränkt von Gott geliebt fühlen und im Glauben und Vertrauen diese Liebe an andere weitergeben.
Gottes Einladung und Gottes Stimme ist da. Lassen Sie es nicht zu, dass Gottes Ruf durch falsche Meinungsmacher und in die Irre führende Falschinformationen gestört wird. Hören Sie genau hin, hören Sie auf die Bibel und Gott, der Ihnen das Leben geschenkt hat. Er wird Ihnen den rechten Weg zeigen und Sie durch das Leben führen.
© Ruth Schneider / ERF
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